Die Frage „Wo wird die EM 2032 stattfinden?“ markiert einen weiteren historischen Meilenstein in der Evolution der Fußball-Europameisterschaften.
Mit dieser Entscheidung beschreitet der europäische Fußballverband UEFA erneut den Weg einer paneuropäischen bzw. länderübergreifenden Partnerschaft, wie man sie bereits von der EURO 2020 (die in ganz Europa stattfand) oder der Vergabe an Großbritannien und Irland für das Turnier 2028 kennt.
Der Weg zur Vergabe: Wie es zu dem historischen Doppelpack kam
Die Entstehungsgeschichte dieser außergewöhnlichen Bewerbung ist von strategischen Schritten und einer späten, aber umso wirkungsvolleren Allianz geprägt. Ursprünglich hatten sowohl Italien als auch die Türkei separate Pläne verfolgt, um das prestigeträchtige Turnier in ihre Stadien zu holen. Während die Türkei in der Vergangenheit mehrfach versucht hatte, sich als alleiniger Ausgeber für eine Europameisterschaft zu bewerben – und dabei oftmals knapp den Kürzeren gezogen hatte –, blickt Italien auf eine glorreiche Historie als Gastgeber zurück.
Im Frühjahr 2023 reichten die italienischen und türkischen Fußballverbände (FIGC und TFF) jedoch einen gemeinsamen Antrag bei der UEFA ein, die Bewerbungen für 2032 zusammenzulegen. Da es für dieses Turnier keine weiteren konkurrierenden Bewerbungen gab, war die Entscheidung des UEFA-Exekutivkomitees im schweizerischen Nyon letztlich eine formelle Bestätigung, die jedoch in der internationalen Sportwelt mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Für Italien bedeutet dies eine Rückkehr der europäischen Elite auf den heimischen Rasen. Das Land war bereits in den Jahren 1968 und 1980 alleiniger Ausrichter der EM-Endrunde und trug im Rahmen des paneuropäischen Turniers 2021 Spiele im römischen Stadio Olimpico aus.
Infrastruktur und Vision: Ein Turnier über zwei Kontinente hinweg
Die Vergabe an zwei Nationen stellt die Organisatoren vor spannende logistische und infrastrukturelle Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig die Chance, modernste Standards im Stadionbau und bei der Nachhaltigkeit zu setzen. In der ursprünglichen gemeinsamen Bewerbung wurden insgesamt 20 potenzielle Stadien in beiden Ländern gelistet.
Die italienischen Perspektiven und Spielorte
Italien geht mit einer Mischung aus historisch bedeutsamen Arenen und dringend notwendigen Modernisierungsprojekten ins Rennen. Auf der vorläufigen Auswahlliste stehen weltberühmte Standorte:
Mailand: Das traditionsreiche Giuseppe-Meazza-Stadion (San Siro) oder ein neu entstehendes Stadionprojekt.
Rom: Das ehrwürdige Stadio Olimpico, das bereits bei zahlreichen Endrunden als Bühne diente.
Turin: Das moderne Juventus Stadium, das für seine kompakte und stimmungsvolle Atmosphäre bekannt ist.
Weitere Städte: Neapel (Stadio Diego Armando Maradona), Florenz (geplanter Neubau des Stadio Artemio Franchi), Bari, Bologna, Genua, Verona und Cagliari.
Viele dieser Stadien benötigen umfassende Investitionen, um den heutigen strengen Richtlinien der UEFA in Bezug auf Barrierefreiheit, Medienarbeitsplätze, Sicherheit und Vermarktung zu entsprechen. Vor allem der italienische Fußballverband sieht die EURO 2032 als den perfekten katalysator, um diein die Jahre gekommene Infrastruktur des Landes grundlegend zu revitalisieren.
Die türkischen Ambitionen und Spielorte
Die Türkei hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv in den Sportstättenbau investiert und verfügt heute über eine Reihe hochmoderner, architektonisch beeindruckender Arenen. Die geplante türkische Infrastruktur umfasst unter anderem:
Istanbul: Das geschichtsträchtige Atatürk-Olympiastadion (welches als Austragungsort für internationale Finals erprobt ist) sowie der Ali-Sami-Yen-Sportkomplex und das Şükrü-Saracoğlu-Stadion.
Ankara: Ein geplanter Großstadion-Neubau in der Hauptstadt.
Regionale Zentren: Stadien in Städten wie Bursa (Timsah Arena), Trabzon, Konya, Gaziantep, Eskişehir und Antalya.
Die Türkei verbindet mit der Ausrichtung den Anspruch, ihre enorme Gastfreundschaft und ihre organisatorische Stärke bei Großereignissen unter Beweis zu stellen. Die kurzen Wege innerhalb der jeweiligen Ballungsräume und die hochmoderne Ausstattung vieler türkischer Arenen stellen einen großen Pluspunkt in der Gesamtkonzeption dar.
