Elterngeld einfach erklärt: Was ist das überhaupt?
Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt (bzw. vor dem Mutterschutz). Und genau da kommt der sogenannte Elterngeld Trick ins Spiel…
Der Elterngeld Trick: Wie funktioniert das?
Kurz gesagt: Einkommen gezielt optimieren vor der Geburt
Der Trick besteht darin, die 12 Monate vor der Geburt so zu gestalten, dass man möglichst viel verdient – weil daraus das Elterngeld berechnet wird. Es gibt Paare (oder Alleinerziehende), die gezielt ihr Gehalt steigern, Boni auszahlen lassen oder sogar in die Selbstständigkeit wechseln, nur um den Elterngeld-Schnitt zu boosten.
Klingt ein bisschen verrückt? Vielleicht. Aber es funktioniert. Und es ist völlig legal.
Ein Beispiel:
Anna arbeitet normalerweise 20 Stunden pro Woche. Ein Jahr vor der geplanten Geburt wechselt sie in Vollzeit (oder sogar in einen besser bezahlten Job). Dadurch steigt ihr Nettoeinkommen – und somit auch ihr Elterngeld. Clever, oder?
Timing ist alles
Der Trick klappt nur, wenn du rechtzeitig planst. Sobald du im Mutterschutz bist (in der Regel 6 Wochen vor Geburt), zählen deine Mutterschaftsleistungen nicht mehr in den Bemessungszeitraum. Heißt: was du bis dahin verdienst, ist entscheidend.
Wer kann den Elterngeld Trick nutzen?
Besonders interessant für:
Teilzeitkräfte, die vorübergehend aufstocken können
Selbstständige, die gezielt Gewinne erhöhen (und Ausgaben senken)
Arbeitnehmer:innen, die mit Boni, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld jonglieren
Familien mit geplantem Kinderwunsch – je mehr Vorlauf, desto besser
Ein Kollege von mir (selbständig als IT-Berater) hat sich im Jahr vor der Geburt seiner Tochter keinen Cent ausgezahlt, um in der Steuer niedrig zu bleiben. Dann, 14 Monate vor der Geburt: Boom, große Ausschüttung, alles als Gewinn versteuert – und damit das Elterngeld hochgepusht. Nicht ganz ohne Risiko, aber effektiv.
Welche Risiken gibt es?
Nicht alles klappt immer wie geplant
Klar, klingt smart – aber es gibt auch Fallstricke:
Ungeplante Schwangerschaft → wenig Zeit zum „Tricksen“
Krankheit oder Jobverlust während des Bemessungszeitraums → kann dir den Schnitt versauen
Falsche Beratung → gerade bei Selbstständigen kann’s steuerlich kompliziert werden
Und man darf auch nicht vergessen: Höheres Einkommen heißt auch höhere Steuerlast. Also immer alles genau durchrechnen.
Was sagt der Staat dazu?
Ist das erlaubt?
Ja. Das Ganze bewegt sich vollkommen im rechtlichen Rahmen – solange du keine falschen Angaben machst. Der Staat kennt die Tricks (logisch), aber die Regelungen lassen diesen Spielraum eben offen. Wer sich auskennt oder gut beraten lässt, kann legal das Maximum rausholen.
Aber: Änderungen am Elterngeldgesetz sind immer möglich. Manche Politiker:innen haben schon angekündigt, „optimierte Modelle“ genauer unter die Lupe zu nehmen. Also lieber nicht zu laut angeben.
Fazit: Der Elterngeld Trick ist kein Mythos – aber braucht Planung
Wer rechtzeitig Bescheid weiß, kann mit dem Elterngeld Trick mehr rausholen, als man denkt. Ob’s sich lohnt? Kommt auf deine Lebenslage, dein Einkommen und deine Flexibilität an. Aber eins ist sicher: Bisschen Vorplanung schadet nie – und manchmal bringt sie dir ein paar Tausend Euro mehr auf’s Konto.
Und hey… wenn der Staat schon zahlt, warum nicht das Beste draus machen?
