Geht das überhaupt – eine konfessionsverbindende Trauung?
Kurze Antwort: Ja, aber...
Diese sogenannte konfessionsverbindende Ehe ist in Deutschland keine Seltenheit mehr. Viele Paare leben ihren Glauben heute individuell – oder auch gar nicht so aktiv – aber wünschen sich trotzdem eine kirchliche Feier. Das ist verständlich, aber es braucht etwas Planung.
Welche Möglichkeiten gibt es für die kirchliche Trauung?
1. Evangelische Trauung mit katholischer Beteiligung
Diese Variante ist oft etwas unkomplizierter. Die Trauung findet in der evangelischen Kirche statt, und ein katholischer Geistlicher kann dabei mitwirken – meist im Rahmen einer ökumenischen Gestaltung. Man nennt das manchmal auch eine "Trauung mit Beteiligung".
Wichtig: Die katholische Kirche erkennt diese Ehe nur dann offiziell an, wenn vorher beim katholischen Pfarramt eine sogenannte Dispens (also eine Erlaubnis) eingeholt wurde. Klingt bürokratisch, ist aber in der Praxis kein Drama.
2. Katholische Trauung mit evangelischem Beistand
Etwas komplexer wird’s, wenn die Hochzeit in der katholischen Kirche stattfinden soll. Die katholische Kirche besteht in der Regel darauf, dass zumindest einer der Partner katholisch ist, und dass das Paar sich bereit erklärt, die Kinder „im katholischen Glauben zu erziehen“ (wobei das nicht immer mehr so streng ausgelegt wird wie früher).
Auch hier gilt: Der evangelische Teil kann teilnehmen, sogar mitwirken – aber eben nicht im Sinne einer echten Doppeltrauung. Die katholische Kirche erkennt nur eine einzige kirchliche Eheschließung an.
Was ist mit einer echten ökumenischen Trauung?
Klingt gut, ist aber komplizierter als gedacht
Eine „echte“ ökumenische Trauung – also eine Zeremonie, die beide Konfessionen gleichwertig und vollständig anerkennen – gibt’s leider (noch) nicht in der Form, wie viele Paare sie sich wünschen.
Es gibt zwar ökumenische Gottesdienste, die gemeinsam gestaltet werden, aber aus Sicht der Kirchen muss sich das Paar für eine kirchliche Form entscheiden. Entweder evangelisch mit katholischem Beistand oder andersrum.
Ja, ist irgendwie schade. Viele Pfarrer*innen und Priester sehen das auch so – aber so sind momentan noch die kirchlichen Vorschriften.
Was müssen Paare im Vorfeld klären?
Rechtzeitig reden – mit beiden Kirchen
Wer so eine konfessionsverbindende Trauung plant, sollte frühzeitig Kontakt mit beiden Gemeinden aufnehmen. Oft gibt’s Überraschungen, z.B. wenn ein Partner ausgetreten ist oder nicht getauft wurde – das beeinflusst den Ablauf enorm.
Und Achtung: Auch wenn manche Pfarrer da sehr offen sind, es hängt leider auch manchmal von der Haltung des konkreten Pfarrers oder der Pfarrei ab. Sprich: Es lohnt sich, ehrlich zu fragen und die eigenen Wünsche klar zu sagen. Je früher, desto besser.
Kinderfrage und Eheverständnis
Ein weiteres Thema ist, wie das Paar zur Kindererziehung steht – zumindest aus Sicht der katholischen Kirche. Und auch das Thema Unauflöslichkeit der Ehe kann zur Sprache kommen, wenn eine*r der beiden schon mal verheiratet war. (Uff, ja, das kann unangenehm werden...)
Fazit: Möglich, aber nicht ganz easy
Also: Ja, evangelisch und katholisch – das geht kirchlich. Und immer mehr Paare machen’s auch. Aber es ist kein Selbstläufer. Man muss wissen, was man will, und mit ein bisschen Geduld beide Seiten unter einen Hut bringen.
Wenn ihr euch früh drum kümmert und offen mit den Pfarrern sprecht, klappt das meistens richtig gut. Und hey – am Ende zählt doch, dass ihr gemeinsam in Liebe startet, oder? Kirche hin oder her.
