Die Oxford-Terminologie: Was heißt Michaelmas schon wieder?
Oxford teilt sein akademisches Jahr in drei Teile – und die heißen alles andere als cool. Es gibt Michaelmas, Hilary und Trinity. Klingt nach Kirche? Ist es auch irgendwie. Die Namen stammen aus der britischen Tradition und beziehen sich auf kirchliche Feiertage. Ich weiß, total outdated – aber hey, das ist Oxford halt.
Michaelmas ist das erste Semester. Nein, ich hab auch keine Ahnung, warum es so heißt. Der Name leitet sich vom Erzengel Michael ab, Feiertag am 29. September. Aber das Semester fängt natürlich nicht dann an. Eigentlich beginnt es Anfang Oktober. Genauer gesagt: meistens um den 1. oder 2. Oktober herum.
Ich erinner mich noch, wie ich mal mit meiner Freundin Lena über das Thema geredet hab, die in Bristol studiert. Die hat nur gelacht: „Du meinst, die nennen ihre Semester nach Heiligen? Ernsthaft?“ Ja, Lena, ernsthaft. Und es wird noch schlimmer.
Hilary und Trinity: Wer kommt auf so Namen?
Das zweite Semester, Hilary, beginnt Anfang Januar – also nach den Weihnachtsferien. Kein Bezug zu irgendeinem Heiligen, wie ich dachte, sondern vermutlich eine Verballhornung von „Hilarius“. Klingt nach Hustensaft, oder? Aber egal. Wichtig ist: Hilary läuft von Mitte Januar bis Ende März.
Dann folgt Trinity – ja, wie die Atombombe, nein kein Witz – von Mitte April bis Ende Juni. Und danach? Ferien. Lange. Aber nicht die Art, in der du nur faulenzst. Oxford-Studenten schreiben in der Zeit meistens Klausuren oder arbeiten an ihren Dissertationsprojekten.
By the way: Die Termine können sich von Jahr zu Jahr leicht verschieben. 2024 fing Michaelmas zum Beispiel am 8. Oktober an – irgendwie später als sonst. Ich hab das erst übersehen, weil ich auf alten Foren geguckt hab. Also immer direkt auf der Oxford-Website nachschauen. Einfach „academic calendar Oxford“ eingeben – spart Stress.
Die Woche vor dem Semester: Was läuft da?
Hier kommt ein Tipp, den ich selbst erst zu spät kapiert hab: Das eigentliche Semester beginnt zwar Anfang Oktober, aber die matriculation – also die offizielle Immatrikulation – ist meist eine Woche davor. Und danach geht’s direkt mit den freshers’ events los.
Ich hab das mal vermasselt. 2019 war ich als Austauschstudent in Cambridge (ja, nicht Oxford, aber ähnlich), und hab gedacht: „Erste Vorlesung am Montag, ich komm Sonntag Abend an.“ Pech. Die Einführungswoche hatte schon am Mittwoch angefangen. Fühlte mich wie der letzte Depp, hab die Mathe-Einführung verpasst und musste drei Tage später mit dem Professor extra ein Treffen machen. Lächerlich.
Also: Wenn du nach Oxford gehst, komm mindestens eine Woche vor Semesterstart. Sonst verpasst du nicht nur Partys, sondern wichtige Infos – wo du dich einloggen musst, wie das Tutor-System läuft, wo man am besten Kaffee kriegt…
Und die Ferien? Gibt’s die überhaupt?
Ja, aber nicht so, wie du denkst. Die Christmas Vacation ist von Ende Dezember bis Mitte Januar. Die Easter Vacation von Ende März bis Mitte April. Und die Long Vacation von Juli bis Ende September. Klingt gut, oder?
Aber Achtung: Die „Ferien“ sind oft keine echten Ferien. Die meisten Studenten arbeiten an Projekten, schreiben Essays oder machen Praktika. Und die Finals sind meistens direkt nach den Semestern – also Ende Juni oder Anfang September. Heißt: kaum Luft holen.
Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob ich das gut finde. Ein bisschen Ruhe zwischen den Prüfungen wäre manchmal echt hilfreich. Aber so ist das halt in Oxbridge – immer am Limit.
Noch ein paar praktische Tipps
Wenn du planst, nach Oxford zu gehen – ob als Austauschstudent, Doktorand oder im Master – dann:
- Schau dir den exact academic calendar auf ox.ac.uk an – jedes Jahr leicht anders
- Plan deine Anreise mit mindestens einer Woche Puffer ein
- Check, wann deine Fakultät spezifische Termine hat – manche Vorlesungen starten später
- Und: Melde dich früh für Wohnheime an. Die sind heiß begehrt.
Ich hab mal mit einem Kommilitonen aus Magdalen College geredet, Tom. Der hat gesagt: „Die ersten zwei Wochen sind chaotisch, aber danach läuft’s wie geschmiert.“ Stimmt irgendwie. Es ist anstrengend, aber man findet rein.
Fazit: Wann geht’s los?
Zusammengefasst: Michaelmas – Anfang bis Mitte Oktober
Hilary – Mitte Januar
Trinity – Mitte April
Aber pass auf: Der genaue Tag wechselt. Manchmal ist es der 7. Oktober, manchmal der 1. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht hängt’s vom Wetter ab. Oder vom Mondstand. Würde mich nicht wundern.
Was ich sagen will: Verlass dich nicht auf Erzählungen von Leuten, die 2018 da waren. Schau einfach selbst nach. Und atme durch. Oxford ist stressig genug – kein Grund, gleich am Anfang was falsch zu machen.
Hast du schon mal in England studiert? Oder plant du’s? Ich find’s immer noch crazy, wie anders alles ist – aber irgendwie auch cool. Du weißt nie, was kommt. Und das ist vielleicht genau der Punkt.
