Ehrlich gesagt, ich hatte auch keine Ahnung
Die drei großen Optionen: Voll, Regional, oder beides?
Also, grob gibt’s drei Möglichkeiten. Erstens: Vollnarkose. Du schläfst tief und fest, wachst erst danach wieder auf. Zweitens: Regionalanästhesie – das ist so wie beim Zahnarzt, aber am Rücken. Und drittens: Kombination aus beidem. Klingt viel, is’ aber eigentlich überschaubar.
Bei Hernien, besonders bei Leistenhernien, ist es echt üblich, dass der Anästhesist sagt: „Wir machen mal nur eine Spinale.“ Also, eine örtliche Betäubung im unteren Rücken. Du bist wach, spürst aber nix im Bauchraum. Und manchmal kriegst du noch was zum Entspannen – so ein bisschen Dämmerschlaf, nennen die das. Hört sich komisch an, funktioniert aber oft super.
Warum nicht immer Vollnarkose?
Gute Frage. Ich dachte auch: Bauch-OP = Vollnarkose. Aber tatsächlich – und das hat mir der Anästhesist später erklärt – bei kleineren Eingriffen wie Hernien ist Vollnarkose oft übertrieben. Die Risiken sind höher, besonders bei älteren Patienten. Atemprobleme, Kreislauf, Verwirrtheit danach… du kennst das, oder? Opa Fritz nach der Hüfte – drei Tage im Nebel.
Bei regionaler Betäubung bleibt der Körper „wacher“, die Belastung ist geringer. Und die Erholung geht oft schneller. Manche sind schon nach drei Stunden wieder zu Hause. Echt jetzt. Tom war um 14 Uhr im OP, um 17 Uhr draußen – mit nur einer spinale Anästhesie und einem kleinen Schnitt.
Aber kann ich das überhaupt wählen?
Also, das ist wichtig: Ja, du hast ein Mitspracherecht. Aber – und das ist ein großes Aber – es hängt auch vom Zustand ab, von der Art der Hernie, und von der Klinik. In manchen Häusern machen die fast alles unter Regional. In anderen, besonders bei Bauchwandbrüchen oder komplexeren Fällen, geht’s nur mit Vollnarkose.
Ich hab letztens mit einer OP-Schwester aus Heidelberg gesprochen – Julia heißt sie, glaub ich. Die meinte: „Wir fragen den Patienten immer: Können Sie sich vorstellen, wach zu sein, während wir operieren? Manche sagen: Nein, auf keinen Fall! Dann nehmen wir Vollnarkose. Andere: Wenn’s geht, lieber nicht sediert. Dann schauen wir, ob’s passt.“ Also, Angst ist völlig okay. Wirklich. Kein Grund, sich dafür zu schämen.
Was ist mit Schmerzen während der OP?
Ach, das fragen alle. „Spür ich was?“ Also, bei ordentlicher spinaler Anästhesie: Nein. Gar nix. Du hörst vielleicht Geräusche, Stimmen, das Klackern vom Instrumententisch. Aber Schmerz? Fehlanzeige. Es sei denn, die Betäubung sitzt nicht perfekt – aber das ist selten. Und wenn doch: Der Anästhesist ist da, der merkt das sofort, und legt nach. Entweder örtlich nach, oder wechselt auf Vollnarkose. Kein Drama.
Ich hab mal gehört – von einem Kollegen, glaub ich – dass jemand während einer Hernien-OP plötzlich ein Ziehen gespürt hat. War wohl eine kleine Fehlbetäubung. Aber Sekunden später war der Anästhesist dran, hat was gespritzt, und danach war alles gut. Also, Panikmache bringt nix.
Und nach der OP? Was ist angenehmer?
Hier sag ich mal ganz ehrlich: Ich persönlich würde bei so einer Sache lieber regional wählen. Warum? Weil ich nach Vollnarkose immer so benebelt bin. Kopf schwer, Mund trocken, kotzübel. Kein Spaß. Bei Regionalanästhesie wachst du klarer auf. Klar, die Wirkung vom Betäubungsmittel klingt langsam ab – und das kann unangenehm sein, zackig so. Aber Schmerzmittel kriegst du ja.
Tom hat gesagt: „Nach der OP hab ich nur zwei Paracetamol genommen. Sonst nix. Und das war’s.“ Klar, er ist jung, fit, keine Komplikationen. Aber zeigt halt: Es kann gut laufen.
Aber was, wenn ich Angst habe?
Du weißt, was ich denke? Angst ist völlig legitim. Wirklich. Wenn du dich nicht wach vorstellen kannst, während jemand in deinem Bauch rumhantiert – verständlich. Dann sag das auch. Kein Arzt macht dir deswegen Vorwürfe. Im Gegenteil: Sie wollen, dass du dich sicher fühlst.
Ich hab mal einen Onkel gehabt – Onkel Klaus – der ist bei jeder Spritze hyperventiliert. Der hat vor jeder OP eine Panikattacke gekriegt. Da macht man keine Regionalanästhesie, klar. Da nimmt man Vollnarkose, und fertig. Und das ist auch richtig so.
Fazit: Es kommt drauf an – auf dich
Also, um es kurz zu machen: Es gibt keine Einheitsnarkose bei Hernien-OPs. Manche kriegen Vollnarkose, manche nur Regional, manche beides. Was am besten ist, hängt von deinem Körper, deiner Angst, dem OP-Verfahren – und vom Team ab.
Was ich dir mitgeben will: Rede vorher mit dem Anästhesisten. Nicht erst am OP-Tag. Lies den Aufklärungsbogen, stell Fragen. Sag, was dir durch den Kopf geht. „Hab Angst, was zu spüren“, „Ich hasse dieses benebelte Gefühl danach“ – alles valide.
Honestly? Ich würde mich vorher beraten lassen und dann entscheiden. Weil: Du musst danach mit dem Gefühl klarkommen – nicht der Arzt.
Ach, und wenn du Tom triffst – sag ihm, er soll endlich das Sofa wegschmeißen. Das nächste Mal hebst du mit, ja?
