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Wann ist ein Versuch strafrechtlich gesehen eigentlich gar kein Vergehen? Die Grenzen des strafbaren Versuchs

Wann ist ein Versuch strafrechtlich gesehen eigentlich gar kein Vergehen? Die Grenzen des strafbaren Versuchs

Der Grundsatz: Versuch ist schon strafbar, und das ist auch gut so

Bevor wir uns in die Ausnahmen stürzen, müssen wir kurz festhalten, dass der Gesetzgeber hier eine klare Linie zieht: Schon der Versuch einer Straftat ist strafbar, gemäß § 22 Strafgesetzbuch (StGB). Ich denke, der Gedanke dahinter ist schlüssig: Wer mit Vorsatz zur Tat ansetzt, hat bereits eine erhebliche Rechtsgutverletzung im Kopf und zeigt eine hohe kriminelle Energie. Es geht nicht nur um das Ergebnis, sondern um die Absicht und die ersten Schritte in diese Richtung. Wenn ich also versuche, jemanden zu bestehlen, aber mich die Polizei vorher erwischt, bin ich trotzdem dran. Das ist die Regel, die wir im Hinterkopf behalten müssen, wenn wir über die wenigen, aber wichtigen Ausnahmen reden.

Aber diese Strafbarkeit des Versuchs ist nicht absolut, und hier kommt der Knackpunkt, den viele Leute übersehen. Es gibt Konstellationen, in denen das Gesetz sagt: Nein, hier investieren wir keine staatliche Energie in eine Bestrafung, weil die Tat im Grunde von vornherein zum Scheitern verurteilt war oder weil der Täter sich selbst korrigiert hat. Das ist, finde ich, ein wichtiger moralischer und pragmatischer Kompromiss des Rechtsstaates.

Der untaugliche Versuch: Wann die Tat von vornherein zum Scheitern verurteilt ist

Der vielleicht bekannteste Fall, in dem ein Versuch nicht strafbar sein kann, ist der sogenannte untaugliche Versuch. Was heißt das konkret? Es bedeutet, dass das Mittel, das der Täter einsetzt, objektiv völlig ungeeignet ist, den Erfolg herbeizuführen. Stellen Sie sich vor, jemand versucht, seinen Nachbarn mit einem Spielzeuggewehr zu erschießen. Rein technisch kann das Spielzeug keinen Tod verursachen, egal wie sehr der Täter es versucht. Das ist der Kern des absoluten untauglichen Versuchs, und dieser ist in der Regel straflos.

Allerdings, und das ist die juristische Feinheit, die mich immer wieder fasziniert, ist die Rechtsprechung hier nicht immer so schwarz-weiß, wie man denkt. Wenn der Täter aus einer grob verkehrten Vorstellung heraus handelt – sagen wir, er glaubt, dass Wasser Gift sei und er vergiftet jemanden damit – dann wird es kompliziert. Hier spricht man vom sogenannten Wahndelikt, und das ist oft noch strafbar, weil die Handlung *an sich* geeignet wäre, wenn die Vorstellung des Täters Realität wäre. Entscheidend ist also oft, ob die Ungeeignetheit *absolut* ist, also ob nach den Naturgesetzen überhaupt ein Erfolg eintreten konnte. Wenn Sie also versuchen, mit einem Stück Kreide einen Safe zu knacken, wird das definitiv nicht strafbar sein, weil es objektiv ungeeignet ist.

Die objektive Ungeeignetheit versus die subjektive Fehleinschätzung

Ich habe oft beobachtet, dass Laien diesen Unterschied nicht kapieren. Sie denken, "Ich habe es versucht, also ist es strafbar." Aber wenn ich versuche, mit einem Feuerlöscher ein Haus anzuzünden, weil ich glaube, der Löscher sei Benzin, dann ist das ein Fall für die Strafbarkeit, weil das *Mittel* (der Löscher) im Grunde ein taugliches Werkzeug sein *könnte* (man könnte damit jemanden schlagen etc.), aber die Vorstellung des Täters war falsch. Nur wenn das Tatmittel selbst absolut untauglich ist, fällt die Strafbarkeit weg. Das ist ein wichtiger Unterschied, den man kennen muss, wenn man sich mit § 23 Abs. 1 StGB beschäftigt.

