Wer sind die Gegner in der deutschen Vorrundengruppe A wirklich?
Wenn man sich die Zusammensetzung anschaut, merkt man schnell, dass die DHB-Jungs direkt ans Limit gehen müssen. Frankreich, das ist natürlich der Elefant im Raum. Die Olympiasieger, Weltmeister, einfach immer da, wenn es um Gold geht. Gegen sie zu spielen, ist immer ein Gradmesser, aber auch eine psychologische Herausforderung, besonders im ersten Turnierspiel, auch wenn es erst später kommt. Ich denke, da muss man realistisch sein: Ein Punkt wäre schon ein Riesenerfolg.
Dann haben wir die Schweiz. Ein Nachbar, der immer für eine Überraschung gut ist und vor allem in der heimischen Arena mit viel Druck umgehen muss. Ich habe das Gefühl, die Eidgenossen werden hochmotiviert sein, gerade weil sie wissen, dass sie gegen Deutschland eine Chance sehen, vielleicht den entscheidenden Sieg für das Weiterkommen zu holen. Das ist so ein Spiel, das man nicht verlieren darf, wenn man Ambitionen hat.
Nordmazedonien ist für mich die große Unbekannte, die man aber auf keinen Fall unterschätzen darf. Handball ist schnelllebig, und solche Teams, die vielleicht nicht die riesigen Namen haben, können durch pure Energie und Kampfgeist Spiele drehen. Das sind oft die Partien, in denen die Favoriten stolpern, weil sie vielleicht gedanklich schon beim nächsten großen Namen sind. Das ist der Knackpunkt, den Gislason und sein Team meistern müssen.
Warum die Heimkulisse in Düsseldorf entscheidend sein könnte
Dass wir in der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf eröffnen, ist natürlich ein Segen und gleichzeitig Fluch zugleich. 50.000 Zuschauer – das ist eine Wahnsinns-Kulisse für den Auftakt gegen die Schweiz. Dieser Lärmpegel, diese Unterstützung, das kann die Mannschaft tragen, wenn die Nerven blank liegen. Ich habe das Gefühl, gerade bei so einem Heimturnier ist der 7. Feldspieler nicht nur eine Floskel, sondern echt notwendig, um die anfängliche Nervosität abzulegen.
Allerdings, und das ist meine subjektive Beobachtung, kann diese Erwartungshaltung auch lähmen. Wenn das erste Spiel nicht perfekt läuft, wenn die Abstimmung noch nicht sitzt, dann kann das Publikum schnell ungeduldig werden. Es ist eine Gratwanderung für die Spieler, diese Energie aufzunehmen, ohne sich von dem Druck, der auf den Gastgebern lastet, erdrücken zu lassen. Ich hoffe, sie haben das im Griff, denn in der Gruppenphase zählt jeder Punkt doppelt.
Der Druck des Titelverteidigers: Wie geht Deutschland mit der Favoritenrolle um?
Obwohl Frankreich der Favorit ist, wird Deutschland von vielen Medien und Fans als Mitfavorit gehandelt, allein wegen des Heimvorteils und der letzten Erfolge. Das ist eine Rolle, die sie nicht gewohnt sind, wenn sie nicht gerade Weltmeisterschaft spielen. Ich finde, diese Rolle kann beflügeln, wenn man sie annimmt, aber sie kann auch zu verkrampften Abschlüssen führen, wenn man zu viel nachdenkt.
Der Weg durch die Vorrunde: Was muss Deutschland schaffen?
Die EHF EURO 2024 ist so gestrickt, dass die besten Zwei jeder Gruppe in die Hauptrunde kommen, wo dann die Punkte mitgenommen werden. In unserer Gruppe A bedeutet das: Man muss mindestens Zweiter werden. Das ist das nackte, harte Ziel. Wenn wir ehrlich sind, bedeutet das fast zwingend, dass wir gegen die Schweiz und Nordmazedonien gewinnen müssen.
Sollte es zu einem Punktgleichstand kommen, sind die direkten Vergleiche entscheidend, was die Brisanz der einzelnen Spiele noch einmal erhöht. Es gibt keine einfachen Spiele, in denen man rotieren könnte, um Kräfte für später zu sparen. Nein, hier muss von Beginn an die volle Leistung abgerufen werden. Ich erinnere mich noch an frühere Turniere, wo ein einziger Punktverlust in der Vorrunde am Ende den Weg ins Finale versperrt hat. Das ist das Schicksal, das wir vermeiden wollen.
Ein häufiger Fehler, den Fans und Team vermeiden müssen
Was ich bei großen Turnieren immer wieder beobachte, ist die Tendenz, sich zu früh auf einen Gegner festzulegen. Man redet nur über Frankreich, weil sie die stärksten sind, und vergisst dabei, dass das zweite Spiel gegen Nordmazedonien vielleicht das wichtigste wird, um die nötige Selbstsicherheit aufzubauen. Das ist meiner Meinung nach der größte mentale Stolperstein: die Konzentration auf das Hier und Jetzt zu halten.
Man muss jeden Gegner mit dem gleichen Respekt behandeln. Ein Handballspiel dauert 60 Minuten, und in diesen 60 Minuten kann alles passieren, besonders wenn die Körperspannung nachlässt oder die Wurfquoten plötzlich absinken. Das ist die Lektion, die das Team hoffentlich verinnerlicht hat: Keine Nachlässigkeiten, keine unnötigen Hinausstellungen, denn die Fehlzeiten der Leistungsträger kann man sich in dieser engen Gruppe kaum leisten.
Fazit: Optimistisch, aber realistisch in die Gruppenphase
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Deutschland mit der Gruppe A bei der Handball EM 2024 eine knackige Herausforderung bekommen hat. Wir starten gegen machbare, aber ehrgeizige Gegner und haben dann den Brocken Frankreich vor der Brust. Die Ausgangslage ist klar: Die ersten beiden Plätze sind das absolute Minimum, um überhaupt von einer erfolgreichen EM sprechen zu können.
Ich bin guter Dinge, dass die Mannschaft unter der Führung von Alfred Gislason diese Hürden nehmen wird. Es wird holprig, es wird hitzig, aber wenn die Halle bebt und die Abwehr steht, dann kann das DHB-Team jeden schlagen. Wir müssen einfach hoffen, dass der Start gelingt und die Nerven halten, wenn es gegen die Weltspitze geht. Ich persönlich freue mich riesig auf diesen Auftakt in Düsseldorf!

