Eigennamen und Akronyme: Die Unantastbaren
Ich denke, das ist der einfachste Fall, aber er sorgt trotzdem für Kopfzerbrechen bei vielen Leuten. Eigennamen, also Namen von Personen, Orten oder Marken, behandelt man im Deutschen fast immer wie eine Einheit. Wenn Sie also „Müller“ am Zeilenende haben, dann ziehen Sie das ganze Wort in die nächste Zeile, anstatt es als Mül-ler zu trennen. Das fühlt sich einfach falsch an, oder? Es ist eine Frage des Respekts vor der Benennung, so würde ich das sehen.
Bei Akronymen und Initialzügen sieht es ähnlich aus. Denken Sie an „CDU“ oder „NATO“. Würden Sie das als C-DU oder NA-TO trennen? Nein, das sieht nicht nur unprofessionell aus, es verstößt auch gegen die gängige Praxis. Ich habe oft gesehen, dass Leute versuchen, Abkürzungen mit Punkten zu trennen, also z.B. „z. B.“, aber selbst hier ist die Trennung *innerhalb* der Abkürzung selbst tabu. Wenn „z. B.“ am Zeilenende steht, muss der ganze Block mitwandern, es sei denn, der Punkt selbst erlaubt eine Trennung, aber das ist ein Spezialfall, den ich hier mal außen vor lassen will, weil er zu sehr ins Detail geht.
Wann sind Eigennamen Ausnahmen?
Es gibt da diesen kleinen, aber feinen Unterschied, wenn der Eigenname selbst ein zusammengesetztes Wort ist, das man theoretisch trennen könnte. Nehmen wir „Schwarzwald“. Wenn der Platz sehr eng ist, könnte man theoretisch „Schwarz-wald“ trennen, weil es sich um zwei klar erkennbare Bestandteile handelt, die nicht untrennbar mit dem Eigennamen verbunden sind wie etwa bei „Berlin-Mitte“. Aber ich persönlich rate davon ab. Wenn ich schreibe, vermeide ich das, um keine unnötigen Fragen aufzuwerfen. Es ist sicherer, den Platz zu lassen.
Wenn die Trennung den Sinn verfälscht – Das Verständnisproblem
Das ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt, den viele beim schnellen Trennen ignorieren. Es geht nicht nur um Silben; es geht darum, dass der Leser das Wort sofort als das erkennt, was es ist. Wenn Sie ein Wort so trennen, dass die beiden Hälften isoliert betrachtet keinen Sinn ergeben oder schlimmer noch, einen falschen Sinn ergeben, dann lassen Sie es lieber.
Nehmen wir das Wort „Ur-Aufführung“. Wenn Sie es als „Ur-Auf-führung“ trennen, mag das silbenmäßig theoretisch funktionieren, aber es ist stilistisch sehr holprig. Viel schlimmer wird es bei Wörtern, bei denen die Trennung die Bedeutung verschleiert. Ich habe mal einen Text gesehen, wo „Unterschied“ als „Unter-schied“ getrennt wurde. Nun, „Schied“ ist kein eigenständiges Wort, das man im Kontext des Vergleichs verwenden würde. Das ist ein klares No-Go. Die Regel hier ist: Wenn die Bestandteile nach der Trennung nicht als erkennbare, sinnstiftende Einheiten im Kontext stehen, trennen Sie nicht.
Der Faktor Lesegeschwindigkeit und Kognitive Last
Warum ist das so wichtig? Weil wir beim Lesen nicht jedes Wort einzeln dekodieren. Wir erkennen Wortbilder. Ein unerwarteter Trennstrich reißt uns aus diesem Fluss. Ich habe festgestellt, dass ich Texte, die schlecht getrennt sind, viel langsamer lese, weil mein Gehirn jedes Mal kurz innehalten muss, um die beiden Teile wieder zusammenzusetzen und zu prüfen, ob das überhaupt ein echtes Wort war. Das kostet unnötig kognitive Energie, und das wollen wir beim SEO-Text vermeiden, wo die Verweildauer zählt.
Die Sache mit den Dehnungszeichen und Sonderzeichen
Hier wird es richtig technisch, und ich gebe zu, das sind die Regeln, die ich auch selbst am häufigsten nachschlage. Es gibt bestimmte Zeichen, die man niemals durch einen Trennstrich unterbrechen darf. Das prominenteste Beispiel sind die Dehnungszeichen, also das Dehnungs-h oder das Dehnungs-u.
Beispiel: „geh-en“ ist erlaubt, aber „ge-hen“ ist falsch, weil das „h“ hier nur die Dehnung anzeigt und keine eigene Silbe bildet. Ebenso verhält es sich mit dem Dehnungs-u in Wörtern wie „Fußball“. Sie dürfen niemals „Fußb-all“ schreiben, selbst wenn es silbenrein wäre. Das „ß“ ist ein weiterer Kandidat. Das „ß“ (Eszett) darf niemals getrennt werden. Es muss immer komplett in der Zeile bleiben. Wenn Sie also „Maßnahme“ haben, trennen Sie es als „Maß-nahme“ und niemals als „Ma-ßnahme“. Das ist eine Regel, die mir persönlich immer sehr wichtig war, weil sie so klar formuliert ist.