Die große Rettung: Der freiwillige Rücktritt vom Versuch

Das ist meiner Meinung nach die wichtigste und häufigste Situation, in der ein eigentlich begonnener und möglicherweise tauglicher Versuch straflos bleibt: der freiwillige Rücktritt. Das ist im § 24 StGB geregelt, und es ist die Möglichkeit, die Tür zur Straffreiheit aufzustoßen, wenn man erkennt, dass man auf dem falschen Weg ist. Der Schlüsselbegriff hier ist freiwillig. Was heißt das? Es bedeutet, dass der Täter die Tat nicht beendet, weil ihm ein äußerer Umstand dazwischenkommt – wie die Polizei, die gerade um die Ecke biegt, oder weil er plötzlich Angst bekommt, weil er glaubt, der Nachbar sei wach geworden.

Nein, freiwillig heißt, er entscheidet sich *aus eigenem Antrieb* dagegen, die Tat zu vollenden. Er muss aktiv verhindern, dass der Erfolg eintritt. Wenn ich zum Beispiel versuche, mein Opfer zu verletzen, aber dann denke: "Ach, das ist doch unnötig, ich lasse es lieber", und ich gehe weg, dann bin ich straffrei, sofern ich nicht bereits alles getan habe, was zur Vollendung notwendig gewesen wäre. Wenn ich bereits zugeschlagen habe, muss ich aktiv handeln, um den Erfolg abzuwenden, zum Beispiel, indem ich einen Arzt rufe. Das ist kompliziert, weil die Gerichte hier sehr genau prüfen, ob der Täter wirklich aus einer inneren Gesinnung gehandelt hat oder ob er nur bemerkt hat, dass der Erfolg ohnehin nicht mehr eintreten kann.

Der Täter glaubt, es sei schon vorbei: Die fehlende Vollendung

Ein weiterer interessanter Fall, der oft zu Verwirrung führt, ist der sogenannte unbeendete Versuch, bei dem der Täter glaubt, er hätte schon alles getan, aber tatsächlich fehlt noch ein kleiner Schritt zur Vollendung. Nehmen wir an, ich werfe einen Briefbomben-Nachbau in den Briefkasten des Opfers und gehe davon aus, dass dieser explodiert. Ich habe alles getan, was ich tun wollte. Wenn der Brief aber nur eine Attrappe war und nicht explodiert, war das ein versuchter Betrug oder eine versuchte Körperverletzung. Wenn ich dann aber, weil ich denke, es sei ja eh nichts passiert, den Brief wieder herausnehme und ihn entsorge, könnte man argumentieren, dass dies eine Form des Rücktritts sein könnte, auch wenn es subjektiv als Vollendung empfunden wurde.

Ich habe dazu mal einen Fall gelesen, in dem jemand dachte, er hätte eine Person erschossen, weil diese nach einem Schuss zu Boden fiel, aber die Person war nur umgekippt. Wenn der Täter dann, im Glauben, die Tat sei vollendet, vom Tatort flieht, ohne weitere Maßnahmen zu ergreifen, ist er *nicht* wegen Rücktritts straffrei, weil er glaubte, die Tat sei bereits vollendet und er nichts mehr tun müsse. Das ist die subjektive Vollendung, die den Rücktritt ausschließt, wenn man meint, die Tat sei schon abgeschlossen. Das ist hart, aber logisch, weil die Hemmschwelle ja schon überschritten wurde.

Vorsicht vor dem Wahndelikt: Wenn die Realität eine andere ist

Viele Leute, die sich mit diesen Themen beschäftigen, stoßen unweigerlich auf das Wahndelikt. Wie ich schon kurz anschnitt: Hier ist der Versuch fast immer strafbar, aber es ist wichtig, den Unterschied zum untauglichen Versuch zu verstehen, denn hier wird es oft falsch verstanden. Beim Wahndelikt ist das Tatmittel objektiv tauglich, aber der Täter irrt sich über die tatsächlichen Umstände. Er handelt also mit dem Vorsatz, eine Straftat zu begehen, aber sein Verständnis der Realität ist fehlerhaft.

