Italo-Amerikaner – der offizielle Begriff
Also, im Grunde ist es ganz einfach: Man sagt Italo-Amerikaner. Klingt ein bisschen formell, ja, aber das ist der Standardbegriff im Deutschen. Im Englischen heißt es „Italian American“ – ohne Bindestrich, meistens – und das passt dann einfach in den Satz: „He’s Italian American, grew up in Queens.“
Ich finde, „Italo-Amerikaner“ klingt, als hätte es ein Beamter mal in einer Broschüre geschrieben. Vielleicht weil es so glatt ist. Kein Schnörkel, kein Geschmack. Aber okay, es funktioniert.
Und was sagen die Leute im Alltag?
Im echten Leben – also wirklich, auf der Straße, in Pizzerien, bei Hochzeiten – da hört man oft einfach Italiener. Ja, klar, technisch gesehen falsch. Aber das sagen die auch untereinander. „Meine Nachbarn? Die sind Italiener, aus New Jersey.“ Obwohl die Familie seit 1910 in den USA ist. Aber das ist so eine Sache – Identität geht über Pässe.
By the way, ich hab mal mit einem Typen namens Marco gesprochen, der in Philadelphia aufgewachsen ist. Sein Opa kam aus Kalabrien. Marco sagt: „Wir nennen uns Italiener. Punkt. American ist klar, das braucht keiner zu sagen.“ Finde ich irgendwie verstehbar. Du bist nicht „deutschstämmig“, wenn du in Deutschland lebst, oder?
„Wop“ – ein böses Wort mit Geschichte
Aber Vorsicht: Es gibt auch Wörter, die sollte man lieber nicht benutzen. Zum Beispiel Wop. Hört sich harmlos an, oder? Ist es aber nicht. Das war ein Schimpfwort in den 1930ern und 40ern, abgeleitet von „without passport“ – also so was wie „illegaler Einwanderer“. Heute ist es verpönt, und zu Recht.
Ich hab’s mal in einem alten Film gehört, dachte erst, das ist nur ein Kosenamen. War dann peinlich, als mir jemand aus New York sagte: „Mann, sag das bloß nicht in Little Italy.“ Gelernt.
Die Kultur bleibt – egal, wie man sie nennt
Eigentlich geht es ja nicht nur um den Namen. Es geht um Tomatensoße, die drei Stunden köchelt. Um laute Familienessen am Sonntag. Um Onkel, die mit den Händen reden, als wäre Sprache nicht genug. Das ist das, was bleibt – ob Italo-Amerikaner, Italian American oder einfach „die mit dem guten Wein“.
Ich war mal bei einer Hochzeit in New Jersey. Die Mutter der Braut hat mich am Arm gepackt und gesagt: „Iss, sonst denken die, du magst meine Sauce nicht.“ Also hab ich gegessen. Drei Portionen. Das ist Kultur. Egal, wie du sie nennst.
Und im Deutschen?
Im Deutschen bleibt’s bei Italo-Amerikaner, auch wenn’s holprig klingt. Manchmal sagt man auch „amerikanische Italiener“ – aber das ist eigentlich was anderes. Klingt, als wären sie gerade mit dem Flieger rübergekommen. Ist halt nuanciert.
Was ich noch sagen wollte: Es gibt keinen einzigen „richtigen“ Begriff. Es kommt drauf an, wer spricht, wo, und mit wem. Bei einer akademischen Konferenz? Italo-Amerikaner. Bei einer Party in Boston? „Yeah, my mom’s Italian, dad’s Irish – typical combo.“
Hast du schon mal einen kennengelernt?
Ehrlich – du kennst bestimmt jemanden. Vielleicht den Pizzabäcker um die Ecke, dessen Oma noch Italienisch spricht. Oder den Kollegen, der jedes Jahr nach Sizilien fährt. Die meisten von ihnen fühlen sich sowohl amerikanisch als auch italienisch. Manchmal mehr das eine, manchmal mehr das andere.
Ich glaube, das Wichtigste ist: fragen, wie sie sich nennen wollen. Weil am Ende – ist es ihre Geschichte. Und die beginnt nicht mit einem Begriff, sondern mit Nudeln, Lachen und einer Mutter, die immer sagt: „Mangia, mangia!“
Also. Wie nennt man italienische Amerikaner? Italo-Amerikaner. Oder einfach: Familie.
