Ehrlich gesagt, hab ich das auch erst rausgesucht
Ich war letztes Jahr mit meiner Freundin Marie in Lyon – du kennst Lyon? Diese Stadt, wo das Essen so gut ist, dass du jedes Mal, wenn du ein Bouchon betrittst, denkst: ‚Das war’s, jetzt sterbe ich glücklich.‘ Naja, wir waren Ende Juli da, und es war… heftig. Ich rede nicht von angenehm warm, sondern von ‚meine Schuhe kleben am Asphalt‘-heiß. Marie hat ihren Wasserflaschenhalter verflucht, weil die Flasche innerhalb von 20 Minuten warm wie Duschwasser war. Und da dachte ich mir: Okay, das hier ist nicht einfach Zufall. Das ist der Gipfel.
Also hab ich danach mal bei Météo-France reingeschnüffelt – ja, die haben sogar so einen netten kleinen Klima-Blog – und was glaubst du? Der wärmste Monat in ganz Frankreich ist tatsächlich der Juli. Im Durchschnitt. Klar, da kommt jetzt jemand und sagt: „Aber im August war es bei mir in Nizza noch heißer!“ Und du weißt was? Der hat vielleicht sogar recht. Aber im landesweiten Schnitt? Juli gewinnt.
Warum eigentlich Juli und nicht August?
Gute Frage. Ich dachte lange, August wäre der König der Hitze – schließlich ist das der Monat der großen Ferien, der Strandromane, der Grillabende, die bis um drei Uhr morgens gehen. Aber wissenschaftlich gesehen (ja, ich hab mich ein bisschen reingelesen, okay?) liegt es an der sogenannten „thermischen Trägheit“ des Klimas. Klingt kompliziert, is’ aber simpel: Die Erde und die Meere brauchen Zeit, um sich aufzuheizen. Also, im Juni geht die Sonne zwar schon lange, aber der Boden ist noch nicht richtig warm. Dann kommt der Juli – alles hat sich aufgeheizt, die Luft, der Asphalt, die Dächer, die Bäume – und plötzlich: Boom. Maximaltemperatur.
August ist dann oft noch heiß, klar, aber meistens schon ein Hauch stabiler, manchmal sogar ein bisschen feuchter. Vor allem im Südosten. Und in Städten wie Marseille oder Toulouse kann der August echt extrem werden – aber statistisch gesehen liegt Juli knapp vorn.
Und was ist mit dem Rest des Landes?
Also, das ist auch wichtig: Frankreich ist ja nicht nur die Riviera. Im Norden, so um Lille oder Amiens, ist es natürlich anders. Da ist der Sommer oft kürzer, die Temperaturen milder. Aber auch da – und das ist krass – ist Juli der heißeste Monat. Nur eben mit durchschnittlich 22 statt 32 Grad. Aber hey, für die Nordfranzosen ist das auch schon fast Afrika.
Im Elsass oder in Lothringen merkst du dann den kontinentalen Einfluss: kältere Winter, heißere Sommer. Dort kann es im Juli schon mal auf 35 Grad klettern. Und das fühlt sich an, als würde dir jemand einen Föhn ins Gesicht halten – während du in einer Daunenjacke steckst. Übertreibung? Vielleicht. Aber du weißt, was ich meine.
By the way – was ist mit dem Rekord?
Hier wird’s spannend: Der höchste jemals gemessene Temperaturwert in Frankreich war 46,0 °C. Wann? Am 28. Juni 2019. In Gallargues-le-Montueux, das ist so ein kleines Dorf in der Nähe von Nîmes. Juni! Ich weiß, ich weiß – das widerspricht doch allem, was ich gerade gesagt hab, oder? Aber Achtung: Das war ein Einzeltag. Ein Hitzerekord, ausgelöst durch eine extreme Hitzewelle. Das ändert nichts am Durchschnitt. So wie wenn du mal einen Lottogewinn machst, bist du nicht plötzlich reich – du hattest nur Glück an einem Tag.
Die durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli liegt in Südfrankreich bei etwa 28–32 °C, im Norden bei 21–24 °C. August ist meist nur ein, zwei Grad kühler – aber oft feuchter, was die Hitze unangenehmer macht. Du weißt das Gefühl: Du schwitzt, obwohl du nur auf einer Bank sitzt und ein Croissant isst. Das ist August.
Persönlich? Ich mag den Juli lieber
Ich sag’s mal so: Wenn ich wählen müsste, wann ich nach Frankreich reisen will – dann Juli. Nicht nur wegen der Wärme, sondern weil es dann noch nicht ganz so voll ist wie im August. Weil die Lavendelfelder oft noch blühen (je nach Region, manchmal sind sie Ende Juli schon abgeerntet – Pech gehabt). Und weil die Abende noch lang sind, aber nicht so stickig wie später im Sommer.
Letztes Jahr in Lyon, nach diesem heißen Tag, sind Marie und ich dann an die Saône gegangen. Haben uns einfach aufs Ufer gesetzt, Brot, Käse, Rosé – das volle Programm. Und die Nacht war warm, aber nicht erdrückend. Der Himmel voller Sterne, irgendwo spielte jemand Akkordeon. Und ich dachte: Ja. Das ist Frankreich im Sommer. Nicht zu perfekt. Nicht zu kalkuliert. Aber verdammt gut.
Fazit, oder: Wann solltest du hinfahren?
Wenn du Hitze liebst: Juli ist dein Monat. Wenn du Strand, Sonne, null Wolken willst – vor allem im Süden – dann ist das die beste Zeit. Aber nimm ein gutes Sonnenschutzmittel mit. Ehrlich. Ich hab meins vergessen, und nach zwei Stunden am Vieux-Port in Marseille sah mein Gesicht aus wie eine überkochte Tomate.
Und wenn du es etwas ruhiger magst? Vielleicht Ende August? Dann ist es immer noch warm, aber die Massen sind weg, die Preise sinken, und du findest noch einen Platz im Schatten. Aber der wärmste Monat bleibt, statistisch wie gefühlsmäßig: der Juli. Klar, mit Ausreißern. Klar, mit regionalen Unterschieden. Aber hey – das macht’s ja auch interessant, oder?
Sag mal – warst du schon mal in Frankreich im Sommer? Und wenn ja: Welcher Monat hat dich am meisten umgehauen? Ich bin echt gespannt.
