Warum die Verwirrung um Italien und die Weltmeisterschaft 2023?
Ich glaube, der Hauptgrund, warum diese Frage so oft gestellt wird, liegt in der jüngeren Historie der Männer-Nati. Wer erinnert sich nicht an die Schockmomente, als die *Azzurri* die Qualifikation für die WM 2018 in Russland verpassten? Das war schon ein Trauma für den italienischen Fußball, und ich dachte damals wirklich, das Schlimmste sei überstanden. Tja, dann kam 2022, und sie scheiterten erneut, diesmal in den Playoffs gegen Nordmazedonien – ein historischer Tiefpunkt, den ich persönlich kaum fassen konnte. So ist die Erwartungshaltung, wenn es um eine "WM" geht, bei den italienischen Fans oft negativ besetzt, weshalb viele automatisch annehmen, dass die Herren wieder gefehlt haben.
Dieses Mal, 2023, gab es aber ein starkes Gegenstück: Die Frauen-Nationalmannschaft, die *Azzurre*, hatten sich qualifiziert und repräsentierten das Land auf der Weltbühne. Das ist ein großer Schritt für den Frauenfußball in Italien, und ich finde, das sollte man auch würdigen, weil es zeigt, dass sich etwas bewegt, auch wenn die Ergebnisse nicht die erhofften waren.
Der Auftritt der Azzurre: Ein Blick auf die Gruppenphase
Die Teilnahme der Frauen bei der WM 2023 war, wie ich finde, ein Erfolg an sich, schon allein wegen der Qualifikation. Sie landeten in einer nicht gerade leichten Gruppe mit Schweden, Argentinien und Südafrika. Ich habe mir tatsächlich fast alle Spiele angesehen, weil ich wissen wollte, wie sie sich schlagen. Der Start war, ehrlich gesagt, ein bisschen holprig, besonders die Niederlage gegen Schweden, die am Ende Gruppenzweite wurden, hat wehgetan, weil die Leistung nicht ganz dem entsprach, was ich mir erhofft hatte.
Aber dann kam der wichtige Sieg gegen Argentinien. Das war ein echtes Kampfspiel, 1:0, und das hat ihnen die Tür für das Weiterkommen offen gehalten. Ich erinnere mich, dass ich dachte: "So, jetzt haben sie den Dreh raus, jetzt wird es ernst." Leider hat es am Ende nicht gereicht. Das letzte Gruppenspiel gegen Südafrika war dann dramatisch, und obwohl sie sich gewehrt haben, verloren sie am Ende knapp, was bedeutete, dass sie als Dritte ausschieden und die K.o.-Runde verpassten. Es war, glaube ich, ein wichtiger Lernprozess, aber natürlich auch eine kleine Enttäuschung für die Spielerinnen und die Fans, die auf mehr gehofft hatten, als nur die Gruppenphase zu überstehen.
Hatten die Azzurre Pech mit der Auslosung?
Man muss ehrlich sein: Die Gruppe war stark. Schweden ist immer ein Titelkandidat, und Südafrika hat sich als sehr bissiger Gegner erwiesen, was viele vielleicht nicht erwartet hatten. Ich habe das Gefühl, dass Italien, obwohl technisch versiert, manchmal die nötige Robustheit in den entscheidenden Momenten gefehlt hat, besonders beim Thema Standardtore. Das ist etwas, das ich bei vielen italienischen Mannschaften, egal ob Männer oder Frauen, manchmal beobachte: Sie sind brillant im Aufbau, aber wenn es körperlich wird, muss die Konzentration über 90 Minuten absolut fehlerfrei sein, und das war hier eben nicht der Fall. Es ist kompliziert, weil man immer das Gefühl hat, wenn sie einmal im Rhythmus sind, können sie jede Mannschaft schlagen.
Was bedeutet das für die Männer-Nati nach 2022?