Ein klassisches Beispiel ist der Diebstahl einer Sache, die dem Täter bereits gehört. Objektiv kann man seine eigene Sache nicht stehlen, also wäre es ein untauglicher Versuch. Aber wenn der Täter *glaubt*, die Uhr gehöre jemand anderem, und er diese wegnimmt, ist das ein vollendeter Diebstahl, weil sein Vorsatz auf die Wegnahme einer fremden Sache gerichtet war. Wenn er aber glaubt, er würde jemanden ermorden, indem er ihm Wasser gibt, obwohl dieses Wasser harmlos ist, dann ist die Handlung des Gebens an sich taugliche zur Tötung (wenn es Gift wäre), aber die Vorstellung ist falsch. Hier wird oft diskutiert, aber oft wird das Ergebnis als strafbar gewertet, weil der Täter die Schwelle zur kriminellen Energie überschritten hat und die Handlung an sich nicht völlig absurd war.

Fazit: Wann der Versuch wirklich nicht strafbar ist

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Die Strafbarkeit eines Versuchs hängt stark von der Natur des Scheiterns ab. Ein Versuch ist nicht strafbar, wenn er objektiv absolut ungeeignet war, den Erfolg herbeizuführen, oder wenn der Täter freiwillig und aktiv davon absieht, die Tat zu vollenden, und damit den Erfolg abwendet. Das Gesetz gibt hier eine zweite Chance, aber nur unter strengen Voraussetzungen, besonders beim Rücktritt.

Was ich Ihnen mitgeben möchte, ist, dass der Teufel im Detail steckt, gerade wenn es um die Abgrenzung zwischen subjektiver und objektiver Ungeeignetheit geht. Wenn Sie jemals in so einer rechtlichen Grauzone stecken, ist es unerlässlich, sich nicht auf die eigene Einschätzung zu verlassen, sondern juristischen Rat einzuholen. Denn oft ist das, was sich im Kopf wie ein untauglicher Versuch anfühlt, im Auge des Gesetzes ein vollendetes oder zumindest strafbarer Versuch, wenn man nicht aktiv zurückgetreten ist.

💡 Wichtige Punkte

  • Welcher Versuch ist nicht strafbar? - Wann bleibt der Täter trotz seines Versuchs straffrei? Die Strafbarkeit des Versuchs entfällt laut § 24 Abs.
  • Wann ist der Versuch strafbar? - (1) Der Versuch eines Verbrechens ist stets strafbar, der Versuch eines Vergehens nur dann, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt.
  • Wie Finanzen aufteilen? - Die 50-30-20-Regel ist ein einfacher Weg, Ihr monatliches Nettoeinkommen zu budgetieren.
  • Welcher Drogenkonsum ist strafbar? - Der Konsum illegaler Drogen allein ist rein rechtlich nicht strafbar. Alle Tätigkeiten rund um den Konsum sind jedoch strafbar, so z.B.
  • Was ist nicht strafbar? - Kein Verstoss gegen die Rassismus-Strafnorm liegt bei rassendiskriminierenden Handlungen im Privaten vor.

❓ Häufig gestellte Fragen

1. Welcher Versuch ist nicht strafbar?

Wann bleibt der Täter trotz seines Versuchs straffrei? Die Strafbarkeit des Versuchs entfällt laut § 24 Abs. 1 StGB, wenn der Täter von seinem „freiwillig die weitere Ausführung der Tat aufgibt oder deren Vollendung verhindert“.27.10.2022

2. Wann ist der Versuch strafbar?

(1) Der Versuch eines Verbrechens ist stets strafbar, der Versuch eines Vergehens nur dann, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt. (2) Der Versuch kann milder bestraft werden als die vollendete Tat (§ 49 Abs. 1).

3. Wie Finanzen aufteilen?

Die 50-30-20-Regel ist ein einfacher Weg, Ihr monatliches Nettoeinkommen zu budgetieren. Sie besagt, dass 50 Prozent Ihres Nettoeinkommens für Fixkosten (wie Miete und Rechnungen), 30 Prozent für persönliche Bedürfnisse (wie Hobbys oder Ausgehen) und 20 Prozent fürs Sparen vorgesehen sein sollten.

4. Welcher Drogenkonsum ist strafbar?

Der Konsum illegaler Drogen allein ist rein rechtlich nicht strafbar. Alle Tätigkeiten rund um den Konsum sind jedoch strafbar, so z.B. der Besitz, Anbau, Herstellung, Erwerb, Handel und die Verabreichung.

