So viele, wie sie will – aber die Zahlen sagen was anderes
Genau das ist ja das Ding: jeder glaubt, er wüsste, wie es läuft. Irgendwas zwischen „früher war alles strenger“ und „heute vögelt doch jeder jeden“. Aber Zahlen? Fakten? Also, nicht diese komischen Internet-Umfragen, bei denen wer weiß wer mitmacht. Nein, was seriös ist. Also hab ich mal ein bisschen rumgelesen. Und ja, es gibt Studien. Echte, mit Fragebögen, Stichproben, dem ganzen Kram.
Was die Zahlen erzählen – und was sie verschweigen
Die Robert Koch-Institut-Studie, die ist schon ziemlich fundiert. Die befragt regelmäßig Menschen in Deutschland zu Gesundheitsthemen – auch zum Sexualverhalten. Und laut der jüngsten Daten (2021) hatte die durchschnittliche Frau zwischen 18 und 44 Jahren so um die 7 bis 9 Sexualpartner im Leben. Klar, das ist ein Mittelwert – heißt, einige haben zwei, andere zwanzig. Aber es ist irgendwie… niedriger, als man denkt, oder? Ich hätte spontan gesagt, so 10+, aber nein. 7 bis 9.
Und bei den jüngeren Frauen, also 18- bis 29-Jährigen? Da liegt der Schnitt sogar leicht darunter, so bei 6 bis 7. Interessant, oder? Weil man ja immer denkt: jünger = lockerer = mehr Partner. Aber scheinbar ist das nicht so einfach. Vielleicht ist es auch so, dass heute viele Beziehungen länger dauern, oder dass man sich einfach bewusster ist. Oder – und das ist wichtig – manche zählen halt nicht jeden One-Night-Stand, manche schon. Da kommt schon Unschärfe rein.
Und früher? War’s damals anders?
Meine Oma, Gott hab sie selig, hat mal gesagt: „Ich hatte einen Mann im Leben. Und das war genug.“ Sie war 1953 geheiratet. Ende der 60er, Anfang 70er – da hat sich ja einiges getan. Die „sexuelle Revolution“, die Pille, mehr Freiheit. Und ja, die Zahlen steigen seitdem langsam, aber stetig. Aber halt nicht ins Uferlose.
Ich hab mal eine Studie aus den 90ern gesehen – da lag der Durchschnitt bei Frauen so bei 4 bis 5. Heute eben 7 bis 9. Also ja, mehr als früher, aber kein Sprung von 5 auf 50. Und das finde ich eigentlich ganz beruhigend. Es ist keine Jagd. Es ist kein Wettkampf. Es ist einfach… Leben.
Aber warum reden wir eigentlich so wenig darüber?
Weil es peinlich ist. Weil Frauen immer noch als „unmoralisch“ abgestempelt werden, wenn sie „zuviele“ hatten. Weißt du, was Lena dann noch gesagt hat? „Ich hab’s meinem letzten Freund gesagt, und er hat nur gelächelt. Aber ich hab gemerkt: irgendwie war er beeindruckt. Nicht positiv. Verstehst du?“ Ja, verstehe ich.
Männer mit vielen Partnern sind „Player“, Frauen sind „einfach drauf“ oder schlimmer. Doppelmoral? Absolut. Und das macht das Ganze so kompliziert. Weil dann viele Frauen entweder lügen – nach unten – oder schämen sich. Und das ist scheiße.
Was zählt eigentlich als „Sexualpartner“?
Das ist übrigens eine riesige Grauzone. Bei der einen Studie zählt nur voller Geschlechtsverkehr. Bei einer anderen auch Oralsex, wenn’s eben intim war. Bei mir persönlich? Ich glaube, ich würde nur zählen, wo was passiert ist. Aber wenn du mit jemandem drei Tage in einem Tiny House warst, geknutscht, gevibriert, aber kein Penetration – zählt das? Keine Ahnung. Und genau das macht die Zahlen tricky.
Und dann gibt’s noch die Frage: zählt Ex-Freund von der Uni, mit dem man ein Jahr zusammen war, aber nur vier Mal Sex hatte? Oder der Kollege vom Betriebsausflug nach Rügen? Also, bei mir wär’s „ja“ – aber andere könnten das anders sehen.
Region, Bildung, Alter – alles spielt eine Rolle
Übrigens: Es gibt Unterschiede. Frauen mit höherer Bildung haben tendenziell mehr Partner als Frauen mit niedrigerem Abschluss. Warum? Vielleicht mehr Reisen, längere Phase der Unabhängigkeit, späterer Einstieg in feste Beziehungen. Oder einfach mehr Selbstbewusstsein. Keine Ahnung. Aber die Tendenz ist da.
Auch regional: in den westdeutschen Großstädten (Berlin, Hamburg, Köln) ist die Zahl etwas höher als in ländlichen Gebieten oder im Osten. Nicht krass anders, aber messbar. Vielleicht wegen Urbanität, Anonymität, mehr Möglichkeiten.
Hauptsache, es fühlt sich richtig an
Letzten Endes – und das sag ich jetzt ganz von Herzen – ist doch scheißegal, ob du 3 hattest oder 30. Wirklich. Was zählt, ist, dass du dich dabei wohlgefühlt hast. Dass du nie gedrängt wurdest. Dass du dich nicht klein gemacht hast, nur weil andere anders ticken.
Ich selbst? Ich glaube, ich liege so um die 10. War nicht geplant. Hat sich so ergeben. Manche waren toll, manche… naja, Lernerfahrung. Aber ich bereu’s nicht. Und ich schäm mich auch nicht. Weil es mein Leben ist. Punkt.
Und du? Wie viele hattest du? Oder willst du lieber nicht sagen? Ist auch völlig okay. Hauptsache, du bist ehrlich zu dir. Und zu deinem Körper. Und zu deinem Bauchgefühl. Weil das – das merk ich immer mehr – ist der einzige Zähler, der wirklich was zählt.
Honestly: solange du dich gut fühlst, ist alles erlaubt.
