Die kurze Antwort: Beides kann richtig sein
Ja, wirklich. Es hängt einfach vom Kontext ab. Und das ist typisch deutsch, oder? Nichts ist einfach schwarz-weiß. Aber lass uns das mal runterbrechen, ganz locker.
Wenn’s zwei Wörter sind: auf Grund
Wenn du »auf Grund« schreibst, trennst du die beiden Wörter. Und das macht man, wenn du dich tatsächlich auf einen physischen Grund beziehst – also den Boden, den Untergrund, so was in der Art.
Stell dir vor, du fährst mit dem Boot auf dem Bodensee rum – mein Onkel Herbert macht das jedes Jahr im Sommer, immer mit seiner alten Jolle. Und letztes Jahr ist er tatsächlich auf Grund gelaufen. Ja, genau: Das Boot hat am Meeresboden gekratzt. Und dann rief er: »Verdammt, ich bin auf Grund gelaufen!« Und da – Achtung – ist es ganz klar auf Grund, weil es um den tatsächlichen Grund geht. Geografisch sozusagen.
Also: physischer Boden = auseinander.
Wenn’s ein Wort ist: aufgrund
Hier kommt das zusammen geschriebene »aufgrund« ins Spiel. Das ist eine Präposition, also eine Verbindungswörter-Nummer, die eine Begründung einleitet. Und die steht meistens vor einem Genitiv.
Beispiel: »Aufgrund des schlechten Wetters wurde das Konzert abgesagt.« Klingt korrekt, oder? Und hier geht’s nicht um Matsch oder Erde, sondern um einen Grund – eine Ursache. Das ist dann aufgrund, zusammengeschrieben.
Man könnte auch sagen: »Wegen des schlechten Wetters...« – das ist sinngemäß ähnlich, nur etwas umgangssprachlicher. »Aufgrund« wirkt etwas formeller, seriöser. Deshalb siehst du es oft in Zeitungen, E-Mails an den Chef oder in Bewerbungen. (Ja, da war ich wieder, mit meiner Bewerbung...)
Aber Moment – war da nicht mal was mit Duden?
Ich hab das mal nachgeschlagen, weil ich mir nicht sicher war. Und der Duden sagt klar: »aufgrund« ist eine Präsposition, zusammengeschrieben, mit Genitiv. Aber »auf Grund« auseinander – nur dann, wenn es um den wörtlichen Grund geht, wie im Bootbeispiel.
Interessant ist aber: Früher war das viel verschwommener. Vor der Rechtschreibreform 1996 wurde »aufgrund« oft auseinander geschrieben, sogar in offiziellen Texten. Ich hab mal einen alten Brief von meiner Tante Gisela aus den 80ern gefunden – da steht tatsächlich »auf Grund der Hitze«. Und damals war das sogar okay. Aber heute? Heute guckt der Duden streng. Also besser zusammenschreiben, wenn’s um Gründe geht.
Ein kleiner Trick für den Alltag
Ich mach’s mir einfach: Wenn ich unsicher bin, ersetze ich den Ausdruck mal durch »wegen«. Funktioniert der Satz dann noch? Wenn ja, dann schreibe ich »aufgrund« zusammen.
Beispiel: »Aufgrund der Krankheit konnte sie nicht kommen.« → »Wegen der Krankheit...« – ja, passt. Also: aufgrund.
Aber: »Das Schiff liegt auf Grund.« → »Das Schiff liegt wegen Grund.« – Ne, klingt doof. Also auseinander: auf Grund.
Geht ganz gut, oder? Ist zwar nicht wasserdicht für jede Ausnahmekiste, aber für den Alltag vollkommen ausreichend.
Und was ist mit »grundsätzlich«?
Ach so, nebenbei – das hat jetzt nicht direkt was damit zu tun, aber ich denk grad dran: Manche verwechseln das manchmal. »Grundsätzlich ja, aber...« – das ist ein anderes Wort. Kommt von »Grund« im Sinne von Prinzip, nicht von Begründung. Aber das ist wieder ein anderes Thema. (Obwohl – eigentlich auch nicht. Es hängt alles irgendwie zusammen, die Sprache halt...)
Warum nur macht uns die deutsche Sprache das Leben so schwer?
Keine Ahnung. Aber irgendwie liebe ich das auch. Weil es eben nicht nur Regeln sind – es ist wie ein Puzzle. Manchmal passt was nicht auf den ersten Blick, aber dann dreht man es ein bisschen, guckt von der Seite – und plötzlich: Aha.
Ich hab letztens mit einer Freundin aus München gesprochen, Lena, sie unterrichtet Deutsch als Fremdsprache. Und die meinte: »Meine Schüler fragen das ständig. Und ich sag dann immer: Stellt euch ein Schiff vor. Wenn’s kentert, ist es auf Grund. Wenn’s regnet, ist das aufgrund des Wetters.« Find ich gut. Bildhaft. Bleibt hängen.
Fazit: Es kommt drauf an – wie immer
Also, um’s nochmal klarzustellen:
- aufgrund = Begründung, zusammen
- auf Grund = physischer Boden, auseinander
Und wenn du mal unsicher bist – keine Panik. Selbst Muttersprachler machen da Fehler. Ich mach’s ja auch. Letzte Woche hab ich in einer Mail an meinen Vermieter geschrieben: »Auf Grund der Lärmbelästigung...« – und hab’s dann im Nachhinein geändert. Weil’s um die Ursache ging, nicht um Erdreich. Also: aufgrund.
Hast du auch so Momente, wo du plötzlich anfängst, über jedes Wort nachzudenken? Ich manchmal schon. Dann stehe ich da, halb im Bad, Zahnputze im Mund, und denk: Schreibt man »trotz« mit oder ohne Dativ? Und dann muss ich lachen. Weil – ehrlich – wer hat sich das alles ausgedacht?
Aber hey, das macht’s ja aus. Die Sprache lebt. Und wir mit ihr.
