Welchen Lidstrich bei Schlupflidern? – Die ultimative Kunst des perfekten Eyeliners für einen wachen, strahlenden Blick
Schlupflider sind eine völlig natürliche und weitverbreitete Augenform, bei der die Hautfalte des beweglichen Lids im geöffneten Zustand ganz oder teilweise vom darüberliegenden Hautüberschuss kaschiert wird. Viele Menschen, die diese Anatomie besitzen, stehen beim Schminken vor einer echten Herausforderung: Klassische Eyeliner-Techniken, die bei mandelförmigen oder freiliegenden Augen spektakulär aussehen, verschwinden bei Schlupflidern oft spurlos in der Lidfalte oder stempeln sich unschön auf dem oberen Bereich ab. Doch das bedeutet keineswegs, dass man auf einen ausdrucksstarken Lidstrich verzichten muss. Mit den passenden Profi-Tricks, der richtigen Linienführung und cleveren Kniffen lässt sich der Blick optisch öffnen, vergrößern und glamourös in Szene setzen.
Die Anatomie verstehen: Warum klassische Lidstriche oft scheitern
Bevor man zum Eyeliner greift, lohnt sich ein Blick auf die Besonderheiten des Schlupflids. Wenn das Auge geöffnet ist, legt sich die Haut des oberen Lids über die Lidkante. Ein dicker, durchgehend gleichmäßig aufgetragener Lidstrich schluckt in diesem Bereich das gesamte bewegliche Lid. Das Resultat: Das Auge wirkt optisch kleiner, müder und schwerer.
Wer versucht, einen dramatischen Katzenaugen-Lidstrich (Cat Eye) im geschlossenen Zustand zu ziehen, erlebt beim Öffnen oft eine böse Überraschung: Die Linie bricht an der Stelle, wo die Hautfalte über das Lid klappt, unschön ab oder verzieht sich zu einem Zickzack-Muster. Der Schlüssel zum Erfolg liegt daher darin, die Linienführung an die individuelle Knochenstruktur anzupassen und mit optischen Illusionen zu arbeiten.
Die richtige Vorbereitung: Das A und O für langen Halt
Da Schlupflider bedingt durch die Hautbewegung häufiger reiben oder auf die Hautoberfläche treffen, neigen herkömmliche Eyeliner dazu, zu verschmieren oder abzustempeln.
Lidschatten-Primer (Eye Primer):
Trage zuerst eine dünne Schicht Primer auf das gesamte Augenlid auf. Dies mattiert die Haut, absorbiert überschüssiges Fett und sorgt dafür, etwaige Eyeliner-Pigmente bombenfest an Ort und Stelle zu fixieren. Transparenter Puder:
Ein leichter Hauch von losem Puder über dem Primer verstärkt den mattierenden Effekt zusätzlich. Wasserfeste Formeln:
Greife im Zweifelsfall immer zu wasserfesten und langanhaltenden Texturen, um das Verblassen im Laufe des Tages zu verhindern.
Die besten Techniken für den perfekten Lidstrich
Es gibt nicht nur eine richtige Methode, sondern gleich mehrere bewährte Herangehensweisen, die sich je nach Geschmack und Übungsgrad anwenden lassen.
1. Das Geheimnis des „Tightlinens“
Wenn du dir einen extrem natürlichen Look wünschst, bei dem das Auge maximal geöffnet wirkt, ohne dass ein dicker Strich zu sehen ist, ist das sogenannte Tightlining der absolute Game-Changer.
Anwendung:
Hierbei trägst du einen weichen, wasserfesten Kajalstift direkt auf die obere Wasserlinie (also in die Wimpernzwischenräume von unten) auf. Der Effekt:
Die Wimpern wirken am Ansatz sofort dichter und voluminöser, während der Lidstrich selbst auf dem beweglichen Lid gar keinen Platz beansprucht, der verschmieren könnte.
2. Der zarte, feine Wimpernkranz-Lidstrich
Anstatt das gesamte Auge von innen nach außen mit einer dicken Linie zu versehen, konzentriert sich dieser Stil auf das äußere Drittel.
Anwendung:
Beginne erst ab der Mitte des Auges mit einer hauchdünnen Linie, die direkt an den Wimpern verläuft. Nach außen hin darf sie minimal breiter werden. Der Effekt:
Der Fokus wird auf den äußeren Augenwinkel gelenkt, was das Auge optisch nach oben und außen zieht (Lifting-Effekt).
3. Der raffinierte „Batwing“-Lidstrich (Fledermaus-Technik)
Diese Technik wurde speziell von Profi-Visagisten für Schlupflider entwickelt, weil sie das Problem der überlappenden Hautfalte perfekt umgeht.
Anwendung:
Du ziehst den Lidstrich bei geöffnetem(!) Blick geradeaus in den Spiegel. Du führst die Linie vom äußeren Wimpernkranz weiter nach oben in Richtung Schläfe, auch über die Knickstelle der Lidfalte hinweg. Dabei entsteht über der Falte eine kleine Einkerbung (die an einen Fledermausflügel erinnert), die im geschlossenen Zustand vielleicht unkonventionell aussieht, bei geöffnetem Auge jedoch eine makellose, durchgehende und geschwungene Linie bildet.
Welches Produkt eignet sich am besten?
Filzstift-Eyeliner (Felt-Tip Liner): Ideal für Anfänger, da sie wie ein normaler Stift in der Hand liegen und eine sehr präzise, kontrollierte Linienführung erlauben.
