Krank auf der Couch – aber wie sag ich's dem Chef?
Aber ist das offiziell erlaubt? Oder hab ich da vielleicht was falsch gemacht?
Was sagt das Gesetz zur Krankmeldung per WhatsApp?
Das Wichtigste zuerst: Die Info muss ankommen
Laut deutschem Arbeitsrecht (§ 5 EntgFG – Entgeltfortzahlungsgesetz) bist du verpflichtet, unverzüglich mitzuteilen, dass du krank bist. Aber das Gesetz schreibt nicht explizit vor, wie du das tun musst.
Das heißt: Ja, WhatsApp ist grundsätzlich erlaubt, solange dein Arbeitgeber die Nachricht bekommt – und sie rechtzeitig bekommt. Ob’s per Anruf, E-Mail oder Messenger ist, spielt erstmal keine Rolle.
Aber… (und hier wird’s tricky):
Es kommt auf deinen Arbeitgeber an
Nicht jeder Chef ist cool mit WhatsApp. Manche Unternehmen haben klare Regeln im Arbeitsvertrag oder in Betriebsvereinbarungen, wie die Krankmeldung zu erfolgen hat. Wenn da steht: “Nur per Anruf oder E-Mail”, dann musst du dich auch dran halten.
Mein Kumpel Jens arbeitet in der Verwaltung – bei denen geht gar nichts über WhatsApp. Wenn er das machen würde, gäb’s direkt Ärger mit der Personalabteilung. Bei Start-ups oder kleineren Firmen ist’s oft lockerer.
Tipp: Schau mal in deinen Arbeitsvertrag oder frag (wenn du gesund bist ), was bei euch üblich ist.
Was sollte in der WhatsApp-Krankmeldung stehen?
Klar, kurz, respektvoll – keine Romane
Wenn du dich per WhatsApp krankmeldest, dann bitte nicht nur “Ich bin krank” und Schluss. Schreib so, dass dein Arbeitgeber weiß:
dass du heute nicht zur Arbeit kommst
dass du krank bist
ob du zum Arzt gehst oder schon warst
ggf. wie lange du voraussichtlich ausfällst
Beispiel-Nachricht:
"Hi Chef, ich fühl mich heute leider nicht gut – starke Kopfschmerzen und Fieber. Ich geh gleich zum Arzt und melde mich später mit der Krankschreibung. Voraussichtlich bin ich heute und morgen raus."
Bonus: Absicherung mit Screenshot
Ich weiß, klingt paranoid – aber ich mach oft einen Screenshot von der Nachricht, falls später jemand behauptet, ich hätte mich nicht gemeldet. Besser auf Nummer sicher.
Was ist mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?
Krankmelden ist das eine – AU abgeben das andere
Ab dem vierten Krankheitstag brauchst du in den meisten Fällen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vom Arzt. Manche Arbeitgeber wollen sie sogar ab dem ersten Tag – auch das steht meist im Vertrag.
Seit 2023 läuft die Übermittlung der AU digital zwischen Arztpraxis und Krankenkasse bzw. Arbeitgeber. Aber: Du musst deinem Arbeitgeber trotzdem sagen, dass du krank bist! Der Arzt erledigt nicht deine Krankmeldung für dich.
Wann du lieber nicht auf WhatsApp setzen solltest
Wenn’s formell oder heikel ist
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Arbeitgeber eher streng ist, oder du eh gerade Stress auf der Arbeit hast – spiel lieber auf sicher. Ruf an oder schick eine Mail. WhatsApp ist praktisch, ja, aber nicht überall gleich akzeptiert.
Ich hatte mal eine Chefin (nenn ich sie mal Frau Höller, war wirklich ein passender Name), die meinte ernsthaft: “WhatsApp ist privat, ich lese das nicht.” Ich hatte mich dort krankgemeldet. Ergebnis? Abmahnung. Kein Scherz.
Also: Kenne dein Umfeld.
Fazit: Ja, du darfst dich über WhatsApp krankmelden – aber mit Bedacht
Rein rechtlich ist es okay, solange dein Arbeitgeber informiert wird
Check, was im Vertrag steht – manche Firmen wollen’s anders
Formuliere klar und vollständig – keine Emojis, keine Rätsel
AU musst du trotzdem nachreichen, WhatsApp ersetzt das nicht
Manche Chefs akzeptieren’s, andere nicht – kenn dein Terrain
Im Idealfall sprichst du das mal im Team an, wenn du nicht gerade mit Fieber flachliegst. Dann weißt du beim nächsten Mal: Kann ich einfach schreiben, oder muss ich mich durchs Telefonat quälen?
Und hey – gute Besserung, falls du grad krank googlest.
