Was genau ist eine Angststörung eigentlich?
Angststörungen sind vielfältig. Ich denke, jeder kennt das Gefühl von Angst, zum Beispiel vor einer Prüfung. Aber bei einer Angststörung ist diese Angst eben viel stärker, anhaltender und beeinträchtigt das tägliche Leben. Es gibt verschiedene Formen, von der generalisierten Angststörung, bei der man sich ständig Sorgen macht, bis hin zu spezifischen Phobien, wie der Angst vor Spinnen oder engen Räumen. Auch Panikattacken, die plötzlich und heftig auftreten, gehören dazu. Ich habe selbst schon erlebt, wie belastend das für Betroffene sein kann. Die Symptome können körperlich sein, wie Herzrasen, Schweißausbrüche oder Zittern, aber auch psychisch, wie eben die ständige Sorge und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
Und was versteht man unter einer Psychose?
Eine Psychose ist, meiner Meinung nach, etwas ganz anderes. Sie ist gekennzeichnet durch einen Realitätsverlust. Das bedeutet, dass Betroffene Dinge sehen, hören oder glauben, die nicht real sind. Man spricht von Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Ein Beispiel für eine Wahnvorstellung wäre, wenn jemand fest davon überzeugt ist, von einer geheimen Organisation verfolgt zu werden, obwohl es dafür keinerlei Beweise gibt. Halluzinationen können sein, Stimmen zu hören, die niemand sonst hört, oder Dinge zu sehen, die nicht da sind. Psychosen können im Rahmen verschiedener Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel bei der Schizophrenie, aber auch durch Drogenkonsum oder bestimmte organische Erkrankungen ausgelöst werden. Ich finde es wichtig zu betonen, dass eine Psychose eine sehr ernste Erkrankung ist, die unbedingt professionelle Hilfe erfordert.
Wo liegen die Unterschiede zwischen Angst und Psychose?
Der Hauptunterschied liegt, wie gesagt, in der Realitätswahrnehmung. Jemand mit einer Angststörung hat Angst, aber er oder sie weiß, dass diese Angst übertrieben ist. Bei einer Psychose hingegen ist das Urteilsvermögen gestört. Betroffene glauben fest an ihre Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. Stell dir vor, jemand hat eine soziale Phobie und vermeidet es, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Diese Person weiß aber, dass ihre Angst irrational ist, auch wenn sie sich nicht überwinden kann. Jemand mit einer Psychose könnte hingegen glauben, die Gedanken anderer Menschen hören zu können und deshalb nicht in der Öffentlichkeit sprechen. Das ist ein riesiger Unterschied!
Können Angststörungen zu psychotischen Symptomen führen?
Das ist eine interessante Frage. In seltenen Fällen können extreme Angstzustände, vor allem bei Panikattacken, zu kurzzeitigen, sogenannten "psychotischen" Symptomen führen. Das sind dann aber eher dissoziative Erlebnisse, bei denen man sich kurzzeitig wie neben sich fühlt oder die Realität als unwirklich wahrnimmt. Das ist aber nicht dasselbe wie eine "echte" Psychose. Es ist eher ein vorübergehender Zustand, der mit der extremen Angst zusammenhängt und wieder verschwindet, sobald die Angst nachlässt. Ich habe mal gelesen, dass diese Art von Symptomen häufiger bei Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) vorkommen können, wenn sie Flashbacks erleben.
Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
Ich bin der Meinung, dass man sich professionelle Hilfe suchen sollte, wenn die Angst oder andere psychische Symptome das Leben stark beeinträchtigen. Wenn man Schwierigkeiten hat, zur Arbeit oder zur Schule zu gehen, soziale Kontakte zu pflegen oder einfach nur den Alltag zu bewältigen, ist es Zeit, mit einem Arzt oder Therapeuten zu sprechen. Auch wenn man den Verdacht hat, dass man selbst oder jemand, den man kennt, psychotische Symptome hat, sollte man sofort Hilfe suchen. Frühzeitige Behandlung kann den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. By the way, es gibt viele gute Anlaufstellen, wie zum Beispiel Beratungsstellen, Psychotherapeuten oder psychiatrische Kliniken. Scheut euch nicht, diese zu nutzen!
Gibt es Überschneidungen in der Behandlung von Angststörungen und Psychosen?
Obwohl Angststörungen und Psychosen unterschiedliche Erkrankungen sind, gibt es tatsächlich einige Überschneidungen in der Behandlung. Zum Beispiel können bestimmte Medikamente, wie Antidepressiva, sowohl bei Angststörungen als auch bei bestimmten Formen von Psychosen eingesetzt werden. Auch psychotherapeutische Verfahren, wie die kognitive Verhaltenstherapie, können in beiden Fällen hilfreich sein. Allerdings ist die spezifische Therapie natürlich auf die jeweilige Erkrankung zugeschnitten. Bei einer Psychose ist in der Regel eine antipsychotische Medikation notwendig, während bei einer Angststörung eher Entspannungstechniken und Konfrontationsübungen im Vordergrund stehen.
Fazit: Angst und Psychose – zwei unterschiedliche Welten
Angststörungen und Psychosen sind also zwei unterschiedliche Paar Schuhe, auch wenn sie manchmal ähnliche Symptome hervorrufen können. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen, um die richtige Hilfe zu bekommen. Ich hoffe, dieser Artikel hat etwas Klarheit geschaffen. Wenn du dir Sorgen machst, sprich mit einem Arzt oder Therapeuten. Es ist keine Schande, sich Hilfe zu suchen, im Gegenteil! Es ist ein Zeichen von Stärke.
