Die offizielle Story: Odin als Vater, aber die Mutter?
Also, Odin ist klar – der große, bärtige, einäugige Typ auf dem Thron in Asgard. Vater von Thor, Loki, und ja, auch von Hela. Aber die Mutter? Fehlanzeige. Zumindest in den Filmen. Die sagen praktisch nichts. Kein Name, keine Szene im Rückblick, nicht mal ein Foto an der Wand. Nicht mal ein „ach ja, deine Mutter war...“ im Nebensatz. Nada.
Ich hab das erst für einen Schnitzer gehalten. Vielleicht haben die Drehbuchautoren das einfach vergessen? Aber nein – eigentlich war es Absicht. Hela ist mächtiger als alle anderen, selbst Odin musste sie irgendwann einsperren. Und wenn sie so stark ist, dann muss ihre Herkunft auch besonders sein, oder? Also hab ich ein bisschen rumgestöbert. In den Comics, meine ich.
In den Comics: Da wird’s kompliziert
Weißt du, was krass ist? In den Marvel-Comics ist Hela eigentlich die Tochter von Loki. Ja, richtig gehört – Loki! Nicht Odin direkt. Und ihre Mutter? Eine gewisse Angrboda. Klingt wie eine nordische Metal-Band, oder? (By the way, ich hab mal in einer Band gespielt, „Fenrir’s Bane“, wir haben nur Marvel-Themen gecovert – keine Ahnung, warum das nie was wurde.)
Angrboda ist eine Jotun, also eine Riesin, aus Jotunheim. Und sie ist keine x-beliebige Riesin – sie ist die Geliebte von Loki und Mutter mehrerer... sagen wir mal, spezieller Kinder. Neben Hela auch Fenrir, der riesige Wolf, und die Midgardschlange Jörmungand. Also, wenn dir jemand sagt, Loki hat eine komplizierte Familiendynamik – ja, Understatement des Jahrtausends.
Aber hier kommt’s: in den Comics ist Hela nicht nur die Göttin der Toten, sondern regiert Hel und Niflheim. Sie ist grausam, aber auch traurig irgendwie. Und ihre Herkunft spielt eine riesige Rolle. Sie fühlt sich ausgeschlossen, verachtet – weil sie zur Hälfte Riesin ist, weil sie aus einer „dunklen“ Linie kommt. Das macht sie menschlich, irgendwie. Obwohl sie natürlich alles andere als menschlich ist.
Aber im Film? Ganz anders
Im MCU – also im Marvel Cinematic Universe – ist Hela plötzlich Odins Tochter. Direkt. Kein Loki dazwischen. Und ihre Mutter? Weg. Einfach... nicht vorhanden. Ausgelöscht. Wie eine unbequeme Wahrheit, die Asgard lieber vergisst.
Cate Blanchett spielt sie so überzeugend, dass man fast vergisst, dass da was fehlt. Aber genau das ist ja das Interessante: Die Abwesenheit der Mutter wird zur Geschichte. Es ist, als hätte Odin sie getilgt – aus den Aufzeichnungen, aus dem Gedächtnis, aus der Erzählung. Und das macht einen nachdenklich. Warum? War sie zu mächtig? Zu gefährlich? Oder hat sie Widerstand geleistet, als Odin Hela einsperrte?
Ich hab neulich mit meinem Kumpel Lars drüber geredet – wir waren im Café am See, du kennst das, mit dem komischen Kaffee, der immer nach Kardamom schmeckt. Und Lars meinte: „Vielleicht war ihre Mutter auch eine Kriegerin. Vielleicht hat sie versucht, Hela zu retten, und ist dabei gestorben.“ Und ich dachte: Mensch, das wäre tragisch. Und so wahrscheinlich.
Warum wird die Mutter nie genannt?
Weil sie nicht passt. Punkt. Asgard will perfekt wirken. Odin der weise König, Thor der heldenhafte Sohn. Aber Hela? Die Tochter, die er verleugnet hat? Und deren Mutter möglicherweise eine Feindin war? Oder eine Rebellin? Oder einfach eine Frau, die er benutzt und dann beseitigt hat? Das passt nicht in die offizielle Erzählung.
Ich glaube fast, dass ihre Mutter bewusst ausgelöscht wurde – nicht nur aus der Geschichte, sondern aus der Erinnerung. Und das macht die ganze Sache so faszinierend. Es ist nicht nur ein Mysterium – es ist ein politisches Schweigen. Ein Grab, das nie geöffnet wird.
Könnte sie jemals auftauchen?
Also, ehrlich? Wahrscheinlich nicht. Nicht als lebende Figur. Aber vielleicht als Erinnerung. In einer Vision. In einem alten Buch, das jemand findet. Oder in einer Zeichnung in einer verborgenen Kammer unter Asgard. Ich stell mir das so vor: Thor entdeckt ein Bild – eine Frau mit Hela’s Augen, aber langen, silbernen Haaren, in einer Rüstung aus Eis. Und daneben steht nur ein Name: Angrboða.
Dann würde alles Sinn machen. Die Macht, die Trauer, der Zorn. Plötzlich wäre Hela nicht nur die Böse, sondern auch das Opfer. Und das wäre eigentlich viel interessanter, oder?
Was denkst du?
Weißt du was? Manchmal frage ich mich, ob Marvel es absichtlich so macht – Geheimnisse, die nie gelöst werden. Weil das dann jeder für sich ausfüllen kann. Meine Theorie? Hela’s Mutter war eine Jotun-Kriegerin, die Odin liebte – aber nicht heiraten konnte. Weil es gegen die Regeln war. Und als Hela zu stark wurde, hat er beide aus seinem Leben gestrichen. Kalt. Aber typisch Odin.
Hast du schon mal darüber nachgedacht? Oder war dir das eigentlich egal? Ich find’s krass, wie so ein kleines Detail – oder eben die Abwesenheit davon – eine ganze Figur verändern kann. Hela ist nicht nur die Schwester von Thor. Sie ist das, was Asgard verdrängt. Und ihre Mutter? Die ist das, was niemand mehr wagt auszusprechen.
Hmm. Vielleicht sollte ich das mal als Fan-Fiction schreiben. „Hela: Die Tochter der vergessenen Göttin“. Klingt gut, oder? Oder ich bleib doch lieber bei meinem Kaffee mit Kardamom und lasse die Mythen Mythen sein.
