Warum Österreich anders klingt: Die Herkunft des Wortes Melanzani
Ich habe mich neulich mal gefragt, woher dieser Begriff eigentlich kommt, und es ist, wie so oft, eine Frage der Geschichte und der Nähe zu Italien. Das Wort leitet sich direkt vom italienischen melanzana ab. Man merkt das sofort, wenn man es laut ausspricht; es hat diesen südländischen Klang, der sich hier im Alpenraum festgesetzt hat, während man sich im Norden für das französisch geprägte „Aubergine“ entschieden hat.
Ehrlich gesagt, ich persönlich bevorzuge ja den Klang von Melanzani. Es klingt für mich irgendwie rustikaler, bodenständiger, vielleicht weil man es mit den klassischen österreichischen Gerichten wie der gefüllten Melanzani oder dem Wiener Papsch-Gericht verbindet. Wenn ich in Deutschland bin und „Aubergine“ sage, fühlt es sich immer ein bisschen zu formell an, fast schon wie ein botanischer Fachausdruck, obwohl es ja das gleiche Gemüse ist, das wir seit Jahrhunderten essen.
Wichtig ist nur, sich zu merken: Die Wurzel ist die gleiche, aber die kulturelle Etikettierung hat sich entlang der Sprachgrenzen unterschiedlich entwickelt. Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Dialekte und Nachbarschaftssprachen unsere Alltagswörter formen.
Der Supermarkt-Test: Worauf muss ich achten, wenn ich in Wien einkaufen gehe?
Nehmen wir an, Sie stehen in einem Billa oder Spar in Salzburg oder Linz und wollen Moussaka zubereiten. Wenn Sie nach der „Aubergine“ fragen, werden Sie vielleicht verstanden, aber Sie werden garantiert ein leicht verwirrtes Nicken ernten, bevor der Verkäufer Ihnen dann doch die gewünschte Melanzani zeigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Begriff „Melanzani“ direkt benutzt wird, liegt, glaube ich, bei über 95 Prozent, wenn es um frische Produkte geht.
Ich habe einmal den Fehler gemacht, in einer kleinen, sehr traditionellen Markthalle in Tirol nur von „Eierfrucht“ zu sprechen – das war in der Tat ein Fehler, denn dieser Begriff ist fast ausschließlich in der Schweiz gebräuchlich. Der Verkäufer sah mich an, als hätte ich nach Drachenfrüchten gefragt. Das hat mir gezeigt, wie tief diese regionalen Begriffe verwurzelt sind, auch wenn wir alle die gleiche Botanik im Korb haben.
Ein praktischer Tipp, den ich gelernt habe: Achten Sie auf die Größe. Die kleineren, oft dunkleren Melanzani sind meist fester und haben weniger Kerne, was gerade für das Grillen oder für Parmigiana von Vorteil ist. Die großen, oft etwas blasseren Exemplare saugen sich schneller mit Öl voll, was nicht immer schlecht ist, aber man muss die Menge an Öl, die sie aufnehmen, im Auge behalten.
Wie lange dauert das Vorbereiten einer Melanzani eigentlich?
Viele Anfänger scheuen sich vor der Zubereitung, weil sie denken, es dauert ewig. Ich finde, das kommt darauf an, was Sie vorhaben. Wenn Sie die klassische Methode anwenden und die geschnittenen Scheiben leicht salzen und 30 Minuten ziehen lassen, um Bitterstoffe und überschüssige Flüssigkeit zu entfernen – was ich persönlich oft mache, auch wenn manche sagen, es sei unnötig bei modernen Sorten – dann fügen Sie mindestens eine halbe Stunde zur Gesamtzeit hinzu.
Aber diese Wartezeit ist Gold wert, weil das anschließende Anbraten oder Grillen viel schneller geht und das Gemüse weniger Fett absorbiert. Das ist ein Kompromiss, den ich gerne eingehe, denn am Ende schmeckt das Ergebnis einfach intensiver und weniger matschig. Es ist diese kleine, fast meditative Pause beim Kochen, die den Unterschied macht.
Und was sagen die Eidgenossen? Der Vergleich mit der Schweiz und Deutschland
Wenn wir die ganze Sache mal auf einer Karte sehen, wird es schnell klar: Wir haben hier eine sprachliche Dreiteilung für dasselbe Gemüse. Deutschland sagt Aubergine. Österreich sagt Melanzani. Und die Schweiz – in den deutschsprachigen Kantonen – sagt Eierfrucht, was wohl die direkteste Übersetzung des lateinischen Ursprungs ist, weil die Frucht früher tatsächlich aussah wie ein weißes oder gelbes Ei.
