Tatsächlich hat die Ostsee einen tiefsten Punkt, und dieser liegt in der sogenannten Landsorttief (auch Landsort-Tief oder Landsorttiefe genannt). Doch wie tief ist es dort wirklich?
Das Landsorttief – der tiefste Punkt der Ostsee
Das Landsorttief befindet sich vor der Küste Schwedens, südlich von Stockholm, nahe der Insel Gotland. Es ist mit 459 Metern die tiefste Stelle der gesamten Ostsee.
459 Meter – ist das viel oder wenig?
Verglichen mit dem Marianengraben im Pazifik (fast 11.000 Meter tief) klingt das erstmal nicht besonders spektakulär. Aber für die Ostsee, die im Durchschnitt nur 52 Meter tief ist, ist es ein echter Unterwasserabgrund.
Zum Vergleich:
- Der Bodensee hat eine maximale Tiefe von etwa 251 Metern.
- Die Nordsee ist im Durchschnitt etwa 95 Meter tief, mit wenigen Stellen über 700 Meter.
- Die Ostsee ist also generell ein recht flaches Meer – mit einer großen Ausnahme: das Landsorttief.
Warum gibt es dieses tiefe Loch in der Ostsee?
Die Entstehung des Landsorttiefs hängt mit der letzten Eiszeit zusammen. Gletscher, die einst Skandinavien bedeckten, haben die Landschaft stark geprägt. Als die Eismassen schmolzen, hinterließen sie tiefe Becken und Rinnen – darunter eben auch das Landsorttief.
Besonderheiten des Landsorttiefs
Neben der Tiefe gibt es noch einige spannende Fakten über diesen ungewöhnlichen Punkt in der Ostsee:
Sauerstoffarme Zone: In den tiefsten Schichten gibt es kaum Sauerstoff, wodurch das Leben dort sehr begrenzt ist. Viele tief gelegene Bereiche der Ostsee sind von Sauerstoffmangel betroffen, aber hier ist es besonders extrem.
Ungewöhnliche Wasserschichtung: Das Wasser in der Ostsee ist nicht überall gleich – durch die Mischung aus salzigem Meerwasser (aus der Nordsee) und Süßwasser (von Flüssen) entstehen verschiedene Schichten. Im Landsorttief bleiben diese Schichten oft sehr stabil, was das Wasser dort ziemlich einzigartig macht.
Eine Herausforderung für Forscher: Wegen der geringen Wasserzirkulation ist das Landsorttief ein spannendes Forschungsgebiet, gerade in Bezug auf Umweltveränderungen und Klimawandel.
Wie tief ist die Ostsee sonst?
Wie bereits erwähnt, ist die Ostsee im Schnitt nur 52 Meter tief, aber es gibt einige weitere tiefe Stellen, darunter:
- Gotland-Tiefe (~249 m)
- Bornholm-Tiefe (~105 m)
- Gdansk-Tiefe (~118 m)
Aber keine dieser Stellen kommt auch nur annähernd an die 459 Meter des Landsorttiefs heran.
Fazit: Ein kleines, aber beeindruckendes Tief in einem eher flachen Meer
Obwohl die Ostsee für ihre flachen Gewässer bekannt ist, verbirgt sie mit dem Landsorttief eine beeindruckend tiefe Stelle. 459 Meter mögen im Vergleich zu den Ozeanen wenig erscheinen, aber für die Ostsee ist es ein wahres „Unterwasser-Tal“.
Also, das nächste Mal, wenn du am Strand der Ostsee stehst, denk daran: Nicht überall ist es so seicht, wie es scheint.
