Der Papststreit – eine Geschichte voller Verwirrung
Also, erstmal muss man wissen, dass es sowas wie den sogenannten Abendländischen Schisma gab, und zwar im 14. und 15. Jahrhundert. Das ist so ungefähr die Zeit, als die Kirche richtig große Probleme hatte. Ich erinnere mich, als ich vor ein paar Jahren in Rom war, hab ich in einem kleinen Café direkt um die Ecke vom Vatikan mit einem älteren Herrn gesprochen, der mir genau von dieser Zeit erzählt hat. Total spannend!
Zurück zum Thema: Zwischen 1378 und 1417 gab es tatsächlich mehrere Männer, die sich gleichzeitig als den wahren Papst bezeichneten. Verrückt, oder? Das Ganze fing damit an, dass der Papst in Avignon residierte, nicht in Rom, und die Leute waren hin- und hergerissen, wer jetzt eigentlich der legitime Nachfolger von Petrus ist.
Avignonesisches Papsttum – der Anfang der Doppel-Päpste
Eigentlich war es so: Papst Clemens V. verlegte den Sitz der Päpste nach Avignon in Frankreich, und das blieb so fast 70 Jahre lang. Während dieser Zeit gab es mehrere Päpste, die dort regierten, aber viele Menschen in Rom und anderswo fühlten sich davon ziemlich entfremdet.
Als dann Papst Gregor XI. 1377 zurück nach Rom zog, dachten alle, das Problem sei gelöst. Aber kaum war er tot, kam es zum großen Durcheinander: Ein Teil des Kardinalskollegiums wählte Urban VI. in Rom, aber ein anderer Teil war mit der Wahl unzufrieden und wählte gleichzeitig Clemens VII. – der dann wieder in Avignon residierte. So hatten wir plötzlich zwei Päpste, die beide behaupteten, die einzig legitimen Oberhäupter der katholischen Kirche zu sein.
Wie konnten die Menschen das überhaupt verstehen?
Man muss sich das mal bildlich vorstellen: Da sitzen die Gläubigen und fragen sich, wem sie jetzt folgen sollen. Und das nicht nur in einer Stadt, sondern in ganz Europa! Ich kann mir vorstellen, dass das total verwirrend war. Ich meine, heute, wo wir Internet haben, ist es schon schwer, mit den Nachrichten Schritt zu halten – damals mussten sie sich auf Briefe und Gerüchte verlassen.
Interessanterweise unterstützten verschiedene Länder jeweils den einen oder anderen Papst, je nach politischer Lage. Zum Beispiel war Frankreich ziemlich auf der Seite von Clemens VII., während England eher Urban VI. die Treue hielt. Klingt fast wie ein mittelalterlicher Soap-Opera, oder?
Und dann kam das Konzil von Konstanz
Nach Jahrzehnten des Chaos wurde 1414 das Konzil von Konstanz einberufen. Dort versuchte man, Ordnung in das Durcheinander zu bringen. Es war nicht einfach, aber am Ende setzte man Martin V. als neuen Papst ein. Beide vorherigen Päpste hatten entweder abgedankt oder wurden abgesetzt – so war das Schisma endlich vorbei.
Ich erinnere mich, wie ich das zum ersten Mal gelesen habe und mich gefragt hab: Wie haben die das denn technisch gemacht? Wie konnte man jemanden einfach so absetzen? Und vor allem, wie haben die Leute das akzeptiert? Aber naja, so war die Welt damals wohl einfach.
Gab es noch andere Zeiten mit mehreren Päpsten?
Das Schisma von 1378 bis 1417 ist das bekannteste, aber es gab tatsächlich auch andere Zeiten, in denen das Papsttum umstritten war. Zum Beispiel im 11. Jahrhundert, während der Investiturstreit, gab es Gegenpäpste, die gegen den offiziell gewählten Papst auftraten. Die Situation war nicht ganz so schlimm wie im Abendländischen Schisma, aber trotzdem ziemlich chaotisch.
Übrigens, das Wort Gegenpapst (Antipapst) kommt genau aus solchen Situationen. Es bezeichnet jemanden, der sich zum Papst erhebt, ohne allgemein anerkannt zu sein. Für mich persönlich klingt das immer ein bisschen wie ein Fußballfan, der sagt: "Ich bin der wahre Chef in der Kurve!" – total leidenschaftlich, aber eben nicht offiziell.
Was heißt das für uns heute?
Heute ist das natürlich alles viel klarer. Es gibt nur einen Papst, und die katholische Kirche hat gelernt, wie man solche Konflikte besser verhindert – hoffentlich jedenfalls. Aber ich finde es spannend, sich vorzustellen, wie Menschen damals mit so einer Situation umgegangen sind. Es zeigt, wie menschlich und zerbrechlich selbst die größten Institutionen sein können.
Und du? Hast du vielleicht auch schon mal von solchen Geschichten gehört und dich gefragt, wie das alles zusammenpasst? Manchmal macht es mir Mut, dass sogar die Kirche mal total durcheinander war – vielleicht sind wir alle nicht so perfekt, wie wir manchmal denken.
Ach ja, und falls du mal in Avignon bist – schau dir die alten Papstpaläste an. Da spürt man irgendwie noch die Spannung aus jener verrückten Zeit, glaub mir.
