Was macht eine Klofrau eigentlich?
Ob im Einkaufszentrum, auf Raststätten oder in Clubs – ohne Klofrauen wär’s Chaos pur. Das wissen wir alle heimlich, auch wenn kaum jemand mal „Danke“ sagt.
Wie wird bezahlt? Festgehalt oder Trinkgeld?
Angestellt bei Reinigungsfirmen
In vielen Fällen sind Klofrauen ganz normal angestellt bei Gebäudereinigungsfirmen. Das heißt, sie bekommen Mindestlohn oder leicht darüber – je nach Region und Tarifvertrag.
In Deutschland liegt der aktuelle Mindestlohn bei 12,41 € (Stand 2024)
Bei 40 Stunden die Woche ergibt das ca. 2.150 € brutto im Monat
Aber: Das ist Brutto. Netto bleibt oft nicht viel übrig, besonders bei Steuerklasse I oder wenn man alleinerziehend ist. Und die Arbeitszeiten? Oft Schichtarbeit, auch abends, an Feiertagen, samstags… der ganze Kram, den keiner will.
Auf Trinkgeld angewiesen? Leider ja, oft
In manchen Toiletten – vor allem in Bahnhöfen, Raststätten oder Nachtclubs – arbeiten Klofrauen (oder -männer) auf Trinkgeldbasis, entweder ganz oder zusätzlich zum Gehalt. Diese Leute sind dann manchmal sogar „selbstständig“, was heißt: keine festen Sozialabgaben, kein Krankengeld, kein Urlaub.
Da liegt dann so ein kleines Tellerchen mit Centstücken drauf, oder so ein süßes Schildchen:
„Für ein sauberes Örtchen, ein kleines Danke :)“
Ich hab mal eine Klofrau am Frankfurter Hauptbahnhof gefragt, wie viel sie so am Tag zusammenbekommt. Ihre Antwort:
„Wenn's gut läuft – Freitagabend oder Großveranstaltung – vielleicht 50 bis 70 Euro. An normalen Tagen? 15 bis 30. Und dann muss ich das noch versteuern, theoretisch.“
Verdienst je nach Einsatzort
Raststätten und Autobahntoiletten
Hier ist oft eine große Firma (wie Sanifair) zuständig. Klofrauen bekommen da meistens einen Tariflohn, aber auch hier kann’s je nach Betreiber variieren. Trinkgeld gibt’s seltener, weil man ja eh diesen Bon bekommt beim Bezahlen.
Clubs, Bars, Diskotheken
Hier kann’s richtig heftig werden. Laut, voll, manchmal alkoholisiert-chaotisch. Viele Betreiber zahlen gar kein Festgehalt – die Klofrau verdient nur, was ins Körbchen fällt. In einer Partynacht können das mal 100€ sein… oder eben fast nix, wenn alle geizig sind.
Öffentliche Einrichtungen (z.B. Stadthallen)
Hier sind Klofrauen oft bei einer Stadt oder Gemeinde angestellt, was ein bisschen mehr Sicherheit und Lohn bedeutet. Aber: eher selten. Viele Städte lagern die Reinigung aus, weil’s billiger ist.
Ist das fair? Eher nicht.
Die Arbeit ist körperlich anstrengend, psychisch belastend und gesellschaftlich komplett unterschätzt. Und dann auch noch vom Kleingeld anderer Leute abhängig sein? Echt hart. Viele Klofrauen sind übrigens ältere Frauen, oft mit Migrationshintergrund – für die gibt’s kaum Alternativen.
Es ist ein bisschen absurd: Jede*r nutzt öffentliche Toiletten, aber kaum jemand denkt an die, die den Ort erträglich halten.
Fazit: Wie viel verdient eine Klofrau wirklich?
Als Angestellte: ca. 12–14 €/Stunde → rund 1.400–1.800€ netto/Monat
Nur Trinkgeld: zwischen 15€ und 100€ pro Tag, je nach Location, Publikum, Wetter (!)
Realistisch? Oft ist’s ein Mix. Und leider selten gut genug, um wirklich sorgenfrei zu leben.
Also nächstes Mal beim Klogang vielleicht doch ein bisschen großzügiger ins Tellerchen legen.
Denn ja – ohne Klofrau, kein Klo für dich.
