Die ersten sechs Wochen: Wer zahlt eigentlich?
Also, wichtig zu wissen: Die ersten sechs Wochen deiner Krankheit zahlt dein Arbeitgeber. Voll weiter. Du bekommst dein volles Gehalt – so, als wärst du gesund und im Büro. Das ist das sogenannte Entgeltfortzahlungsgesetz. Klingt kompliziert, is’ aber eigentlich ganz einfach. Maximal 6 Wochen, maximal 6 Kalendermonate innerhalb von 12 Monaten. Wenn du öfter krank bist, zählt das auch – also Augen auf.
Und ja, das hab ich auch erst später kapiert: Es sind Kalenderwochen, keine vollen 42 Tage. Heißt: Wenn du am Mittwoch krank wirst, zählt trotzdem die ganze Woche als erste Woche. Ist irgendwie doof, aber so ist das.
Ab Tag 43: Jetzt kommt die Krankenkasse
Genau – ab dem 43. Tag, also nach Ablauf der sechs Wochen, springt die Krankenkasse ein. Und jetzt wird’s interessant: Du bekommst nicht mehr dein volles Gehalt, sondern Krankengeld. Das ist meistens 70 Prozent deines netto Brutto? Moment, nein – warte – es ist 70 Prozent des entfallenden Netto-Arbeitsentgelts. Klingt wie Juristendeutsch, is’ aber so: Sie rechnen dein durchschnittliches Netto der letzten drei Monate, kürzen da ein bisschen, und geben dir dann 70 Prozent davon.
Also, bei meinem Kumpel Timo war das so: Der hat so um die 3.000 Euro brutto im Monat. Nach Abzug Sozialabgaben – Steuern, Rentenversicherung, Krankenversicherung – war sein Netto so bei 2.100. 70 Prozent davon sind dann… knapp 1.500 Euro. Also, nicht die Welt, aber zum Überleben reicht’s. Er hat dann erst mal auf Fertiggerichte umgestellt und weniger Bier getrunken. (Hat er gesagt.)
Aber Achtung: Es gibt ein Höchstlimit!
Ja, das ist der Hammer – das Krankengeld hat eine Obergrenze. 2024 sind das 1.260 Euro pro Monat für die gesetzliche Krankenversicherung. Und das ist brutto, nicht netto. Heißt: Wenn du mehr verdienst, kriegst du trotzdem nicht mehr. Stell dir vor, du verdienst 5.000 Euro – du bekommst trotzdem nur diese 1.260. Ist hart, aber so ist das System. Privatversicherte sind da anders bedient – aber das ist ein anderes Thema.
Ich glaub, das ist auch der Grund, warum viele Angestellte mit höherem Gehalt eine Zusatzversicherung abschließen. Lohnt sich vielleicht, wenn du weißt, dass du gesundheitlich anfällig bist. Ich persönlich? Hab’s noch nie gebraucht – aber man weiß ja nie.
Voraussetzungen: Was musst du tun?
Erstmal: Du brauchst eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – die AU. Die bringst du spätestens am zweiten Tag deiner Krankheit beim Arbeitgeber ab. Und ja, per Mail geht oft auch – aber frag nach, ob das bei dir reicht.
Dann: Die Krankenkasse will die AU auch sehen – meistens reicht’s, wenn du die kopierst und schickst. Bei meiner Schwester Lena hat die Barmer nach der sechsten Woche angerufen und nachgefragt, ob sie wirklich noch nicht arbeitsfähig ist. Standardprozedur, nix Böses. Aber sie war echt genervt, weil sie gerade Schmerzen hatte und dann so ’ne nervige Telefonat führen musste.
Und wenn man früher wieder arbeitet?
Logisch: Wenn du nach vier Wochen schon wieder fit bist, kriegst du die restlichen zwei Wochen trotzdem weiter vom Arbeitgeber bezahlt. Aber du musst auch wieder arbeiten – klar. Und wenn du dich krankschreiben lässt, weil’s dir echt nicht gut geht, aber dann zufällig auf Instagram ein Foto von dir beim Wandern siehst… ja, dann kann das unangenehm werden. Ist zwar selten, aber möglich.
Ich kenn jemanden – nennen wir ihn Markus – der hat nach vier Wochen eine AU verlängert, war aber am Wochenende beim Oktoberfest. Rausgefunden hat’s die Firma über so ein Story-Screenshot. Ging nicht gut aus. Ehrlich gesagt: Lohnt sich nicht. Gesundheit geht vor – und ehrlich sein auch.
Fazit: Wie viel bleibt nach 6 Wochen?
Also, um’s kurz zu machen: Nach sechs Wochen kriegst du Krankengeld von der Krankenkasse – meistens 70 % deines Netto, maximal aber 1.260 Euro. Wenn du weniger verdienst, kriegst du entsprechend weniger. Wenn du mehr verdienst – naja, Pech gehabt.
Und ja, ich weiß – das klingt nicht gerade nach einem finanziellen Sicherheitsnetz. Aber das System ist halt so. Und eigentlich ganz fair, wenn man’s objektiv sieht: Es soll dich vor dem finanziellen Absturz bewahren, nicht dein Lifestyle finanzieren.
By the way: Wenn du dich fragst, ob du arbeitsfähig bist, geh lieber nochmal zum Arzt. Nicht jeder Rückenschmerz ist gleich AU-würdig. Aber wenn’s wirklich nicht geht – dann auch mal Pause machen. Dein Körper dankt’s dir. Ehrlich.