Ich finde es faszinierend, wie diese drei Begriffe nebeneinander existieren können, ohne dass es zu ernsthaften Verwechslungen kommt, solange man innerhalb der Landesgrenzen bleibt. Sobald man aber über die Grenze fährt, muss man blitzschnell umdenken. Wenn ich in Zürich bin und „Melanzani“ bestelle, werde ich genauso schief angeguckt, wie wenn ich in Berlin „Eierfrucht“ rufe. Das ist der Moment, in dem dir klar wird, wie isoliert unsere kulinarischen Wörterschätze manchmal sind.
Meine subjektive Meinung: Wie behandelt man eine Melanzani am besten?
Ich habe im Laufe der Jahre viel experimentiert, und meine feste Überzeugung ist: Man sollte die Melanzani niemals roh essen. Das ist zwar nicht giftig, aber der Geschmack ist einfach nicht befriedigend, fast schon leicht bitter und wässrig. Sie braucht Hitze, um ihre cremige Textur zu entfalten.
Was die Zubereitungsart angeht, schwanke ich immer zwischen Grillen und Schmoren. Grillen, idealerweise mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer, gibt ihr ein wunderbares Raucharoma, das ich besonders im Sommer liebe. Aber wenn es um Saucen oder überbackene Gerichte geht, dann muss sie langsam in Tomatensauce schmoren. Dann wird sie fast fleischig, und das ist, glaube ich, der Grund, warum sie in der vegetarischen Küche so beliebt ist.
Ich habe auch festgestellt, dass die Haut bei den kleineren Exemplaren essbar bleibt und man sie ruhig dran lassen kann, was den Aufwand reduziert. Bei riesigen, alten Melanzani schneide ich die Haut manchmal großflächig ab, weil sie dann zäh werden kann, aber das ist wirklich eine Frage des persönlichen Gefühls und der Qualität des Gemüses, das man gerade erwischt hat.
Fehler, die jeder Tiroler einmal gemacht hat: Die häufigsten Missverständnisse
Der größte Fehler, den ich beobachtet habe, ist die Annahme, dass Melanzani gleichbedeutend mit Zucchini ist, nur weil sie beide im Gemüsefach liegen und oft in mediterranen Gerichten vorkommen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Gemüse mit unterschiedlichem Wassergehalt und unterschiedlicher Textur nach dem Garen. Zucchini bleiben bissfester, Melanzani werden weich und cremig.
Ein weiterer häufiger Fehler, gerade bei Kochanfängern, ist das zu schnelle Erhitzen des Öls beim Braten. Wenn Sie die Melanzani in eine zu heiße Pfanne werfen, verbrennt die äußere Schicht, bevor das Innere weich wird. Das Ergebnis ist eine außen schwarze, innen noch harte Scheibe. Mein Rat: Mittlere Hitze, Geduld und lieber in Etappen braten, als zu versuchen, alles auf einmal zu erledigen.
Und, ich muss es wiederholen, weil es so wichtig ist: Nicht das Entwässern vergessen, wenn Sie ein knuspriges Ergebnis wollen. Viele Rezepte überspringen diesen Schritt heute, aber wenn Sie wirklich das Optimum aus Ihrer österreichischen Melanzani herausholen wollen, nehmen Sie sich die zehn Minuten Zeit dafür.
Fazit: Melanzani ist mehr als nur ein Gemüse
Letztendlich ist der Begriff **Melanzani** ein kleines sprachliches Denkmal dafür, wie sich Kulturen austauschen und wie sich Wörter an regionalen Orten festsetzen können. Es ist das deutsche Wort für Aubergine, das in Österreich triumphiert hat und fest im kulinarischen Vokabular verankert ist.
Wenn Sie also das nächste Mal in einem österreichischen Kochbuch oder auf einer Speisekarte das Wort sehen, wissen Sie Bescheid. Es ist einfach unser geliebtes, violettes Gemüse, bereit, in unzähligen köstlichen Varianten zubereitet zu werden. Ich hoffe, diese kleine Plauderei hat Ihnen geholfen, die österreichische Küchensprache ein wenig besser zu verstehen, und vielleicht probieren Sie ja demnächst eine traditionelle gefüllte Melanzani aus!