Was ist mit Bindestrichen in Zusammensetzungen?
Wenn ein Wort bereits einen Bindestrich enthält, etwa bei „Staat-zu-Staat-Beziehungen“, dann trennen Sie nicht *hinter* dem Bindestrich, um das Wort weiter aufzuteilen. Der Bindestrich selbst fungiert an dieser Stelle bereits als Trennzeichen und sollte nicht noch einmal durch einen Zeilenumbruch ergänzt werden. Ich habe das Gefühl, dass viele Redakteure hier unsicher sind und dann unnötige zusätzliche Trennstriche setzen, was den Text unleserlich macht.
Was der Duden wirklich zu Zusammengesetzten Wörtern sagt
Im Deutschen leben wir von unseren Komposita, nicht wahr? Wörter wie „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän“ sind legendär. Die gute Nachricht ist: Diese riesigen Brocken dürfen Sie fast immer trennen, solange Sie die Standardregeln einhalten (kein Trennstrich am Anfang oder Ende einer Silbe, keine Trennung von Dehnungszeichen). Die schlechte Nachricht, die ich oft bemerke: Viele Leute trennen sie an unzulässigen Stellen, weil sie die Bestandteile nicht klar erkennen.
Der Trick, den ich anwende, ist, das Wort gedanklich in seine einzelnen, sinnhaften Komponenten zu zerlegen: Donaudampf-schiff-fahrts-gesellschaft-skapitän. Sie trennen idealerweise an den kleinsten sinnvollen Einheiten. Aber Achtung: Das gilt nicht, wenn die Verbindung so fest ist, dass der erste Teil alleine keinen Sinn ergibt oder wenn es sich um einen Begriff handelt, der historisch gewachsen ist und dessen Trennung die Etymologie stören würde. Aber ganz pragmatisch gesprochen: Bei langen Komposita ist die Trennung meistens erlaubt, solange Sie nicht mitten in einem Kernbestandteil wie „Dampf“ oder „Schiff“ trennen.
Praktische Fehler, die ich immer wieder sehe
Ich muss gestehen, ich bin da manchmal ein bisschen pingelig, aber gerade bei der Online-Präsenz fallen mir diese Fehler sofort auf. Der häufigste Fehler, den ich sehe, hat mit der Trennung von Vorsilben zu tun. Wenn ein Wort mit einer Vorsilbe beginnt, die alleine keinen Sinn ergibt – wie „be-“ oder „ver-“ – dann trennen Sie nicht direkt nach dieser Vorsilbe, wenn das Wort ansonsten eine klare Silbentrennung zuließe.
Nehmen wir „Verständnis“. Sie könnten es als „Ver-ständnis“ trennen. Das ist zwar silbenrein, aber ich finde, es ist stilistisch besser, es als „Verständ-nis“ zu trennen, wenn es sein muss. Oftmals ist die Trennung nach der Vorsilbe unnötig, weil das Wort nicht so lang ist, dass es unbedingt getrennt werden müsste. Wenn es sich um eine Vorsilbe handelt, die selbst ein vollständiges Wort sein könnte (wie „Ur-“ oder „Mit-“), dann ist die Trennung meist unproblematisch, aber das muss man im Einzelfall prüfen. Ich neige dazu, es zu vermeiden, wenn das Wort nicht extrem lang ist.
Kurze Wörter – Gibt es eine Mindestlänge?
Das ist eine Frage, die oft aufkommt, wenn man Texte formatiert. Wenn ein Wort nur aus zwei oder drei Buchstaben besteht, wie „am“ oder „ist“, dann trennt man es natürlich nicht. Es gibt keine offizielle, starre Regel, die sagt: „Ab fünf Buchstaben ist die Trennung erlaubt“, aber es ist eine implizite Konvention. Ich persönlich trenne keine Wörter, die weniger als vier Buchstaben haben, es sei denn, es ist absolut unausweichlich, weil der Zeilenumbruch sonst katastrophal aussieht. Bei Kürze leidet die Übersichtlichkeit zu stark, und das ist es nicht wert.
Fazit: Wann ich lieber auf die Trennung verzichte
Letztendlich, und das ist meine persönliche Zusammenfassung nach vielen Jahren des Schreibens, ist die Vermeidung der Trennung oft die bessere Wahl, wenn Sie sich unsicher sind. Es ist besser, ein Wort in die nächste Zeile zu nehmen, als es falsch zu trennen und damit den Leser zu irritieren oder gegen die korrekte deutsche Orthografie zu verstoßen. Merken Sie sich die Unantastbaren: Eigennamen, Akronyme und alles, was ein „ß“ enthält. Bei allen anderen Fällen gilt: Wenn die künstliche Trennung den Lesefluss stört oder den Sinn verfälscht, dann lassen Sie den Trennstrich weg. Das macht Ihren Text professioneller und glaubwürdiger, auch wenn Sie dafür eine Zeile mehr Platz brauchen.

