So groß, so schwer – aber wie sicher ist das Ding?
AIDA-Schiffe – die sind ja keine kleinen Kahn. Wir reden hier von schwimmenden Städten mit acht Decks, Swimmingpools, Diskotheken, sogar Kletterwänden. Das größte, die AIDAnova, wiegt über 180.000 Tonnen. Stell dir das mal vor: 180.000 Tonnen Stahl, Beton, Möbel, Menschen – und das schwimmt. Klingt fast wie Zauberei, oder?
Technisch gesehen basiert das Ganze auf ganz einfachen Prinzipien. Archimedes, der alte Grieche, hat’s schon gewusst: Ein Schiff verdrängt so viel Wasser, wie es selbst wiegt. Also, solange der Rumpf dicht ist und das Wasser draußen bleibt, schwimmt es. Egal, wie groß. Aber – und das ist ein fettes Aber – was, wenn was kaputt geht? Wenn eine Kollision passiert? Wenn ein riesiges Loch im Schiff ist?
So bauen sie die Dinger eigentlich
Ich war mal in Rostock, bei der Meyer Werft – eigentlich wegen nem Kumpel, der da arbeitet. Markus, so heißt er. Und der hat mir ein bisschen was gezeigt, unter der Hand sozusagen. Wahnsinn, wie die Schiffe da zusammengeschweißt werden. Jede Platte genau berechnet, jede Schweißnaht überprüft. Und vor allem: Die haben so viele Sicherheitszonen drin.
Die Schiffe sind in sogenannte Wasserdichte Abteilungen unterteilt. Wenn also vorne was passiert, sagen wir, ein Riss durch Eis oder Kollision, dann kann man diese Sektion abriegeln. Das Wasser bleibt da drin, das Schiff kippt nicht, schwimmt weiter. Das nennt man kompartimentierte Bauweise. Früher, wie bei der Titanic – da war das noch nicht so gut gemacht. Heute? Totaler Standard. Also, in der Theorie sinkt so ein Schiff eigentlich fast gar nicht mehr.
Aber es ist nie unmöglich, oder?
Hier mal ehrlich: Nichts auf der Welt ist zu 100 % sicher. Auch nicht ein AIDA-Kreuzfahrtschiff. Es könnte passieren. Theoretisch. Wenn mehrere Abteilungen gleichzeitig volllaufen, wenn das Schiff zu stark kippt, wenn das Gewicht nicht mehr ausgeglichen ist. Aber so was braucht schon eine riesige, unwahrscheinliche Kettenreaktion.
Denk mal an die Costa Concordia, 2012. Das war ja auch ein Kreuzfahrtschiff – und das ist gekentert. Aber warum? Weil der Kapitän zu nah an die Küste fuhr. Aus Rufmord, quasi. Menschliches Versagen. Kein technisches Problem. Und selbst da: Es dauerte ewig, bis es langsam kippte. Die meisten konnten gerettet werden.
Bei AIDA? Die fahren meistens auf festen Routen, in stark überwachten Gewässern. Die Crew ist gut trainiert, Notübungen mehrmals pro Reise. Und die Schiffe werden ständig gewartet. Also – ja, es kann passieren. Aber es ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Blitzschlag während einem Gewitter – mit Schirm unter’m Dach.
Was passiert eigentlich, wenn Alarm geht?
Ich war mal auf der AIDAblu, so 2018 oder 19, glaub ich. Von Hamburg nach Norwegen. Und mitten in der Nacht – plötzlich Sirenengeheul. Sammelplatzübungen, nassgeschwitzte Matrosen, alle in Westen. War nur Übung, klar. Aber irgendwie hat’s was mit mir gemacht. Du stehst da, bei 4 Grad, siehst das Meer schwarz daliegen, und denkst: Wenn das jetzt echt wäre?
Aber genau dafür sind die Übungen ja da. Jeder weiß, wo er hinmuss. Die Rettungsboote sind an Bord, einsatzbereit, regelmäßig geprüft. Und das Personal – die haben das zigmal im Schlaf durchgespielt. Also, selbst im Ernstfall: Panik hilft nicht. Aber Vorbereitung schon.
Fazit: Sollte man Angst haben?
Ehrlich gesagt? Nein. Ich meine, du könntest genauso gut Angst haben, dass dein Hotel in der Stadt abbrennt. Oder dass das Flugzeug abstürzt, mit dem du hinfährst. Wahrscheinlich ist beides statistisch gesehen sogar riskanter als ein Sinken eines Kreuzfahrtschiffs.
Ein AIDA-Schiff zu betreten, ist heute ungefähr so riskant wie ein Spaziergang im Park. Sicher, das Meer ist unberechenbar. Stürme, Treibstoff, Fehler – alles möglich. Aber die Technik, die Vorschriften, die Kontrollen – die sind so extrem, dass ein Sinken fast schon Science-Fiction ist.
Also, wenn du vorhast, bald mitzufahren – entspann dich. Genieß das Buffet, tanze bis drei Uhr morgens, klettere die Wand hoch. Und wenn du nachts wach liegst und das leise Schaukeln hörst… atme tief durch. Das Schiff ist sicher. Wirklich. Fast so sicher wie deine Oma ihre Marmelade verschließt.
Du weißt, was mich beruhigt? Dass die Leute, die drauf arbeiten, auch keine Lust haben, zu sinken. Die leben ja auch da drauf. Also – alles gut.
