Der Name, den kaum jemand kennt: Pringle's Newfangled Potato Chips
Als Pringles 1968 auf den Markt kamen, war die Idee dahinter revolutionär, und das sollte der Name wohl widerspiegeln. Man wollte betonen, dass dies eben keine gewöhnlichen Kartoffelchips waren, die man in Tüten fand und die ständig zerbrachen. Die Erfinder, hauptsächlich Fredric Baur, wollten etwas Neues, etwas "Newfangled", wie es im Englischen so schön heißt – also neumodisch, innovativ. Und dann das Apostroph, das Pringle's, was suggerierte, es käme von einer Person namens Pringle.
Ich finde, dieses Detail mit dem Apostroph ist faszinierend, weil es zeigt, wie sehr sich Marketingstrategien gewandelt haben. Heute wollen Marken oft anonym und universell klingen, aber damals versuchte man, eine gewisse persönliche Note hineinzubringen, selbst wenn es um ein industriell gefertigtes Produkt aus dehydrierten Kartoffelflocken ging.
Die frühe Verpackung, diese ikonische Dose, war ja schon ein Statement an sich. Wenn man dann aber einen Namen wie Pringle's Newfangled Potato Chips auf diesen Zylinder drucken musste, da frage ich mich, ob die Verkaufszahlen deswegen anfangs nicht so explodiert sind, wie erhofft. Es war einfach zu lang, zu kompliziert für den schnellen Einkauf im Supermarkt.
Die Marketing-Odyssee: Von 'Newfangled' zu kurz und knackig
Es ist ja kein Geheimnis, dass der Name nicht sofort einschlug. Pringles wurden zunächst nur in einigen Testmärkten verkauft, und ich glaube fest daran, dass der sperrige Name ein Teil des Problems war. Die Konsumenten wussten nicht, was sie da eigentlich in der Hand hielten. Waren es Chips? Waren es Cracker? Die Bezeichnung "Potato Chips" war irreführend, weil die Herstellung so anders war.
So um das Jahr 1975 herum, wenn ich mich recht erinnere, begann die große Umstrukturierung. Der Prozess war schleichend, aber notwendig. Man entfernte das "Newfangled" und, was vielleicht noch wichtiger war, man entfernte das Apostroph. Aus Pringle's wurde einfach Pringles. Ein kleiner Strich, aber eine riesige Wirkung auf die Wahrnehmung.
Meiner Meinung nach war das der Wendepunkt. Es machte die Marke zugänglicher, internationaler und vor allem: einfacher zu merken. Es war die Erkenntnis, dass das Produkt selbst – die Stapelbarkeit, die Konsistenz – der eigentliche Star war, nicht eine komplizierte Namensgebung, die die Herkunft erklären sollte.
Was ist eigentlich mit der Kartoffel? Die Namens-Verwirrung erklärt
Ein häufiger Stolperstein, der oft mit dem Namen zusammenhängt, ist die Frage, ob Pringles überhaupt Kartoffelchips sind. Das ist ein wichtiger Punkt, den die frühe Vermarktung vielleicht nicht klar genug kommuniziert hat. Weil der Name so lang war und die Form so anders, dachten viele Leute, es sei vielleicht ein Käse-Snack oder etwas ganz anderes.
Tatsächlich bestehen Pringles, wie wir sie kennen, zu einem erheblichen Teil aus dehydriertem Kartoffelgranulat, gemischt mit Stärke und anderen Zutaten, um diese perfekte, einheitliche Sattelform zu erhalten. Das war der Grund, warum man damals unbedingt "Potato Chips" im Namen hatte – um die Assoziation mit der echten Kartoffel herzustellen, auch wenn die Verarbeitung eben nicht traditionell war. Ich denke, das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass der Produktname die Erwartungshaltung des Kunden nicht enttäuscht.
Warum das Branding heute so stark ist – eine Lektion aus der Vergangenheit
Wenn ich heute die verschiedenen Geschmacksrichtungen sehe, von Sour Cream & Onion bis hin zu den schärferen Varianten, denke ich immer daran, wie viel Arbeit dahintersteckte, diesen Namen zu festigen. Die heutige Marke Pringles steht für Präzision und diesen unverkennbaren Stapel-Effekt. Das ist ein riesiger Unterschied zu den Anfängen.
Ich habe beobachtet, dass Marken, die sich trauen, ihre Identität zu straffen, meistens langfristig gewinnen. Die Reduktion von Pringle's Newfangled Potato Chips auf das phonetisch einfache Pringles war nicht nur eine kosmetische Änderung, es war eine strategische Entscheidung, die den Weg für die globale Expansion ebnete. Es ist eine Lektion darin, dass weniger oft mehr ist, besonders wenn man eine ganze Produktkategorie neu erfinden will.
Alternative Snack-Namen, die es fast geschafft hätten (Meine Spekulation)
Manchmal frage ich mich, welche anderen Namen die Marketingabteilung damals diskutiert hat. Vielleicht etwas wie "Stackers" oder "Uniform Crisps"? Man weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass es einige wirklich schlechte Vorschläge gab, die wir heute zum Glück nicht mehr hören müssen. Die Geschichte zeigt, dass der Name, der sich durchsetzt, oft derjenige ist, der am wenigsten Widerstand erzeugt.
Wenn man sich ansieht, wie andere amerikanische Marken in den 70ern benannt wurden, war die Tendenz oft zu sehr deskriptiv. Pringles hat es geschafft, deskriptiv (durch die Assoziation mit Chips) und gleichzeitig abstrakt genug zu sein, um später international zu funktionieren, ohne dass die Übersetzung holprig wird. Das ist, finde ich, ein echtes Meisterstück der Markenführung, auch wenn es erst über Umwege erreicht wurde.
Fazit: Vom Zungenbrecher zum globalen Phänomen
Zusammenfassend lässt sich also sagen: Der Weg von Pringle's Newfangled Potato Chips zu dem, was wir heute als Pringles kennen, ist eine faszinierende Geschichte der Markenoptimierung. Es ging darum, unnötigen Ballast abzuwerfen, das Apostroph zu entfernen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die perfekte, stapelbare Form.
Ich hoffe, diese kleine Zeitreise hat Ihnen gezeigt, dass hinter einem so bekannten Namen oft eine Menge strategischer Überlegungen steckt, und dass selbst ein kleiner Buchstabe, wie das fehlende 's, den Unterschied zwischen einem Nischenprodukt und einem globalen Erfolg ausmachen kann. Oder sehen Sie das vielleicht ganz anders? Mich würde interessieren, welche frühen Markennamen Ihnen sonst noch im Gedächtnis geblieben sind.

