Warum werden Best Age Models überhaupt gebucht?
Stellen Sie sich vor, Sie suchen eine Zahnpasta für sensible Zähne. Werbt eine 20-Jährige mit strahlend weißem Lächeln, fühlt sich das manchmal unecht an. Ein Best Age Model mit natürlichen Zähnen? Plötzlich wirkt die Botschaft glaubwürdig. Studien zeigen, dass Werbung mit „realen“ Menschen bis zu 30% mehr Klicks bekommt. Nicht umsonst investieren Marken wie Edeka oder Siemens stark in diese Zielgruppe. Übrigens: In Deutschland gibt es seit 2019 sogar eine eigene Agentur, die sich ausschließlich auf Models über 50 spezialisiert hat.
Wie sieht der Alltag eines Best Age Models aus?
Ich habe letztes Jahr mit einer 42-jährigen Modelunternehmerin gesprochen. Morgens fährt sie mit dem Fahrrad zum Casting, mittags posiert sie für einen Onlineshop, abends gibt sie Workshops für Nachwuchsmodels. „Es ist kein 9-to-5-Job“, sagte sie. „Manchmal wartest du tagelang auf einen Auftrag, manchmal hasteen drei Jobs an einem Tag.“ Die Bezahlung schwankt stark: Für ein lokales Shooting bekommt man leicht 200–500 Euro, bei internationalen Kampagnen geht’s bis zu fünfstelligen Beträgen. Aber Achtung: Die meisten arbeiten nebenbei, um Kasse zu machen.
Tipp: Wer neu einsteigt, sollte mit lokalen Aufträgen beginnen. So baue ich mir langsam ein Portfolio auf, ohne zu viel Druck. Wenn ich ehrlich bin, habe ich am Anfang unterschätzt, wie wichtig das richtige Licht beim Shooting ist – gerade für Personen mit sichtbaren Spuren des Lebens.
Die typischen Fehler, die Anfänger machen
Vor zwei Jahren habe ich einen alten Bekannten getroffen, der sich als Best Age Model versuchen wollte. Was hat er falsch gemacht? Erstens: Er hat sich bei drei Agenturen gleichzeitig angemeldet – Chaos pur. Zweitens: Seine Bewerbungsfotos waren schlichtweg zu „jung“ gestylt. „Ich wollte dynamisch wirken“, erklärte er mir später. Doch genau das ist der Haken: Kunden wollen keine angemalten 60-Jährigen, sondern jemanden, der zu seiner Lebenerfahrung steht. Dritter Fehler: Er hat pauschal alle Agenturen mit denselben Fotos kontaktiert. Dabei muss man sich je nach Nische – Mode, Medizinprodukte, Reisen – anders präsentieren.
Alternativen, wenn man nicht im Rampenlicht stehen will
Stellen Sie sich vor: Sie lieben die Kamera, aber der Gedanke an Shootings mit fremden Menschen macht Ihnen Bauchweh. Kein Problem. Ich kenne eine 54-Jährige, die als „Best Age Beraterin“ für Werbeagenturen arbeitet. Sie analysiert Zielgruppen, schlägt Casting-Strategien vor oder coachet junge Fotografen. Oder man denkt an Testimonials – also Kundenstimmen in Videos. Letztes Jahr hat eine Bekannte für einen Streaminganbieter gesprochen, ohne im Bild zu sein. „Ich musste nur meine echte Geschichte erzählen, wie ich Streaming in der Pflege nutze“, sagte sie. So bleibt man im Geschäft, ohne sich unwohl zu fühlen.
Woran erkennt man ein professionelles Best Age Model?
Ich frage mich oft: Warum buchen Kunden manche Models immer wieder? Letzte Woche sah ich ein Interview mit einem 65-jährigen Model, das seit zehn Jahren erfolgreich ist. Seine Geheimnisse? Erstens: Er bringt eigene Ideen ein – nicht nur „Waschen-Können-Mir“-Posen. Zweitens: Er hat ein digitales Portfolio, das man per QR-Code abrufen kann. Drittens: Er kann innerhalb einer Stunde zum Shooting anreisen, weil er flexibel wohnt. Und dann gibt es noch die Sache mit der Körperhaltung – nicht starr, aber auch nicht zu lässig. Eher so, als ob man gerade einen interessanten Gedanken hat.
By the way: Professionelle Models wissen, wann sie Nein sagen müssen. Eine Bekannte lehnte kürzlich ein Angebot ab, weil es zu sehr in die „Omi-Falle“ rutschte. „Es wäre gut bezahlt gewesen, aber mein Image hätte gelitten“, sagt sie. Das ist der Unterschied zwischen Hobby und Beruf.
Die Zukunft des Best Age Modeling
2023 hat mich überrascht: Erstmals gibt es in Berlin einen Festival für Ageless Creatives. Jung und Alt arbeiten zusammen an Projekten. Eine Künstlerin, die ich dort traf, kombiniert Graffiti mit Portraits von Best Age Models. „Zeitgenössische Kunst braucht Vielfalt“, betonte sie. Mich beeindruckte, wie die jungen Helfer von der Altersgruppe lernten – und umgekehrt. Das zeigt: Es geht nicht um „ältere“ oder „jüngere“ Models, sondern um Menschlichkeit. So könnte die Branche in fünf Jahren aussehen: weniger Kategorien, mehr Persönlichkeit.
Was bleibt? Die Nachfrage nach Authentizität wächst. Als ich letzte Woche mit einer Agenturchefin sprach, sagte sie: „Wir suchen nicht nach Altersgrenzen, sondern nach Geschichten, die man in den Gesichtern liest.“ Vielleicht ist das der wahre Kern von Best Age Modeling – nicht das Alter an sich, sondern die Fähigkeit, mit dem, was man ist, etwas zu bewegen. Und das, finde ich, ist etwas, das sich kein Algorithmus ausdenken kann.

