Die Realität: Ja, man kann – aber immer seltener
Die kurze Antwort: Ja, du kannst in den Niederlanden bar bezahlen. Aber – und das ist ein großes Aber – viele Geschäfte akzeptieren es einfach nicht mehr. Vor allem in Städten wie Amsterdam, Rotterdam oder Groningen ist Bargeld oft unerwünscht. Selbst bei kleinen Einkäufen.
Ich war neulich mit meiner Freundin Lotte in Leiden unterwegs, wir wollten bei einem Secondhand-Laden ein paar Bücher kaufen. Als ich mein Portemonnaie zückte, schaute die Verkäuferin mich fast mitleidig an. „Wir nehmen kein Bargeld mehr seit zwei Jahren“, sagte sie. „Die Miete ist so hoch, da spart die EC-Karte uns Transportsicherung und Bankgebühren.“ Okay, das leuchtet ein. Aber irgendwie auch traurig, oder?
Warum ist das so?
Naja, die Niederländer lieben ihre PIN-Karte. Fast jeder hat eine, sogar Kinder ab 12 oder 13 kriegen oft schon eine Jugendkarte. Das System ist super einfach, schnell und sicher. Und die Infrastruktur? Bombenfest. Selbst auf dem Wochenmarkt in Maastricht – ja, wirklich, auf einem Marktstand mit Holzbrettern und selbstgemachtem Apfelkuchen – blinkt das kleine Terminal.
Die Regierung hat zwar nie offiziell angekündigt, Bargeld abzuschaffen, aber sie macht es auch nicht gerade einfacher. Bankfilialen schließen, Geldautomaten werden abgebaut. Und die meisten Supermärkte? Die haben oft nur noch einen einzigen Geldautomaten – wenn überhaupt.
Was sagt das Gesetz?
Ach ja, rechtlich gesehen: Bargeld ist in den Niederlanden immer noch gesetzliches Zahlungsmittel. Theoretisch muss ein Händler es annehmen, wenn du damit zahlen willst. Aber – und das ist der Haken – er darf die Zahlungsmethode vorher festlegen. Also: Steht ein Schild „Alleen PIN“, dann darfst du nicht rummeckern, nur weil du zufällig 50 Euro in Scheinen dabei hast.
Ich hab’s mal probiert, ehrlich. In einem Souvenirladen in Zaanse Schans, ich hatte nur Bargeld. „Können Sie nicht eine Ausnahme machen?“, fragte ich. Der Typ lächelte nur: „Kein Gerät, kein PIN.“ Und zuckte mit den Schultern. Was soll man da machen?
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Wenn du als Tourist nach Holland kommst, merk dir das: Nimm zwar Bargeld mit – aber nicht zu viel. 50 bis 100 Euro reichen locker für ein Wochenende. Für alles andere: EC-Karte oder Kreditkarte. Und lass dir den PIN nicht entlocken, klar?
Ach ja, und kontaktloses Zahlen mit Handy oder Karte – das funktioniert hier super. Apple Pay, Google Pay, alles dabei. Ich hab’s mit meiner Deutschen Bank-Karte getestet: kein Problem. Außer mal bei einem alten Automaten in Delft, da hat’s „Kaart niet geaccepteerd“ geblinkt. Naja, Pech gehabt.
Was ist mit kleinen Betrieben?
Hier wird’s manchmal noch gemütlich. Auf dem Land, in Dörfern wie Giethoorn oder in ländlichen Cafés – da freut sich der eine oder andere noch über ein paar Münzen. Ich war mal in einem Dorfkiosk in Overijssel, der hatte nicht mal Strom für ein Terminal. „Geld oder Schokolade“, sagte der alte Herr hinterm Tresen. Ich gab ihm 2 Euro, er lachte und gab mir eine Tafel Droste obendrauf. Das war echt schön.
Aber das ist die Ausnahme. In den Städten? Kaum noch.
Fazit: Bargeld lebt – aber nur auf Intensivstation
Ich sag mal so: Du kannst bar zahlen in Holland. Aber du solltest nicht darauf vertrauen. Die Gesellschaft ist einfach weiter. Schneller, digitaler, effizienter. Und ehrlich? Meistens stört es mich auch gar nicht. Ich zahle selbst fast nur noch mit Karte.
Aber manchmal, wenn ich in so einem kleinen Laden stehe und sehe, wie der alte Bäckermeister das Geld langsam in die Kasse legt – da hab ich so ein Gefühl. Weißt du, was ich meine? So eine kleine Nostalgie. Als wäre Bargeld menschlicher.
Vielleicht ist das auch Quatsch. Aber hey – du musst ja auch nicht wie ich sein. Wenn du lieber Scheine in der Tasche hast, dann tu’s. Nur: Nimm ein kleines Schild mit: „Akzeptiere PIN?“ – nein, Spaß beiseite.
Hast du schon mal erlebt, dass du mit Bargeld dastandest wie ein Außerirdischer? Schreib’s mir mal. Ich sammel solche Geschichten.
