Und da dachte ich mir: Moment mal, das ist doch eigentlich logisch, oder? Wenn man mal drüber nachdenkt – Weihnachten ist doch alles, was Narzissten nicht ausstehen können. Es geht ja nicht wirklich um sie, sondern um Gemeinschaft, um Bescheidenheit, um Nächstenliebe. Alles Dinge, die in ihrem Wertesystem einfach nicht vorkommen.
Es dreht sich nicht alles um sie
Also mal ehrlich: An Weihnachten steht die Familie im Mittelpunkt, oder zumindest das Wir-Gefühl. Da wird gemeinsam gekocht, geschenkt, Zeit verbracht. Für jemanden, der ständig Aufmerksamkeit braucht wie die Luft zum Atmen, ist das doch frustrierend. Die Bühne wird geteilt, manchmal müssen sogar andere im Rampenlicht stehen – undenkbar!
Ich erinnere mich an letztes Jahr, als mein Cousin David – der eigentlich immer der Star sein muss – bei der Bescherung richtig mürrisch wurde, weil seine kleine Nichte Lilly mit ihrem neuen Puppenhaus im Mittelpunkt stand. Er hat dann plötzlich angefangen, lauthals von seiner Beförderung zu erzählen, mitten in ihrem Spiel. Unangenehm.
Geschenke: Eine einzige Enttäuschung
Und dann das Thema Geschenke! Narzissten haben oft völlig unrealistische Erwartungen. Da wird monatelang subtil (oder auch nicht so subtil) angedeutet, was man sich wünscht – und wenn’s dann nicht das Richtige ist oder nicht teuer genug, ist die Enttäuschung groß.
Weißt du was? Ich glaube, für sie sind Geschenke nicht Ausdruck von Zuneigung, sondern eine Art Messlatte dafür, wie sehr man sie wertschätzt. Ein falsches Geschenk ist dann gleich eine Kränkung. Dabei geht’s doch eigentlich ums Geben, nicht wahr?
Der ganze Stress mit der Harmonie
An Weihnachten soll alles perfekt sein – aber nicht ihr perfekt, sondern dieses familiäre, warme Perfekt. Das stresst narzisstische Menschen unheimlich, weil sie die Kontrolle nicht alleine haben. Der Tannenbaum muss bestimmten ästhetischen Ansprüchen genügen, das Essen muss auf ihre Art zubereitet werden, alles muss ihren Standards entsprechen.
Und wehe, jemand stört diese Idealvorstellung! Da werden dann Kleinigkeiten zu riesigen Dramen aufgeblasen. Dabei ist Weihnachten doch eigentlich das Gegenteil: Unperfekt, chaotisch, aber herzlich.
Sie können nicht wirklich geben
Das ist vielleicht der Kernpunkt: Narzissten haben oft große Schwierigkeiten, uneigennützig zu geben. Geschenke sind bei ihnen häufig strategisch – sie geben, um etwas zurückzubekommen, um Eindruck zu machen oder um sich überlegen zu fühlen.
Echt jetzt, ich kenne da jemanden, der schenkt immer extra teure Sachen, nur um damit anzugeben. Das ist dann kein freudiges Geben, sondern eine Investition in das eigene Image. Irgendwie traurig, findest du nicht?
Weihnachten entlarvt ihre Schwächen
Vielleicht ist das der eigentliche Grund: Weihnachten zeigt schonungslos auf, was Narzissten nicht können. Empathie, Selbstlosigkeit, echte Verbundenheit – all das wird in dieser Zeit besonders betont und fällt bei ihnen eben… naja, flach.
Das muss doch unheimlich bedrohlich für sie sein, oder? Da wird ihr Mangel sichtbar, und das in einer Situation, in der alle anderen scheinbar mühelos genau das zeigen, was ihnen fehlt.
Am Ende des Tages
Also wenn du mich fragst: Weihnachten und Narzissmus passen zusammen wie… naja, wie Passt und Eishockey. Es sind einfach zwei verschiedene Welten.
Das heißt nicht, dass narzisstische Menschen Weihnachten nicht genießen können – aber sie müssen es auf ihre Art tun, als eine Art Bühne für sich selbst. Und das ist dann ja auch wieder schade, weil sie das eigentliche Wesen der Festtage verpassen.
Aber was weiß ich schon – vielleicht unterschätze ich sie ja auch. Jeder feiert Weihnachten schließlich anders. Hauptsache, man ist irgendwie glücklich damit, denke ich mir.
