Was ist überhaupt ein Midijob und warum ist die Steuerklasse wichtig?
Okay, kurz zur Definition: Ein Midijob ist ein Job, bei dem du regelmäßig zwischen 520,01 Euro und 2.000 Euro im Monat verdienst. Früher nannte man das Ganze Gleitzone, aber Midijob klingt doch viel cooler, oder?
Und warum ist die Steuerklasse so wichtig? Ganz einfach: Sie bestimmt, wie viel Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag von deinem Gehalt abgezogen werden. Je nachdem, welche Steuerklasse du hast, bleibt dir also mehr oder weniger Netto vom Brutto. Und das ist ja schließlich das, was zählt, oder?
Die Krux mit den zwei Midijobs und der Steuerklasse
So, jetzt wird's spannend. Wenn du nur einen Midijob hast, wird der in der Regel ganz normal nach deiner Steuerklasse versteuert. Alles easy. Aber was passiert, wenn du zwei Midijobs hast? Hier kommt der Knackpunkt:
Dein erster Midijob wird in der Regel nach deiner regulären Steuerklasse (also 1, 2, 3, 4 oder 5) versteuert. Aber Achtung: Dein zweiter Midijob wird IMMER in Steuerklasse 6 versteuert! Und das bedeutet: Hohe Abzüge! Autsch!
Warum Steuerklasse 6?
Ganz einfach: Der Staat geht davon aus, dass du mit deinem ersten Job schon einen Grundfreibetrag nutzt. Der zweite Job wird dann quasi „voll“ besteuert. Klingt unfair? Ist es vielleicht auch ein bisschen. Aber so sind nun mal die Regeln.
Was du tun kannst, um das Steuerchaos zu vermeiden
Keine Panik! Es gibt ein paar Möglichkeiten, wie du das Ganze etwas optimieren kannst. Denn Steuerklasse 6 ist wirklich unschön.
Möglichkeit 1: Steuererklärung machen!
Das ist eigentlich die wichtigste Maßnahme. Denn mit einer Steuererklärung holst du dir zu viel gezahlte Steuern wieder zurück. Und glaub mir, bei Steuerklasse 6 kommt da einiges zusammen. Also, ran an die Steuererklärung! Es lohnt sich!
Möglichkeit 2: Steuerklassenwechsel prüfen
Wenn du verheiratet bist, kann es sich lohnen, die Steuerklassenkombination zu ändern. Vielleicht ist es günstiger, wenn dein Partner/deine Partnerin die Steuerklasse 3 wählt und du die 5. Das hängt aber von euren individuellen Einkommensverhältnissen ab. Lass dich am besten von einem Steuerberater beraten!
Möglichkeit 3: Minijob statt Midijob?
Manchmal kann es sinnvoller sein, einen der Midijobs in einen Minijob umzuwandeln (also einen Job, bei dem du maximal 520 Euro im Monat verdienst). Minijobs sind nämlich steuerfrei (bzw. pauschal versteuert), was die Sache deutlich vereinfacht. Aber Achtung: Das lohnt sich nur, wenn du insgesamt nicht mehr verdienst als vorher. Also, gut durchrechnen!
Fazit: Augen auf bei zwei Midijobs!
Zwei Midijobs können eine tolle Sache sein, um das Einkommen aufzubessern. Aber lass dich nicht von der Steuer überraschen! Informiere dich gut, mach deine Steuererklärung und scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn am Ende soll ja auch was für dich übrig bleiben, oder? Und denk dran: Steuern sind zwar doof, aber sie finanzieren wichtige Dinge in unserem Land. Also, Kopf hoch und durch!