Welche spezifischen Städte letztendlich das Rennen machen, welche Herausforderungen im Bereich Logistik und Fan-Reisen auf die Anhänger zukommen und wie sich die Vorbereitungen bis zum Anstoß entwickeln, beleuchten wir im zweiten Teil unseres Expertenberichts.
Die Fußball-Europameisterschaft 2032 findet offiziell in Italien und der Türkei statt.
Die Infrastruktur und das Konzept der Doppelbewerbung
Die Entscheidung der UEFA, die EURO 2032 an ein länderübergreifendes Bündnis aus Italien und der Türkei zu vergeben, unterstreicht den modernen Trend zu kooperativen Großturnieren, der bereits bei vorherigen Europameisterschaften erfolgreich erprobt wurde.
Gemäß den strengen Vorgaben der UEFA müssen für eine Endrunde dieser Größenordnung insgesamt zehn Austragungsorte ausgewählt werden – jeweils fünf Spielorte pro Gastgeberland.
Die geplanten Spielorte in Italien
Italien blickt auf eine reiche Tradition großer Fußballturniere zurück und war bereits in den Jahren 1968 und 1980 alleiniger Gastgeber einer Europameisterschaft, ehe man im Rahmen der pan-europäischen EURO 2020 sowie bei der Endrunde der UEFA Nations League erneut Spiele ausrichtete.
Zu den absoluten Eckpfeilern der italienischen Bewerbung gehören:
Mailand: Das weltberühmte San Siro (Giuseppe-Meazza-Stadion) ist als prestigeträchtiger Schauplatz eingeplant, wobei die Zukunft dieses traditionsreichen Standorts eng mit den anhaltenden Diskussionen um Modernisierungen oder eventuelle Neubauprojekte der Mailänder Spitzenklubs verknüpft ist.
Rom: Das Stadio Olimpico in der italienischen Hauptstadt ist als feste Größe gesetzt und bringt seine reiche Finalerfahrung sowie seine historische Kulisse ein.
Turin: Mit dem hochmodernen Allianz Stadium des Rekordmeisters Juventus Turin verfügt das Turnier über eine der modernsten und stimmungsvollsten reinen Fußballarenen des Landes.
Weitere Kandidaten und Modernisierungsprojekte: Städte wie Neapel (Stadio Diego Armando Maradona), Bari (Stadio San Nicola), Florenz, Bologna, Cagliari, Verona und Genua haben umfangreiche Renovierungs- oder Neubaupläne eingereicht, um den strengen UEFA-Kriterien gerecht zu werden.
Die türkische Perspektive: Premiere als alleiniger Hauptausrichter
Während Italien bereits auf eine lange Historie als Gastgeber zurückblickt, ist die EURO 2032 für die Türkei ein absoluter Meilenstein: Erstmals in der Geschichte des türkischen Fußballs wird eine Europameisterschafts-Endrunde auf türkischem Boden ausgetragen.
Das Rückgrat der türkischen Spielorte bilden hochmoderne Arenen, die den Vergleich mit westeuropäischen Top-Stadien in keiner Weise scheuen müssen:
Istanbul: Als pulsierende Metropole am Bosporus nimmt Istanbul eine Schlüsselrolle ein. Das geschichtsträchtige Atatürk-Olympiastadion, das als potenzieller Schauplatz für eines der ganz großen Spiele (wie das Eröffnungsspiel oder das Finale) gehandelt wird, sowie moderne Komplexe wie der Rams Park (Heimstätte von Galatasaray) und das Şükrü-Saracoğlu-Stadion von Fenerbahçe stehen im Fokus.
Ankara und Anatolien: Neben Istanbul investiert das Land massiv in die Infrastruktur weiterer Regionen. Neue und ausgebaute Arenen in Städten wie Konya, Bursa, Trabzon, Antalya und Gaziantep garantieren eine breite geografische Streuung und kurze Wege für die mitreisenden Fans aus ganz Europa.
Herausforderungen und Ausblick bis 2032
Bis zum Anpfiff im Jahr 2032 liegt ein arbeitsintensiver Weg vor den beiden Organisationskomitees. Die UEFA hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die fristgerechte Fertigstellung und Modernisierung der Infrastruktur – insbesondere im Bereich der italienischen Stadien, von denen viele dringend eine Frischzellenkur oder architektonische Neuausrichtung benötigen – oberste Priorität hat.
Gleichzeitig bietet dieses länderübergreifende Turnier eine fantastische Chance, Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu schlagen und den europäischen Gedanken durch den Sport zu stärken. Die Kombination aus der italienischen Fußball-Leidenschaft, dem reichen historischen Erbe der Halbinsel und der enormen Begeisterungsfähigkeit sowie Modernität der Türkei verspricht ein facettenreiches und unvergessliches Turnier. Wenn die besten Nationalmannschaften Europas im Sommer 2032 in Italien und der Türkei den neuen Kontinentalmeister ermitteln, wird dies zweifellos ein Meilenstein in der Geschichte der UEFA-Europameisterschaften sein.