5. Was ist nicht strafbar?

Kein Verstoss gegen die Rassismus-Strafnorm liegt bei rassendiskriminierenden Handlungen im Privaten vor. Als privat sind Äusserungen anzusehen, die in einem Umfeld erfolgen, das sich durch persönliche Beziehungen oder durch besonderes Vertrauen (z.B. Familien- und Freundeskreis) auszeichnet.02.01.2019

6. Wer ist nicht strafbar?

Das Verwaltungsstrafgesetz (VStG) bestimmt in § 4, dass nicht strafbar ist, wer zur Zeit der Tat das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

7. Welche Dokumente dürfen nicht kopiert werden?

Man darf seinen Pass oder Personalausweis nicht kopieren oder scannen.09.10.2020

8. Warum nicht beim ersten Versuch schwanger?

Laut wiedergebenPausierenBeim ersten ungeschützten Geschlechtsverkehr kann man nicht schwanger werden. Der Irrglaube, dass man beim ersten ungeschützten Geschlechtsverkehr nicht schwanger werden kann, ist weit verbreitet. Das ist schlichtweg falsch. Beim ungeschützten Geschlechtsverkehr kann man auch beim allerersten Mal schwanger werden.30.11.2022

9. Welche Beleidigung ist nicht strafbar?

Hier überwog laut Urteil das Grundrecht, seine Meinung frei zu äußern. Ein Gericht erlaubte auch "Sie können mich mal ..." im Sinne von "Lass mich in Ruhe". "Oberförster", "Bulle" (je nach Kontext) und "Wegelagerer" werteten andere Richter ebenfalls nicht als Beleidigung.19.12.2022

10. Wann ist Nötigung nicht strafbar?

Der Begriff der Rechtswidrigkeit ist ebenfalls wichtig im Zusammenhang mit der Strafbarkeit von Nötigung. Drohen Sie Ihrem Kind mit Fernsehverbot, wenn es sein Gemüse nicht aufisst, so handelt es sich nicht um eine strafbare Nötigung. Auch bereits der Versuch der Nötigung ist strafbar (§ 240 Art.

11. Wann ist Körperverletzung nicht strafbar?

Eine Körperverletzung ist aber beispielsweise dann nicht strafbar, wenn sie durch Notwehr, Nothilfe oder Notstand gerechtfertigt ist. Auch eine wirksame Einwilligung (§ 228 StGB) des Verletzten als Rechtfertigung schließt die Strafbarkeit aus.

12. Wann ist Diebstahl nicht strafbar?

„Wenn man eine Sache einsteckt, aber den Laden noch nicht verlassen hat, macht man sich nicht strafbar“. Dies ist ebenfalls ein Irrtum. Sobald man die Sache am Körper anbringt oder einsteckt, begeht man einen vollendeten Diebstahl.vor 7 Tagen

13. Ist Miete nicht zahlen strafbar?

Zahlt ein aktueller Mieter vorsätzlich die vereinbarte Miete nicht, handelt es sich um Mietbetrug. Vermieter können dagegen gerichtlich vorgehen. Nach einer wirksamen Abmahnung und Kündigung kann der Vermieter Räumungsklage erheben und eine Zwangsräumung beantragen.24.08.2022

14. Wann ist Stalking nicht strafbar?

Wann macht man sich wegen Nachstellung/Stalking strafbar? Das entscheidende Kriterium für die Strafbarkeit ist der Tatvorsatz. Das bedeutet, dass die beschriebenen Handlungen nur dann strafbar sind, wenn sie absichtlich und wissentlich getätigt wurden, in bewusster Missachtung des Willens der betroffenen Person.04.07.2023

15. Warum ist Machtmissbrauch nicht strafbar?

Machtmissbrauch, Belästigung und zwischenmenschliche Konflikte können in unterschiedlicher Schwere auftreten. Häufig sind diese Vorfälle in einer Grauzone angesiedelt, und daher nach deutschem Recht nicht strafbar.

16. Was ist die stärkste Motivation?

Intrinsische Motivation Es ist die stärkste und ausdauerndste Antriebskraft des Menschen.30.11.2016

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    25. Was ist wichtig für Mitarbeiter?

    In einer aktuellen Studie der ZEIT nannten über 80 Prozent der befragten Arbeitnehmer als wichtigsten Aspekt ihrer Arbeit, sich dort wohlzufühlen.