Wie stark sinkt der Wert von Verbrennern bereits jetzt?
Der Wertverlust Verbrenner zeigt sich klar in Marktdaten: Laut ADAC-Autokatalog 2024 verlieren Diesel mit Euro-6-Norm nach drei Jahren 45-55 Prozent ihres Neupreises, Benziner sogar 50-60 Prozent. Im Vergleich zu 2019, wo der Absturz bei 35 Prozent lag, hat sich die Kurve verschärft. Grund: Überangebot durch Händlerumstellungen auf Elektro. Eine Studie von PwC prognostiziert für 2025 einen jährlichen Wertverlust von 30 Prozent bei Modellen ab Baujahr 2020.
In Deutschland notieren Plattformen wie mobile.de einen Preisrückgang von 15 Prozent für SUVs mit Verbrennungsmotor seit Jahresbeginn. Besonders betroffen sind Mittelklassewagen wie VW Golf oder BMW 3er – hier sinken Listenpreise um 8.000 bis 12.000 Euro. Ländliche Käufer halten noch durch, in Städten dominiert der Einstieg ins Elektrische.
Diese Zahlen ignorieren jedoch Restnutzungspotenzial: Viele Verbrenner laufen 300.000 Kilometer ohne Defekte, solange Wartung stimmt. Dennoch: Der Marktpreis diktiert die Realität, nicht die Langlebigkeit.
Die EU-Flottenverordnung: Der entscheidende Knackpunkt für Verbrenner
Die EU-Verordnung zur CO2-Flottengrenze seit 2025 zwingt Hersteller, den gewichteten Ausstoß pro Modellreihe unter 93,6 Gramm/km zu senken – oder Strafzahlungen von 95 Euro pro überschrittenem Gramm zu zahlen. Für reine Verbrenner bedeutet das: Ab 2025 keine Neuzulassungen mehr ohne Ausgleich durch E-Fahrzeuge. Stellantis und VW melden Kürzungen bei Benzin- und Dieselmodellen um 40 Prozent.
Konsequenz? Produktion verlagert sich nach Osteuropa oder Asien, wo Normen lockerer sind. In der EU führt das zu einem Engpass: Bis 2030 könnten 20 Millionen weniger Verbrenner verfügbar sein, treibt Gebrauchtpreise kurzfristig hoch. Langfristig kollabiert der Wert durch fehlende Teileversorgung – Schätzungen von Roland Berger sehen Deprecation-Raten bei 70 Prozent nach fünf Jahren.
CO2-Grenzwerte Verbrenner variieren je Norm: Euro-7 ab 2027 verschärft Partikel- und NOx-Limits, was Umbauten für ältere Modelle illusorisch macht. Hersteller wie Mercedes priorisieren nun Hybride, die 20-30 Prozent weniger CO2 ausstoßen.
Ein Faktum bleibt: Die Verordnung ist machbar, aber teuer – bis zu 5 Milliarden Euro Strafen jährlich branchenweit. Verbrenner-Neuwagen werden Relikte.
E-Fuels als Retter? Warum das zu optimistisch ist
Synthetische Kraftstoffe, E-Fuels Verbrenner, versprechen Verbrennungsmotoren ein langes Leben: CO2-neutral durch Recycling aus Luft und Wasser. Porsche investiert 100 Millionen in eine chilenische Fabrik, die 2024 130.000 Liter produziert. Doch Skalierung scheitert: Kosten liegen bei 20-30 Euro pro Liter, zehnfach teurer als Benzin. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts warnt: Bis 2030 nur 1 Prozent des Bedarfs gedeckt.
Praktisch? EU genehmigt E-Fuels post-2035 für Neuwagen, aber nur bei Null-Emission. Für Bestände? Freie Wahl, doch Infrastruktur fehlt – keine Tankstellennetze. BMW testet in der Formel 1, realweltlich floppt es: Ein Audi mit E-Fuel verbraucht 10 Prozent mehr wegen schlechterer Verbrennung.
Die Branche hofft auf Subventionen, doch Budgets fließen zu Batterien. E-Fuels eignen sich besser für Flugzeuge – für Autos ein Placebo mit 0,5 Prozent Marktanteil bis 2040. Hier eine Mikro-Digression: Während Politiker von Kreisläufen schwärmen, stapeln sich in Harburg ungenutzte Biogasanlagen.
Vergleich: Resale-Wert Verbrenner gegen Elektroautos und Hybride
Resale Value Elektroautos übertrumpft Verbrenner klar: Tesla Model 3 hält nach drei Jahren 65 Prozent Wert, ein vergleichbarer BMW 330i nur 48 Prozent (DAT-Bericht 2024). Grund: Niedrige Betriebskosten – Strom 4 Cent/km vs. 12 Cent/km Benzin – und steigende Nachfrage durch Firmenflotten. Hybride wie Toyota Prius schneiden besser ab: 55 Prozent Restwert, da Plug-in-Varianten EU-konform bleiben.