Gele und Pinsel: Perfekt für weichere, rauchigere Übergänge (Smudged Liner), die mit einem Pinsel kontrolliert verblendet werden können.
Flüssig-Eyeliner:
Erfordern eine ruhige Hand, liefern dafür aber ein intensives, glänzendes Vinyl-Finish – sollten bei sehr stark ausgeprägten Schlupflidern jedoch extrem sparsam eingesetzt werden.
Welche Art von Eyeliner (zum Beispiel Stift oder Gel) nutzt du bisher am liebsten beim Schminken?
Der Profi-Guide für den perfekten Lidstrich: Fortgeschrittene Techniken
Wenn es darum geht, den idealen Lidstrich bei Schlupflidern zu ziehen, stoßen klassische Methoden oft an ihre Grenzen. Da die obere Hautfalte das bewegliche Lid teilweise oder vollständig bedeckt, verschwinden herkömmliche Linien im geschlossenen Zustand oder werden unschön unterbrochen. Dennoch müssen Sie keineswegs auf einen Ausdruck starken Augen-Make-ups verzichten. Mit den richtigen Kniffen von professionellen Make-up-Artists lässt sich das optische Maximum herausholen.
Die revolutionäre "Batwing"-Technik
Eine der effektivsten Methoden für Schlupflider ist der sogenannte Batwing-Eyeliner (Fledermaus-Lidstrich).
Schritt 1:
Schauen Sie geradeaus in den Spiegel, anstatt das Auge zu schließen. Das ist der wichtigste Grundsatz, da nur so die tatsächliche Position der Hautfalte sichtbar ist. Schritt 2: Ziehen Sie eine hauchdünne Linie direkt entlang des oberen Wimpernkranzes, beginnend im inneren Augenwinkel.
Schritt 3:
Am äußeren Augenwinkel angekommen, ziehen Sie den Wing (den „Schwung“) gerade in Richtung Schläfen weiter – und zwar exakt über die Stelle hinweg, an der die Lidfalte nach unten hängt. Schritt 4: Setzen Sie nun am Ende dieses äußeren Wings an und ziehen Sie eine feine Verbindungslinie zurück zum Wimpernkranz, sodass eine kleine Einkerbung (die namensgebende Fledermausflügel-Lücke) über der Lidfalte entsteht.
Schritt 5: Wichtig: Füllen Sie diese Lücke in der Falte nicht aus.
Wenn das Auge geöffnet ist, spannt sich die Haut, und die Lücke schließt sich optisch zu einem perfekt geschwungenen, geraden Lidstrich, der von der Falte nicht verschluckt wird.
Alternative Looks: Tightlining und der Smudged Liner
Wer den präzisen grafischen Lidstrich scheut, findet in softeren Varianten hervorragende Alternativen, die den Blick sofort wacher und offener wirken lassen.
Tipp vom Profi: Das sogenannte Tightlining ist der absolute Geheimtipp bei Schlupflidern.
Hierbei wird ein wasserfester Kajalstift direkt in die obere Wasserlinie sowie in die Zwischenräume der Wimpernwurzeln getupft. Das Ergebnis sind optisch verdichtete Wimpern und eine ausdrucksstarke Umrahmung des Auges, ohne dass auch nur ein Millimeter des kostbaren beweglichen Lids verloren geht.
Alternativ dazu eignet sich der Smudged Liner.
Die perfekten Produkt-Wahl und unverzichtbare Hacks
Die Beschaffenheit Ihrer Schminkprodukte entscheidet maßgeblich darüber, ob der Look den Tag übersteht oder nach wenigen Stunden verschmiert.
Lidschatten-Primer als Fundament: Tragen Sie vor dem Eyeliner immer eine Eyeshadow-Base auf.
Sie verhindert, dass überschüssiger Hauttalg das Make-up auflöst. Wasserfeste Formeln:
Greifen Sie ausschließlich zu wasserfesten Flüssig-Eyelinern oder gelbasierten Stiften. Da Schlupflider bedingt durch die Reibung der Haut schneller zum Stempeln neigen, bieten wasserfeste Texturen den nötigen Halt. Der finale Feinschliff: Runden Sie Ihr Augen-Make-up stets mit einer kräftigen Schicht Mascara ab. Gut geschwungene und getuschte Wimpern öffnen den Blick zusätzlich und bilden das perfekte Gegengewicht zum Lidstrich.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten
Zu breite Linien ziehen: Ein dicker Eyeliner nimmt den gesamten Platz des beweglichen Lids ein und drückt das Auge optisch zu. Weniger ist hier definitiv mehr.
Bei geschlossenem Auge schminken:
Wer das Auge während des Ziehens geschlossen hält, verliert die Kontrolle darüber, wie der Strich im Alltag wirkt. Schimmernde Lidschatten in der Falte:
Glänzende Texturen betonen die Hautüberschüsse zusätzlich. Setzen Sie in der Lidfalte lieber auf matte Erdtöne, während helle, schimmernde Akzente im inneren Augenwinkel und unter der Augenbraue Wunder wirken.
Mit diesen gezielten Handgriffen und ein wenig Übung wird der Lidstrich bei Schlupflidern von einer Frustration zu einem echten Highlight Ihres individuellen Make-up-Stils.
Welche der vorgestellten Eyeliner-Techniken – den präzisen Batwing-Lidstrich oder das dezente Tightlining – würden Sie als Nächstes gerne einmal ausprobieren?
