Was wird am Gründonnerstag gefeiert?
Aber Moment mal… was hat das alles mit der Farbe grün zu tun? Klingt irgendwie komisch, oder?
Hat Gründonnerstag wirklich was mit der Farbe Grün zu tun?
Die häufigste (und wohl falsche) Annahme
Viele Leute denken: „Gründonnerstag = grün, also geht’s bestimmt um grüne Speisen oder Natur oder so." Und klar, es gibt tatsächlich Traditionen, an diesem Tag grünes Gemüse wie Spinat, Grünkohl oder Kräutersuppe zu essen – besonders im süddeutschen Raum. Ich weiß noch, meine Oma hat mir früher immer gesagt: "An Gründonnerstag gibt’s Spinat, sonst bringt’s Unglück bis Pfingsten." Ob’s stimmt? Keine Ahnung, aber der Spinat war lecker.
Aber die Farbe Grün ist wahrscheinlich nicht der eigentliche Ursprung des Namens.
Die wahre Bedeutung steckt im Althochdeutschen
Von “greinen” zu “grün”
Der Name kommt ziemlich sicher vom althochdeutschen Wort “grīnan”, was so viel bedeutet wie „weinen, klagen, wehklagen“. Damals sagte man “Greindonnerstag”, also der Tag des Weinens – weil es der Tag war, an dem Jesus seinen bevorstehenden Tod ankündigte und große Trauer bei den Jüngern auslöste.
Im Laufe der Zeit (wie’s oft so ist bei Sprache) wurde aus “Grein-” einfach “Grün-”. Weil das für die Leute leichter klang – und ehrlich gesagt auch fröhlicher wirkte.
Also nix mit Pflanzen oder Chlorophyll. Es geht eher um Tränen als um Kräuter.
Warum essen wir dann trotzdem „grüne“ Sachen?
Ein Brauch, der später kam
Auch wenn der Name nicht direkt mit der Farbe zu tun hat, entwickelte sich über die Jahrhunderte ein kulinarischer Brauch, an Gründonnerstag „grüne“ Dinge zu essen. Manche sagen, das kommt von der Idee der Fastenzeit – an diesem Tag isst man kein Fleisch, also greift man zu Kräutern, Spinat, Brennnesseln und allem, was halt grün ist und wächst.
In manchen Gegenden gibt’s sogar spezielle Rezepte, wie die "Gründonnerstagssuppe" mit sieben Kräutern – Bärlauch, Schnittlauch, Petersilie und so weiter. Schmeckt übrigens überraschend gut, auch wenn man kein Kräuter-Fan ist.
Liturgische Bedeutung in der Kirche
Abendmahl, Fußwaschung, Glocken verstummen
Kirchlich ist Gründonnerstag ein ziemlich wichtiger Tag. In der Messe wird das letzte Abendmahl Jesu gefeiert, manchmal sogar mit symbolischer Fußwaschung. Nach dem Gloria verstummen traditionell die Glocken – und bleiben still bis zur Osternacht. Bei uns hieß es immer, "die Glocken fliegen nach Rom", was als Kind ein echt komisches Bild war.
Der Gründonnerstag ist also liturgisch kein Tag der Freude, sondern eher ein ernster, nachdenklicher Moment.
Fazit: Gründonnerstag heißt so wegen Tränen, nicht wegen Spinat
Also, warum nennt man es Gründonnerstag? Nicht wegen der Farbe, sondern wegen der alten Bedeutung von „greinen“ – also weinen. Der Name hat sich über die Jahrhunderte einfach klanglich verändert. Dass wir heute grüne Sachen essen, ist ein netter Zufall (oder ein cleverer Trick, um Kindern Spinat schmackhaft zu machen).
Aber egal ob du’s wegen der Kirche, der Geschichte oder nur wegen dem Essen feierst – Gründonnerstag hat definitiv mehr Tiefgang, als sein Name vermuten lässt.
