Die Basics, die jeder kennt – aber trotzdem unterschätzt
Also fangen wir mal mit den offensichtlichen Dingen an: Gewerbeanmeldung. Das sind ja nur so 20 bis 60 Euro, je nach Gemeinde. Lächerlich wenig eigentlich, verglichen mit dem Rest. Aber dann kommt direkt der Steuerberater ins Spiel – und da wird’s ernst. Mein Steuerberater, der Thomas, hat mir damals gesagt „Also unter 2000 Euro im Jahr wird’s nicht“, und ich dachte mir so… boah, echt? Aber er hatte recht. Wenn du keine Lust hast, dich mit Umsatzsteuervoranmeldungen und Einnahmen-Überschuss-Rechnungen rumzuärgern, brauchst du einfach jemanden.
Und Versicherungen! Oh man, das ist so ein Thema. Berufshaftpflicht, Krankentagegeld, vielleicht sogar eine Betriebshaftpflicht wenn du Kunden bei dir empfängst. Ich zahl mittlerweile knapp 150 Euro im Monat nur für die Basics. Klar, kann man drüber reden ob man das alles braucht, aber ich würd’s nicht riskieren.
Die versteckten Kosten, die dich überraschen werden
Jetzt kommt’s aber erst richtig: Büromiete oder Homeoffice-Kosten. Ich bin erstmal von zuhause aus gestartet, aber nach nem Jahr hab ich mir doch ein kleines Büro gegönnt. 500 Euro warm – und dann kommen natürlich Strom, Internet, Telefon noch obendrauf. Und sag jetzt nicht „Aber im Homeoffice sparst du doch!“ – ja, schon, aber dann musst du dir auch einen ordentlichen Schreibtisch gönnen, einen vernünftigen Bürostuhl… Ich hab damals 800 Euro für meinen Drehstuhl ausgegeben und meine Frau hat mich für verrückt erklärt, aber mein Rücken dankt’s mir jeden Tag.
Ach ja, und dann die ganze Technik. Laptop, zweiter Bildschirm, Drucker, Software-Lizenzen. Microsoft Office, Adobe Cloud, vielleicht noch ein Buchhaltungstool wie Lexoffice oder Sevdesk. Das summiert sich alles. Mein Tipp: Kauf gebrauchte Business-Geräte, die sind oft viel besser als die billigen neuen Consumer-Teile.
Die persönlichen Ausgaben, die keiner auf dem Schirm hat
Weißt du was mich am meisten überrascht hat? Die ganzen Kleinigkeiten. Kontoführung fürs Geschäftskonto – ja, auch das kostet meistens was. Und dann die ganzen Fahrtkosten zu Kundenterminen, auch wenn du von zuhause arbeitest. Öffentliche Verkehrsmittel oder Sprit, Parkgebühren… das läppert sich echt.
Und vergiss nicht: Als Angestellter hast du oft bezahlten Urlaub und Krankentage. Als Selbstständiger… naja, wenn du nicht arbeitest, verdienst du nichts. Ich hab mir angewöhnt, immer ein bisschen was zurückzulegen für schlechte Zeiten. So zwei, drei Monatsausgaben sollte man immer parat haben, finde ich.
Übrigens: Auch deine Altersvorsorge musst du jetzt selbst regeln. Kein Arbeitgeber, der die Hälfte deiner Rentenversicherung bezahlt. Das ist schon ein heftiger Posten, wenn man das ernsthaft angeht.
Was ich anders machen würde – und was du daraus lernen kannst
Rückblickend hätte ich mir am Anfang weniger Druck gemacht. Ich hab versucht, von Tag eins an perfekt ausgestattet zu sein, aber eigentlich hätte ich vieles erstmal günstiger lösen können. Second-Hand-Möbel statt neu, simpler Laptop statt High-End-Gerät, und die teure Software erst anschaffen wenn ich sie wirklich brauche.
Am wichtigsten ist aber: Mach dir einen detaillierten Finanzplan bevor du startest. Nicht nur für die offensichtlichen Kosten, sondern auch für Lebenshaltungskosten während der Aufbauphase. Die ersten Monate verdienst du vielleicht weniger als erwartet – das sollte einkalkuliert sein.
Also zusammengefasst: Ja, Selbstständigkeit kostet mehr als man denkt. Aber wenn man clever plant und nicht gleich mit allem übers Ziel hinaus schießt, ist es absolut machbar. Und weißt du was? Die Freiheit, die du dafür bekommst, ist jeden Cent wert.
