Ein bunter Mix: Dialekte und Einflüsse
Die Wolgadeutschen kamen ja aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Im 18. Jahrhundert lockte Katharina die Große sie ins Wolgagebiet. Die kamen aus Hessen, dem Rheinland, Schwaben... also, querbeet. Jeder brachte seinen eigenen Dialekt mit. Und dann, über die Generationen, vermischte sich das alles zu etwas Neuem. Wie ein Eintopf, wo am Ende keiner mehr genau sagen kann, welche Zutat jetzt am stärksten raussticht, you know?
Russische Lehnwörter – klar, oder?
Und natürlich, durch den Kontakt mit der russischen Bevölkerung, kamen auch russische Wörter dazu. Ganz normal, wenn man in einem anderen Land lebt. Ich erinnere mich, meine Oma hat immer von der "Kutsche" geredet, aber manchmal sagte sie auch "Telega" – das ist Russisch für Wagen. Solche Kleinigkeiten eben. Oder „Babuschka“ für Oma, natürlich. Das kennt ja jeder.
"Platt" oder Hochdeutsch? Eher was dazwischen!
War das jetzt Hochdeutsch oder Plattdeutsch? Weder noch, würde ich sagen. Eher so ein Mittelding. Ein bisschen wie wenn du versuchst, Hochdeutsch zu reden, aber dein Dialekt immer wieder durchblitzt. Verstehst du, was ich meine? Es war auf jeden Fall kein lupenreines Bühnendeutsch. Eher so die Sprache, die man zu Hause gesprochen hat, mit Freunden, auf dem Markt. Eine Alltagssprache.
Meine Oma und das Wolgadeutsch… Eine kleine Anekdote
Meine Oma, die war ja selbst Wolgadeutsche. Sie ist 1941 deportiert worden. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie manchmal mit meiner Mutter Wolgadeutsch gesprochen hat, wenn sie nicht wollten, dass ich alles verstehe. (Haha!). Ich hab' dann immer versucht, was aufzuschnappen. Viel hab' ich natürlich nicht verstanden, aber es klang irgendwie… vertraut. So warm und gemütlich. Ein bisschen traurig auch, weil man wusste, dass es eine Sprache war, die langsam verschwindet. Sie hat immer "Strutz" gesagt, wenn ich nicht artig war. Keine Ahnung, wie man das schreibt, aber so hat es geklungen.
Ist Wolgadeutsch noch lebendig?
Tja, das ist die Frage. Ehrlich gesagt, nicht mehr wirklich. Viele Wolgadeutsche sind nach dem Krieg nach Deutschland gekommen, und da hat sich die Sprache natürlich angepasst. Die jüngeren Generationen sprechen meistens nur noch Deutsch. Es gibt zwar noch ein paar Vereine und Initiativen, die versuchen, die Sprache und Kultur am Leben zu erhalten, aber es ist ein schwieriger Kampf. Schade eigentlich, denn es war eine wirklich einzigartige Sprache, finde ich. Eine Sprache, die viel über die Geschichte und Identität der Wolgadeutschen erzählt. Aber weißt du was? Vielleicht lebt sie ja in unseren Herzen weiter. In den kleinen Anekdoten, die wir uns erzählen. In den Rezepten, die wir von unseren Großmüttern haben. In den Liedern, die wir manchmal summen. Wer weiß?
Abschließende Gedanken (ganz subjektiv!)
Ich finde es total wichtig, dass man sich mit solchen Themen beschäftigt. Nicht nur, um die Vergangenheit zu verstehen, sondern auch, um die Gegenwart besser einordnen zu können. Die Geschichte der Wolgadeutschen ist ein Teil unserer deutschen Geschichte, und wir sollten sie nicht vergessen. Und die Sprache? Die ist ein Schlüssel dazu. Auch wenn sie vielleicht bald ganz verstummt ist.
