Das erste Erbrechen – Panik oder normal?
Wenn’s losgeht, denkt man sofort: Oh nein, jetzt geht’s los. Ich erinnere mich an das erste Mal bei mir – mitten in der Nacht, um halb drei, nach einer vermeintlich harmlosen Döner-Runde mit Tom. (Ja, Tom, falls du das liest: Danke dafür.) Ich hab’s kaum bis ins Bad geschafft. Und dann dachte ich: Ist das jetzt schon der Anfang vom Ende? Bin ich vergiftet? Müssen wir ins Krankenhaus?
Mal ehrlich: Einmal erbrechen, das ist bei einer Magen-Darm-Infektion eigentlich total normal. Der Körper will das Zeug rauskriegen. Viren, Bakterien, irgendein übler Cocktail aus Lebensmitteln – egal. Das Erbrechen ist oft der Notausgang, den der Darm sich selbst baut.
Wie häufig ist zu häufig?
Aber dann kommt der zweite, dritte, vierte Wurf. Und plötzlich fragt man sich: Geht das jetzt ewig so weiter? Also, aus medizinischer Sicht – und das hat mir meine Tante Gisela mal erklärt, die seit 30 Jahren Krankenschwester ist – gilt: Bei Erwachsenen ist es nicht unüblich, dass man in den ersten 12 bis 24 Stunden mehrmals erbricht. Zwei- bis viermal, manchmal auch fünfmal. Klingt viel, aber solange du danach ruhig liegen kannst, kein Fieber hast und wenigstens etwas Flüssigkeit halten kannst, ist das noch im Rahmen.
Aber – und das ist wichtig – wenn es alle zehn Minuten losgeht, und du kannst nicht mal mehr Wasser bei dir behalten? Dann wird’s kritisch. Dein Körper dehydriert. Und das ist echt nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Was passiert im Körper?
Also, ganz kurz: Bei einer Magen-Darm-Grippe (die übrigens keine echte Grippe ist, sondern meist ein Norovirus oder so) reagiert der Darm mit heftiger Abwehr. Der Magen zieht sich zusammen, der Brechreiz kommt – und raus muss es. Das passiert über den Brechzentrum-Reflex im Gehirn. Klingt kompliziert, ist aber im Grunde: Der Körper schreit: „Raus mit dem Mist!“
Interessant ist, dass Kinder oft häufiger erbrechen als Erwachsene – aber dafür schneller wieder auf dem Damm sind. Ich hab’s bei meiner Nichte gesehen: Sie hat drei Mal in einer Stunde reingekotzt, hat geweint, war blass – und am nächsten Tag war sie schon wieder am Spielen. Ich? Brauchte fast eine Woche.
Wann zum Arzt?
Ganz ehrlich: Ich bin kein Arzt. Aber wenn du mehr als sechs Mal erbrichst, und das über einen Tag verteilt, und du kannst nichts bei dir behalten – kein Wasser, keinen Tee, nichts – dann ruf lieber an. Besonders wenn du Schwindel hast, kaum noch pinkelst, oder deine Lippen total trocken sind. Das sind klare Zeichen für Austrocknung.
Bei Babys und Kleinkindern übrigens noch viel früher. Ich hab das bei meinem Bruder miterlebt – seine Tochter war zwei, hatte Durchfall und Erbrechen, und nach nur zwei Mal zum Arzt. Weil Kinder so schnell austrocknen können. Und das ist dann echt gefährlich.
Was kannst du tun, außer rumliegen?
Erstmal: Ruhe. Echt. Ich weiß, du willst was tun, irgendwas organisieren, vielleicht sogar arbeiten. Aber nein. Liegen. Auf der Seite, wenn du kannst. Nicht auf dem Rücken – sonst riskierst du, was du wieder einsaugst. Eklig, aber wahr.
Und trinken – aber ganz klein. Ich meine wirklich: Ein Schluck alle zehn Minuten. Isotonische Lösungen, wenn du welche hast. Oder selbstgemachter Salz-Zucker-Tee: Eine Prise Salz, ein bisschen Zucker, lauwarm. Klingt komisch, wirkt aber. Mein Opa hat das immer gemacht, und der hat’s überlebt – auch ohne Internet und Amazon.
Und übrigens: Ingwer-Tee hilft manchen. Mir persönlich nicht so. Ich mag den Geschmack nicht. Aber meine Freundin Lena schwört drauf. Probiere es halt aus.
Und danach?
Wenn das Erbrechen nachlässt – also wenn du länger als vier Stunden nichts mehr hochgeholt hast – kannst du langsam was feste reintesten. Zuerst Zwieback. Oder trockenes Weißbrot. Nicht zu viel auf einmal. Ich hab’s mal mit einer Banane versucht – und prompt war sie wieder draußen. Mist.
Also Geduld. Das ist das Wichtigste. Die meisten Magen-Darm-Infekte sind nach zwei, drei Tagen vorbei. Aber sie fühlen sich an wie eine Ewigkeit.
Fazit: Wie oft ist normal?
Zusammengefasst: Bis zu vier- bis fünfmal in den ersten 24 Stunden – ja, das kommt vor. Sechs Mal und mehr, besonders wenn du nichts bei dir behältst – dann besser zum Arzt. Und vertrau deinem Bauchgefühl. Wenn du dich richtig scheiße fühlst – sorry, aber das Wort passt – dann sei nicht stur. Ruf jemanden.
Und vor allem: Wasch dir die Hände. Nach dem Toilettengang, vor dem Essen. Noroviren sind brutal ansteckend. Ich hab’s an Tom weitergegeben. Und der an seine Kollegin. Und die an ihre Oma. Also: Hände sauber halten. Echt.
Hast du auch schon mal so ’ne Runde gehabt? Ich meine, so richtig heftig? Schreib mal, wie oft du es geschafft hast. Ich glaube, mein Rekord waren fünf Mal – und das reicht mir für dieses Jahr.
