Was bedeutet "Tagessatz" überhaupt?
Okay, lass uns das mal aufdröseln. "Tagessatz" klingt erstmal bürokratisch, ist aber eigentlich ganz simpel. Stell dir vor, das Gericht schätzt dein Einkommen pro Tag. Dieser Betrag ist dein Tagessatz. Und dieser Tagessatz wird dann mit der Anzahl der Tagessätze (in unserem Fall 90) multipliziert. Das Ergebnis? Deine Geldstrafe!
Warum 90 Tagessätze? Ist das viel?
Ja, 90 Tagessätze sind schon eine Hausnummer! Das ist keine Kleinigkeit mehr. Bei kleineren Vergehen gibt es oft weniger Tagessätze. 90 Tagessätze werden in der Regel bei etwas schwerwiegenderen Delikten verhängt. Und warum? Weil der Gesetzgeber will, dass es wehtut! Eine Geldstrafe soll ja schließlich abschrecken.
Wie wird mein Tagessatz berechnet?
Jetzt wird's interessant! Dein Tagessatz wird auf Basis deines Nettoeinkommens berechnet. Das ist das Geld, das dir nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleibt. Das Gericht schaut sich deine Einkommensverhältnisse an – Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide, etc. – und ermittelt dann deinen durchschnittlichen Tagesverdienst. Und Achtung: Auch Vermögen kann eine Rolle spielen, wenn dein Einkommen sehr niedrig ist! Das Gericht will ja sicherstellen, dass du die Strafe auch wirklich bezahlen kannst.
Ein Rechenbeispiel, damit's Klick macht!
Nehmen wir an, du verdienst netto 2.000 Euro im Monat. Um deinen Tagessatz zu berechnen, teilen wir das durch 30 (ungefähre Anzahl der Tage im Monat): 2.000 / 30 = 66,67 Euro. Dein Tagessatz wäre also rund 66,67 Euro. Bei 90 Tagessätzen wären das: 66,67 * 90 = 6.000,30 Euro. Autsch! Das ist schon ein ordentlicher Batzen Geld!
Kann ich die Strafe auch in Raten zahlen?
Gute Frage! Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Wenn du nachweisen kannst, dass du die Strafe nicht auf einmal bezahlen kannst, kannst du einen Antrag auf Ratenzahlung stellen. Das Gericht wird dann prüfen, ob das für dich zumutbar ist. Aber Achtung: Die Strafe wird dadurch nicht geringer, du hast nur mehr Zeit, sie zu begleichen.
Was passiert, wenn ich die Strafe nicht bezahlen kann?
Das ist natürlich der Worst Case. Wenn du die Geldstrafe partout nicht bezahlen kannst, droht dir eine Ersatzfreiheitsstrafe. Das bedeutet, du musst ins Gefängnis! Und zwar für die Anzahl der Tage, die den Tagessätzen entsprechen. In unserem Fall also 90 Tage. Das will natürlich niemand! Also lieber alles versuchen, um die Strafe zu bezahlen.
Einspruch einlegen? Lohnt sich das?
Ob sich ein Einspruch lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Wenn du der Meinung bist, dass die Strafe zu hoch ist oder dass du zu Unrecht verurteilt wurdest, solltest du auf jeden Fall einen Anwalt konsultieren. Ein Anwalt kann deine Erfolgsaussichten einschätzen und dich beraten, ob ein Einspruch sinnvoll ist. Aber bedenke: Ein Einspruch kann auch zusätzliche Kosten verursachen.
Fazit: 90 Tagessätze sind kein Pappenstiel!
Wie du siehst, sind 90 Tagessätze eine ernstzunehmende Angelegenheit. Die Höhe der Strafe hängt von deinem Einkommen ab, kann aber schnell ins Geld gehen. Informiere dich gut über deine Rechte und Pflichten und hole dir im Zweifelsfall rechtlichen Rat. Und vor allem: Vermeide es, überhaupt in eine Situation zu geraten, in der du mit einer solchen Strafe rechnen musst!

