Früh lesen lernen – der Klassiker unter den Erziehungsratschlägen
Bei uns zu Hause gab's das auf jeden Fall. Meine Eltern haben mir schon als Kleinkind Bücher hingehalten, von Bilderbüchern bis zu diesem dicken Wälzer, den ich irgendwann gar nicht mehr aus der Hand gelegt hab. Und ja, ich glaube, das hat mir echt geholfen – ich erinnere mich noch, wie ich mit sechs Jahren schon kleine Geschichten verschlungen hab. Aber ist das wirklich der Grund, warum ich heute so viel lese und gerne lerne? Oder war das einfach nur Glück?
Die Wirkung von frühem Lesen – mehr als nur schlau sein?
Ich hab mal irgendwo gelesen, dass frühes Lesen nicht nur die Intelligenz fördert, sondern auch die Fantasie und das Sprachgefühl. Klingt logisch, oder? Wenn du von klein auf mit Worten spielst, fällt dir das Verstehen und Ausdrücken leichter. Andererseits kenne ich auch Leute, die spät mit Lesen angefangen haben und trotzdem super schlau und kreativ geworden sind. Da frage ich mich manchmal, ob das mit der Intelligenz wirklich so ein klarer Zusammenhang ist.
Meine kleine Geschichte: Lesen mit Oma in der Küche
Eine Sache, die ich nie vergesse, ist die Zeit bei meiner Oma. Sie hat immer so gemütlich in der alten Küche gesessen, und wir haben zusammen Bücher angeschaut – meistens waren das so Märchenbücher mit vielen Bildern. Ich war vielleicht erst vier oder fünf, konnte noch gar nicht richtig lesen, aber allein das gemeinsame Anschauen und Erzählen hat mir so viel gegeben. Vielleicht ging es da gar nicht ums frühe Lesen an sich, sondern um die Verbindung, die ich mit Worten und Geschichten bekommen hab.
Und was ist mit den Kids, die nicht so früh lesen?
Mal ehrlich, nicht jeder hat das Glück oder die Möglichkeit, früh mit Büchern in Berührung zu kommen. Manchmal liegt das an der Umgebung, an der Schule oder einfach daran, dass es andere Interessen gibt. Und trotzdem werden viele dieser Kinder später richtig schlau – vielleicht auf andere Art. Vielleicht sind sie eher praktisch veranlagt, oder sie lernen durch Erlebnisse draußen in der Welt. Also, ist "früh lesen" wirklich ein Muss?
Der Druck und die Realität – ein bisschen mehr Gelassenheit wäre gut
Ich finde, wir setzen Kinder oft zu sehr unter Druck, wenn wir meinen, sie müssten schon mit drei Jahren lesen können, damit sie später erfolgreich sind. Klar, Lesen ist wichtig, keine Frage, aber ich glaube, es gibt auch andere Wege, schlau zu werden. Manchmal dauert es eben länger, und das ist okay. Du weißt, wie das ist: Jeder tickt anders, und das ist doch eigentlich das Spannende.
Zum Schluss: Was denkst du eigentlich?
Jetzt mal Hand aufs Herz, hast du als Kind gern gelesen? Oder eher nicht? Und findest du, dass das deine Entwicklung beeinflusst hat? Ich bin gespannt, wie du das siehst – denn ehrlich gesagt, ich glaube, am Ende zählt vor allem die Freude am Lernen und Entdecken, nicht wann man angefangen hat. Also, wer früh liest, wird vielleicht schlau – aber wer später liest, kann’s auch schaffen. Und manchmal sind die Umwege ja die schönsten.
Ach, und noch was: Wenn du mal Lust hast, erzähl ich dir, wie ich als Teenie plötzlich richtig Lust auf Bücher bekommen hab – das war nämlich eher zufällig und total anders als bei den meisten. Aber das ist ’ne andere Geschichte... vielleicht beim nächsten Kaffee?
