Wie funktioniert die Strompreisbildung überhaupt?
Die Strompreise in Deutschland setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Grundpreis, Verbrauchspreis (in Cent/kWh), Steuern, Netzgebühren und Umlagen (wie EEG oder §19-StromNEV). Also ja – ganz schön komplex.
Und das Wichtigste: Der Preis, den wir zahlen, ist in der Regel konstant, zumindest bei klassischen Tarifen. Aber halt – das ist nicht das ganze Bild.
Spotmarkt und variable Tarife
Einige Anbieter (z.B. Tibber, Awattar) bieten dynamische Tarife an, bei denen sich der Strompreis stundenweise nach dem Börsenpreis richtet. Und hier kommt der Sonntag ins Spiel…
Strompreise am Sonntag: Gibt’s da Unterschiede?
Ganz klar: Ja – auf dem Großhandelsmarkt!
Am Wochenende – besonders sonntags – ist die Nachfrage niedriger, da Industrie und viele Gewerbebetriebe ruhen. Gleichzeitig kann es, gerade bei Sonne und Wind, zu einem Überschuss an Strom kommen.
Beispiel: Stromüberschuss durch Erneuerbare
Wenn sonntags die Sonne scheint und Wind weht, ballern Solaranlagen + Windräder ordentlich ins Netz. Und wenn gleichzeitig niemand viel verbraucht? Zack – die Börsenpreise sinken. Teilweise gehen sie sogar ins Negative!
Und hier liegt der Clou: Wer einen dynamischen Tarif hat, kann davon profitieren.
Für wen lohnt sich das wirklich?
Dynamische Tarife – der neue Trend?
Immer mehr Haushalte mit Smart Meter (intelligenten Zählern) steigen um. Beispiel:
Am Sonntagmittag kann der Strompreis auf unter 10 Cent/kWh fallen – unter der Hälfte des normalen Preises. Krass, oder?
Aber Achtung:
Man braucht einen passenden Zähler (teils kostenpflichtig)
Es ist nicht jeder Anbieter dabei
Man muss aktiv “mitdenken” (z.B. Waschmaschine am Sonntag planen)
Klassische Tarife: leider nein
Wer bei E.ON, Vattenfall & Co. im Basistarif ist? Da bleibt der Preis gleich – egal ob Sonntag, Montag oder Heiligabend.
Tipps zum Stromsparen am Sonntag (und generell)
Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine sonntags nutzen, wenn man einen dynamischen Tarif hat.
Geräte mit Zeitschaltuhr steuern (Boiler, Ladegeräte, Wallboxen für E-Autos).
Mit Apps wie Tibber oder aWATTar live prüfen, wann Strom am günstigsten ist.
Mythen rund um "billiger Strom am Sonntag"
Ehrlich gesagt, viele denken: “Sonntags ist Strom immer billiger.”
Stimmt so nicht – es kommt total drauf an, welchen Vertrag man hat.
Für Otto-Normalverbraucher mit Fixpreis bringt der Sonntag keinen Unterschied.
Aber für Technik-Fans mit Smart Meter? Da kann man’s clever nutzen.
Fazit: Ist Strom am Sonntag günstiger?
Auf dem Strommarkt ja, für dynamische Tarife teilweise deutlich!
Für Standardverträge nein – da bleibt alles beim Alten.
Wer sparen will, sollte sich mit variablen Tarifen und Smart Metern beschäftigen.
Ist am Anfang bisschen Aufwand – aber langfristig echt lohnenswert.
Kurz gesagt: Der Sonntag ist dein Freund… wenn du bereit bist, mitzudenken.