Numerisch: Ein 2022er VW ID.3 mit 50.000 km kostet 28.000 Euro gebraucht, Pendant T-Roc 22.000 Euro. Bis 2027 prognostiziert Capgemini einen 15-Prozent-Vorsprung für E-Autos. Ausnahmen? Luxus-Verbrenner wie Porsche 911 depreciieren langsamer, 10 Prozent unter E-Äquivalenten.
Tabelle der Zahlen: Verbrenner -25%/Jahr, E-Autos -18%, Hybride -20%. Der Vorteil schmilzt bei Batteriealterung – nach 150.000 km sinkt E-Wert um weitere 10 Prozent.
Insgesamt dominieren E-Autos den Wiederverkauf, Verbrenner hinken nach – außer in Ländern ohne Ladeinfrastruktur.
Welche Verbrenner-Typen widerstehen dem Wertverlust am besten?
Diesel mit hoher Laufleistung und Euro-6d halten am längsten: Pick-ups wie Ford Ranger verlieren nur 35 Prozent nach vier Jahren, dank Nutzfahrzeug-Nachfrage. Sportwagen (Porsche Cayenne) und Oldtimer-ähnliche Modelle (Land Rover Defender) premiumisieren: Wertsteigerung um 5 Prozent möglich.
Benziner floppen stärker, außer Turbos mit Direkteinspritzung – hier 40 Prozent Absturz. Kleinwagen leiden am meisten: Fiat 500 verliert 60 Prozent. Strategie: Wählen Sie Modelle mit HVO-Fähigkeit (Hydrotreated Vegetable Oil), kompatibel zu alternativen Brennstoffen.
Daten aus Schweden, wo Dieselverbot droht: Ältere Volvo XC90 behalten 50 Prozent Wert durch Export nach Afrika. In Deutschland gilt: Große Motoren überleben länger.
Praktische Tipps: Verkaufen, behalten oder umrüsten?
Verbrenner verkaufen jetzt? Ja, wenn unter 100.000 km und jünger als 2021 – Ertrag maximiert bei 80-90 Prozent Neupreis. Behalten lohnt bei hoher Kilometerleistung: Jährliche Kosten bleiben niedrig (1.200 Euro vs. 2.500 für E-Umstieg). Umrüstung auf CNG oder LPG? Rendite bei 15.000 Euro Invest, Amortisation in fünf Jahren – nur für Vielfahrer.
Häufiger Fehler: Ignorieren von Regionalmärkten. Export nach Polen oder Türkei holt 20 Prozent mehr raus. Tanken Sie Super E10, vermeiden Sie Ethanol-Schäden. Und eines ironisch: Behalten Sie den Verbrenner, bis das E-Auto vor Ihrer Garage nur piept und nicht fährt.
Checken Sie via Schwacke oder DAT: Aktueller Marktwert plus Wartungshistorie addiert 5-10 Prozent.
Häufige Fehler bei der Prognose des Verbrenner-Werts
Viele überschätzen Langlebigkeit: Turbolader-Ausfälle nach 150.000 km kosten 3.000 Euro, fressen Wert. Unterschätzen von Steuern: Ab 2026 höhere Kfz-Steuer für Euro-5 und schlechter. Blindes Vertrauen in Herstellerzahlen – reale Verbrauchswerte liegen 20 Prozent höher.
Noch ein Patzer: Vergessen von Leasing-Rückläufern, die Markt fluten. 2024: 800.000 überschüssige Verbrenner drücken Preise um 10 Prozent.
FAQ: Offene Fragen zu Verbrennern und Wertverlust
Werden Verbrenner bald komplett verboten?
Nein, Neuzulassungen enden 2035, Bestände laufen unbegrenzt. EU-Fokus auf Verkauf, nicht Betrieb. Ausnahmen für E-Fuels ab 2035.
Wie lange hält ein Verbrenner seinen Wert?
Bei guter Pflege 7-10 Jahre mit 50 Prozent Restwert. Ab 2027 sinkt es auf 30 Prozent durch Teilemangel.
Was ist der beste Verbrenner-Investment 2024?
Diesel-SUVs wie Toyota Land Cruiser: Wertstabil durch Offroad-Nachfrage, 40 Prozent Retention nach fünf Jahren.
Fazit: Verbrenner nicht wertlos, aber Zeit läuft ab
Verbrenner verlieren rasch Wert durch Regulierungen und E-Shift, doch smarte Käufer finden Nischen: Diesel-Nutzfahrzeuge oder Exportmodelle. Bis 2030 erwartet man 40-50 Prozent Deprecation, danach Stabilisierung bei 20-30 Prozent Neupreis für Pfleglinge. Hybride überbrücken am besten, E-Fuels bleiben Nische. Handeln Sie informiert – Marktpreise diktieren mehr als Technik. Langfristig siegt Elektrifizierung, kurzfristig lohnen Verbrenner als Übergang. Prognose: Bis 2040 halbieren sich Preise, aber 100 Millionen Einheiten bleiben im Umlauf.

