Warum kostet das Teil eigentlich so viel?
Also erstmal: Oktopus ist kein Massenprodukt wie Hühnchen oder Hackfleisch. Der wächst nicht in irgendwelchen Hallen, sondern schwimmt da draußen, irgendwo im Mittelmeer, im Atlantik, manchmal im Pazifik. Und man kann den nicht einfach züchten wie Lachs in riesigen Becken – zumindest noch nicht wirklich. Also wird er gefangen. Mit Fallen. Viel Handarbeit. Und das kostet.
Dann kommt noch die Aufbereitung dazu. Stell dir vor: Du fängst den, und was machst du damit? Der ist hart wie altes Leder! Den musst du stundenlang klopfen, dämpfen, manchmal sogar einfrieren, damit das Fleisch weich wird. In Griechenland, wo ich mal Urlaub gemacht hab, hab ich gesehen, wie ein alter Mann den Oktopus auf einem Stein bearbeitet hat, wie ein Schmied sein Eisen. Echt krass. Das alles braucht Zeit. Und Zeit ist Geld.
Und dann die Transportkette
Stell dir vor, der wird in Marokko gefangen, dann nach Spanien gebracht, sortiert, vielleicht in Deutschland noch mal portioniert – jedes Mal kühlen, schnell, präzise. Die Kühlkette darf nicht reißen, sonst ist das Zeug ungenießbar. Und das merkst du halt am Preis. Ich hab mal einen gekauft, der war schon leicht muffig, obwohl er angeblich „frisch“ war. Meine Oma hat immer gesagt: „Wenn es stinkt wie nasse Steine, lass die Finger dran.“ Hatte sie recht.
ABER – lohnt sich das überhaupt?
Also ehrlich? Wenn man es gut kocht, ja. Aber nur, wenn man weiß, was man tut. Ich hab mir den teuren Oktopus mal zu Hause gemacht, mit Rezept aus einem Kochbuch. Stunde gekocht, 30 Minuten mariniert, dann nochmal gebraten. Und am Ende? War es okay. Nicht „Wow“, eher „Naja, hat Spaß gemacht“. Meine Freundin Sarah meinte dann: „Für den Preis hätt ich lieber drei Mal Sushi gegessen.“ Hatte sie auch irgendwie recht.
Aber dann, ein anderes Mal – ich war in Kroatien, in einem kleinen Restaurant direkt am Wasser. Davor: ein Oktopus, der gerade aus dem Meer kam. Gegrillt, mit Zitrone, Olivenöl, ein bisschen Oregano. Kein Schnick-Schnack. Und das war... einfach himmlisch. Zart, aromatisch, so intensiv. Da hab ich verstanden: Es kommt nicht nur auf den Fisch an, sondern auf die Frische. Und darauf, dass jemand weiß, was er tut.
Wo kannst du sparen?
Also, wenn du es selbst kochen willst und nicht gerade im Urlaub bist: Schau mal in türkische oder griechische Läden. Die haben oft gefrorenen Oktopus, und der ist deutlich günstiger – so bei 12 bis 18 Euro. Und ehrlich? Wenn du ihn richtig vorbereitest, merkt man den Unterschied kaum. Ich tu ihn immer ein paar Stunden in Milch einweichen, das soll helfen, weiß nicht warum, hab’s mal bei YouTube gesehen. Funktioniert irgendwie.
Oder du nimmst Tintenfisch, der ist oft günstiger und schmeckt auch gut. Nicht dasselbe, klar, aber für eine schnelle Pfanne am Dienstagabend? Reicht total.
Fazit: Teuer, ja – aber wert?
Also. Ja, Oktopus ist teuer. Keine Frage. Aber es kommt drauf an, was du willst. Wenn du ein besonderes Erlebnis suchst, etwas, das du selten isst, dann ja – probier’s. Aber kauf ihn nicht im Aldi und wunder dich, wenn’s nix wird. Und koch ihn nicht, wenn du Hunger hast und schnell was willst. Das braucht Ruhe. Respekt. Zeit.
Ich persönlich? Ich nehm ihn nur noch, wenn ich wirklich Lust drauf hab. Oder wenn Opa Willi mal wieder sagt: „Junger Mann, du musst das Leben kosten, nicht nur zählen.“ Der alte Schlawiner. Aber irgendwie hat er meistens recht.
Hast du schon mal Oktopus gekocht? Und war es das Geld wert? Würdest du’s wieder tun? Ich bin gespannt – schreib mal, wenn du magst.
