Legionellen: Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser
Die Wohlfühltemperatur der Legionellen: Ein Grad Celsius zu viel ist schon zu viel!
Legionellen sind, wie viele andere Bakterien auch, echte Warmduscher. Am liebsten haben sie es muckelig warm, so zwischen 25 und 55 Grad Celsius. Und genau da liegt das Problem! Denn in diesem Temperaturbereich vermehren sie sich rasant. Unter 20 Grad Celsius ist ihnen das Wasser zu kalt, da stellen sie das Wachstum ein. Und über 60 Grad Celsius? Das mögen sie gar nicht, da sterben sie ab. Aber Achtung: Nur, weil das Wasser kurzzeitig 60 Grad hat, heißt das noch lange nicht, dass alle Legionellen Geschichte sind. Es braucht schon eine gewisse Einwirkzeit, damit die Hitze wirklich ihren Job macht.
Warum gerade im Warmwasserboiler?
Der Warmwasserboiler ist quasi das reinste Legionellen-Paradies! Hier herrschen oft ideale Temperaturen für die Vermehrung. Und wenn dann noch Ablagerungen und Biofilme dazukommen, haben die Bakterien auch noch einen prima Unterschlupf. Also, Augen auf beim Boiler-Kauf und regelmäßig die Temperatur checken!
Die Rolle von Stagnationswasser: Wenn's länger steht, wird's kritisch!
Stell dir vor, du fährst in den Urlaub und lässt dein Haus zwei Wochen leer stehen. Was passiert dann in den Wasserleitungen? Richtig, das Wasser stagniert! Und das ist Gift für die Wasserqualität. Denn in stehendem Wasser können sich Legionellen besonders gut vermehren. Also, nach längerer Abwesenheit: Erstmal ordentlich durchspülen! Und zwar alle Hähne, Duschen und Co.
Totleitungen: Die heimlichen Brutstätten
Totleitungen sind Wasserleitungen, die nicht mehr genutzt werden, aber trotzdem noch am System hängen. Hier stagniert das Wasser garantiert, und Legionellen können sich ungestört ausbreiten. Also, Totleitungen am besten entfernen oder zumindest regelmäßig spülen.
Materialien und Biofilme: Der gedeckte Tisch für Legionellen
Bestimmte Materialien in den Wasserleitungen können das Wachstum von Legionellen begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Kunststoffe, die organische Stoffe abgeben. Und dann sind da noch die Biofilme. Das sind schleimige Schichten, die sich an den Innenwänden der Rohre bilden. Hier finden Legionellen nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz vor Desinfektionsmitteln. Eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Wasserleitungen ist daher unerlässlich.
Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist
Nicht jeder, der mit Legionellen in Kontakt kommt, erkrankt auch gleich. Aber es gibt bestimmte Risikogruppen, die besonders gefährdet sind. Dazu gehören ältere Menschen, Raucher, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und Personen mit chronischen Lungenerkrankungen. Für diese Gruppen ist es besonders wichtig, auf eine gute Trinkwasserhygiene zu achten.
Vorbeugung ist besser als Nachsorge: So schützt du dich vor Legionellen
Was können wir also tun, um uns vor Legionellen zu schützen? Hier ein paar Tipps:
- Regelmäßig spülen: Nach längerer Abwesenheit alle Wasserhähne und Duschen ordentlich durchspülen.
- Warmwassertemperatur hochhalten: Die Warmwassertemperatur im Boiler sollte mindestens 60 Grad Celsius betragen.
- Totleitungen entfernen: Nicht mehr genutzte Wasserleitungen am besten entfernen oder regelmäßig spülen.
- Trinkwasseranlage warten: Die Trinkwasseranlage regelmäßig von einem Fachmann kontrollieren und warten lassen.
- Filter wechseln: Trinkwasserfilter regelmäßig wechseln, um die Keimbelastung zu reduzieren.
Legionellenprüfung: Wann ist sie Pflicht?
Für bestimmte Gebäude, wie Mehrfamilienhäuser, Krankenhäuser und Hotels, ist eine regelmäßige Legionellenprüfung Pflicht. Diese Prüfung dient dazu, die Trinkwasserqualität zu überwachen und eine mögliche Legionellenbelastung frühzeitig zu erkennen. Aber auch für private Haushalte kann eine Legionellenprüfung sinnvoll sein, insbesondere wenn Risikofaktoren vorliegen.
Fazit: Legionellen sind kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht!
Legionellen sind eine ernstzunehmende Gefahr, aber mit den richtigen Maßnahmen können wir uns gut davor schützen. Also, Augen auf beim Wassertemperatur, regelmäßig spülen und die Trinkwasseranlage warten lassen. Dann können wir das kühle Nass unbesorgt genießen!