Wenn wir über die *Azzurri* sprechen, die Männer, dann ist die Antwort auf die Frage "War Italien bei der WM 2023 dabei?" ein klares Nein, weil sie sich ja wie erwähnt nicht qualifiziert haben. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf die aktuelle Stimmung und die Kaderplanung unter Luciano Spalletti. Anstatt sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, konzentrierte sich die gesamte italienische Fußballwelt auf die Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Das ist jetzt die nächste große Chance, um zu zeigen, dass das Team von 2021, das sensationell die EM gewonnen hat, nicht nur ein Ausrutscher war.
Ich persönlich finde, die Nicht-Teilnahme an der WM hat einen gewissen Druck erzeugt, der sich nun auf die EM verlagert. Wir müssen gewinnen, nicht nur gut aussehen. Die Qualifikationsspiele zur EM waren durchwachsen, und ich denke, das zeigt, dass der Prozess des Wiederaufbaus nach dem EM-Triumph und dem anschließenden WM-Debakel noch nicht abgeschlossen ist. Es ist ein Übergang, und Spalletti muss jetzt die jungen Talente integrieren, die bei der WM 2022 fehlten.
Die Qualifikationshürden: Warum die Teilnahme so schwer ist
Warum ist es für Italien, eine Fußballnation, so schwer geworden, sich für Weltmeisterschaften zu qualifizieren? Das ist die Gretchenfrage, die sich jeder stellt. Ich denke, es ist eine Mischung aus Talententwicklung, die in den letzten zehn Jahren vielleicht nicht immer optimal lief, und einer gewissen Überheblichkeit, die manchmal in den entscheidenden Qualifikationsspielen mitschwingt.
Bei der letzten WM-Qualifikation 2022 war es diese eine Nacht gegen Nordmazedonien, die alles entschieden hat. Es war ein Spiel, in dem Italien 32 Torschüsse hatte, aber der Ball einfach nicht rein wollte. Ich habe das Spiel mit einem Freund verfolgt, und wir waren beide fassungslos über die mangelnde Durchschlagskraft. Es ist, als ob der Druck, der durch die verpasste WM 2018 entstanden ist, sich wie eine Blockade im Abschluss manifestiert hat. Das ist ein psychologisches Problem, das man nicht einfach mit neuen Spielern behebt. Man braucht mentale Stärke, besonders in den Playoff-Spielen, und da hat Italien zuletzt versagt.
Ausblick: Welche großen Turniere stehen für Italien an?
Für die Männer geht es nun primär um die EM 2024. Das ist die unmittelbare Bewährungsprobe. Sie müssen in einer starken Gruppe bestehen – Spanien, Kroatien, Albanien – und zeigen, dass sie wieder zur Weltspitze gehören. Ich bin da vorsichtig optimistisch, Spalletti hat eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern wie Barella und jungen, hungrigen Talenten gefunden.
Für die Frauen ist der nächste große Meilenstein natürlich die nächste Weltmeisterschaft, aber vorher steht die EM 2025 an. Sie haben gezeigt, dass sie das Potenzial haben, sich zu etablieren. Wenn sie die Lehren aus der Gruppenphase 2023 ziehen können, gerade was die defensive Stabilität und die Effizienz angeht, dann glaube ich, dass wir sie in Zukunft regelmäßig bei diesen großen Turnieren sehen werden. Es ist eine Aufbauphase, aber eine, die wir als Fans geduldig begleiten müssen, auch wenn es schwerfällt, nach den Erfolgen der Männer in den 2000ern und 2020ern nicht immer nur Gold zu erwarten.
Zusammenfassend lässt sich also sagen: Italien bei der WM 2023 war das Frauen-Team, das tapfer gekämpft hat. Die Männer waren nicht dabei, aber ihr Fokus liegt jetzt voll auf der kommenden Europameisterschaft, und das ist, denke ich, auch gut so, um die Dinge neu zu ordnen.

