Also: Ja, das kann ab 43 losgehen
Ich sag’s dir ganz ehrlich – als ich vor zwei Jahren mit genau diesen Symptomen zum Frauenarzt ging, dachte ich noch: „Die denkt jetzt bestimmt, ich übertreibe.“ Aber Frau Dr. Meier in Potsdam hat bloß genickt und gesagt: „Kommt öfter vor, als man denkt.“ Und das war’s. Kein großes Drama, keine Überraschung für sie. Weil – ja, man kann mit 43 schon mitten in den Wechseljahren sein. Nicht selten sogar.
Die klassische Vorstellung ist ja: Wechseljahre mit 50 plus. Aber das stimmt nur so halb. Die Perimenopause – also die Phase davor, in der der Körper langsam runterfährt mit den Hormonen – kann locker mit 40 bis 45 anfangen. Bei manchen sogar früher. Ich hab letztens mit einer Kollegin aus dem Büro gesprochen, Sarah, 41, und die hatte letztes Jahr schon ihre letzte Periode. Jetzt ist sie offiziell in den Wechseljahren. Also, das ist doch verrückt, oder?
Was passiert da eigentlich im Körper?
Okay, ganz kurz und schmerzfrei erklärt: Die Eierstöcke produzieren weniger Östrogen. Das Hormon, das unsere Periode regelt, unsere Stimmung, die Haut, die Haare, alles eben. Und weil das jetzt hin und her schwankt – mal mehr, mal weniger – wird alles ein bisschen… chaotisch. Die Zykluslänge verändert sich, die Blutung wird stärker oder schwächer, dann bleibt sie mal weg. Und das Gehirn? Das kriegt durcheinander. Vor allem der Hypothalamus, der so was wie das Klimaregler-Zentrale im Kopf ist. Wenn der durcheinander ist, schwitzt du – ohne Grund. Nennen wir es: Hitzewallungen. Die können einen echt fertigmachen.
Ich persönlich hab die ersten vor einem Jahr gekriegt. Saß im Meeting, fühlte mich plötzlich wie in einer Sauna, Gesicht rot, Schweiß auf der Stirn. Hab den Pullover ausgezogen, Kollegen guckten komisch. Dachte erst: „Muss an der schlechten Klimaanlage liegen.“ Aber nee. War mein Körper, der sagte: „Hey, hier läuft was um.“
Wie merkt man es eigentlich?
Es gibt so ein paar typische Anzeichen – aber bei jeder Frau anders. Bei mir war’s am Anfang wirklich nur die Periode. War früher wie ein Schweizer Uhrwerk: alle 28 Tage, pünktlich, kaum Beschwerden. Und dann – nichts. 35 Tage. Dann 42. Dann kam sie plötzlich mit so starker Blutung, dass ich dachte, ich hab was verpasst. Und das Schwitzen nachts. Ach ja, und die Laune… Gott, manchmal war ich so gereizt, dass mein Mann sagte: „Entweder du gehst zum Arzt oder ich zieh in die Garage.“ (War halb im Scherz, aber auch nicht ganz.)
Andere Frauen berichten von Schlafstörungen, trockener Haut, weniger Lust auf Sex, Haarausfall – alles möglich. Wichtig ist: Nicht jedes Symptom muss auftreten. Manche haben kaum was, andere richtig heftig. Und das ist okay. Kein Wettbewerb.
Aber ist das jetzt schon die Menopause?
Gute Frage. Kurze Antwort: Noch nicht. Die eigentliche Menopause ist der Zeitpunkt, an dem die Periode ein Jahr lang komplett ausgeblieben ist. Erst danach gilt man als „in den Wechseljahren“. Davor ist es die Perimenopause – die Übergangsphase. Und die kann echt lang sein. Bei mir hat die Ärztin gesagt: „Das dauert bei Ihnen vielleicht noch zwei, drei Jahre.“ Also, es ist kein Sprint, sondern eher so ein langsamer Auslauf.
By the way: Ich hab erst mal gedacht, „Wechseljahre“ heißt automatisch „Ende der Fruchtbarkeit – Ende der Energie“. Aber das stimmt nicht. Klar, körperlich verändert sich was. Aber ich fühl mich, ehrlich gesagt, in manchen Dingen sogar freier. Weiß nicht, ob’s an den Hormonen liegt oder am Alter – aber irgendwie ist mir vieles einfach egal geworden. Die perfekte Frisur? Nee. Der aufgeräumte Haushalt? Nur halb. Und das ist gut so.
Was kann man tun?
Erst mal: nicht panisch werden. Es ist ein natürlicher Prozess. Aber wenn’s dich belastet – sprich mit jemandem. Am besten mit deiner Frauenärztin. Die kann Blutwerte checken, den Hormonhaushalt anschauen, und gucken, ob eine Hormontherapie sinnvoll ist. Oder ob pflanzliche Mittel reichen – wie Mönchspfeffer, Johanniskraut oder Soja-Isoflavone. Ich hab erst mal mit Traubensilberkerze angefangen. Hat bei mir ein bisschen geholfen, aber halt nicht alles.
Und dann: achte auf dich. Ganz banal: viel trinken, gesund essen, bewegen. Ich geh jetzt zweimal die Woche zum Yoga – nicht weil ich plötzlich spirituell geworden bin, sondern weil es mir einfach guttut. Und mein Schlaf ist besser geworden. Ach ja, und Koffein habe ich reduziert. Weil: Koffein + Hitzewallungen = kein gutes Team.
Und was ist mit der Psyche?
Das unterschätzt man oft. Es ist nicht nur körperlich. Es fühlt sich manchmal an, als würde ein Teil von dir verschwinden. Die Fruchtbarkeit, die Jugend, die Leichtigkeit. Und das kann traurig machen. Ich hab letztens mit meiner besten Freundin, Lena, drüber geredet. Die ist 45 und hat’s schon „hinter sich“. Und sie sagte: „Ich hab geweint, als ich wusste, dass ich keine Kinder mehr kriegen kann – auch wenn ich gar keine wollte.“ Das hat mich überrascht. Aber irgendwie verständlich.
Also, wenn du dich gerade fragst: „Ist das noch normal? Bin ich kaputt?“, dann: Nein. Du bist nicht kaputt. Du veränderst dich. Und das ist okay. Ehrlich.
Fazit: Ja, mit 43 – das geht. Und das ist okay.
Also, zusammengefasst: Ja, du kannst mit 43 schon in den Wechseljahren sein – oder zumindest ganz dicht dran. Es ist kein Fehler, kein Defekt, keine Krankheit. Es ist einfach ein neuer Abschnitt. Manchmal unbequem, oft unerwartet, aber irgendwie auch… normal. Wirklich.
Wenn du merkst, dass was anders ist – vertrau deinem Gefühl. Geh zum Arzt. Stell Fragen. Und vor allem: sei geduldig mit dir. Du lernst gerade, mit einem neuen Körper klarzukommen. Und das braucht Zeit. Aber hey – du schaffst das. Wir schaffen das. Wir sind nicht allein.
Und du weißt, was das Beste ist? Danach kommt die Phase, in der man sich oft freier fühlt. Ohne Periode, ohne Pille, ohne Angst vor Schwangerschaft. Klar, mit ein paar Nachteilen. Aber auch mit Chancen. Ich sag nur: weniger Krämpfe. Und keine Stimmungsschwankungen mehr? Na gut, vielleicht doch noch ein bisschen. Aber hey – wer ist schon perfekt?
