Blauschimmelkäse im Gefrierschrank – geht das überhaupt?
Die Frage klingt erstmal absurd… ist sie aber nicht
Was passiert mit Blauschimmelkäse beim Einfrieren?
Die Konsistenz verändert sich (und nicht immer zum Guten)
Blauschimmelkäse wie Roquefort, Gorgonzola oder Stilton sind ziemlich feucht und cremig. Und genau das ist das Problem. Beim Einfrieren bilden sich Eiskristalle, die die Struktur aufbrechen. Ergebnis: Der Käse kann nach dem Auftauen bröckelig, matschig oder krümelig werden.
Ich hab das mal getestet (ja, mit echtem italienischen Gorgonzola, nicht dem Billigzeug). Eingefroren, zwei Wochen gewartet, wieder raus – und puh, also für ein Käsebrot war’s nicht mehr geil. Aber im Risotto? Bombe.
Wie friert man Blauschimmelkäse richtig ein?
Step by step – ohne Drama
Wenn du’s also trotzdem versuchen willst (und hey, besser als wegwerfen, oder?), hier ein paar Tipps:
Portionieren: In kleine Stücke schneiden, am besten gleich portionsgerecht.
Luftdicht verpacken: Erst Frischhaltefolie, dann in einen Gefrierbeutel oder eine Dose. Käse nimmt gern Gerüche an – du willst keinen „Fisch-Gorgonzola“.
Schnell einfrieren: Je schneller der Käse gefriert, desto besser bleibt die Qualität. Also in die kälteste Ecke des Tiefkühls.
Nicht ewig lagern: Maximal 2 Monate – danach leidet das Aroma echt massiv.
Ich hab das mal ignoriert (Faulheit, du weißt…), und nach 4 Monaten war der Geschmack... sagen wir mal, interessant. Keine Empfehlung.
Und wie taut man ihn richtig auf?
Bitte nicht einfach auf der Heizung...
Die beste Methode: langsam im Kühlschrank. Also über Nacht. So bleiben Geschmack und Textur am ehesten erhalten.
Was du nicht tun solltest:
Auf der Heizung
In der Mikrowelle
In warmem Wasser
Das führt nur zu Chaos auf dem Teller und traurigem Käse.
Wann lohnt es sich wirklich, Blauschimmelkäse einzufrieren?
Ideal für Weiterverarbeitung, nicht fürs Käsebrett
Wenn du ihn später in Soßen, Quiches, Suppen oder Risottos verwenden willst – perfekt. Der Geschmack bleibt nämlich erstaunlich gut erhalten, auch wenn die Textur leidet.
Aber wenn du ihn fürs Käsebrett oder pur genießen willst? Meh. Lass es lieber. Hol dir ein frisches Stück vom Markt, mit dem du dann auch prahlen kannst. ("Oh, der ist aus Südfrankreich, kleiner Familienbetrieb, du weißt schon...")
Fazit: Ja, aber…
Man kann Blauschimmelkäse einfrieren – aber man muss wissen, worauf man sich einlässt. Fürs Kochen? Klar. Fürs Genießen pur? Eher nicht.
Ich würd sagen: lieber einfrieren als verschwenden. Aber mit dem richtigen Rezept im Hinterkopf. Mein Tipp? Gorgonzola in Sahnesoße zu Pasta – funktioniert mit dem aufgetauten Käse erstaunlich gut. Und schmeckt so gut, dass man den matschigen Look glatt vergisst. Versprochen.
