Ab welchem Alter ist Konfektionsgröße 164 realistisch?
Wenn ich mir anschaue, wie schnell manche Kids wachsen, ist das eine sehr individuelle Sache. Man kann nicht sagen: "Ab 13 Jahren trägt jeder 164." Das wäre zu einfach, und das Leben ist selten einfach, oder? Durchschnittlich bewegen sich die Träger von Größe 164 in einem Altersspektrum von 12 bis 14 Jahren. Aber Achtung, das ist nur ein grober Anhaltspunkt.
Was viel wichtiger ist als das Alter, ist die Körpergröße. Die Konfektionsgröße 164 ist ja primär für eine Körpergröße von ungefähr 160 bis 164 Zentimetern ausgelegt. Wenn dein Kind also kürzlich den 160er-Meilenstein überschritten hat und die 158er-Shirts spannen oder die Hosenbeine gefühlt auf Knöchelhöhe enden, dann ist es Zeit für den Umstieg. Ich habe oft beobachtet, dass gerade bei sportlich gebauten Jugendlichen, die schon eine gewisse Oberkörperlänge entwickelt haben, dieser Sprung früher kommt.
Manchmal sehe ich Eltern im Laden ratlos vor dem Regal stehen, weil die Etiketten einfach nicht mehr passen wollen. Das ist normal. Größe 164 ist quasi die letzte offizielle Kindergröße, bevor man sich in die Erwachsenenabteilung wagen muss. Das ist ein kleines psychologisches Ding, finde ich.
Die Körpergröße als entscheidendes Kriterium
Ich rate wirklich immer dazu, das Maßband zu nehmen, statt nur auf das Alter zu schauen. Wenn dein Kind konstant um die 162 cm misst, dann ist 164 die sicherste Wahl für eine bequeme Passform, besonders bei Jacken oder langen Hosen. Es geht ja nicht nur darum, dass es irgendwie übergezogen werden kann, sondern dass es sitzt und Bewegung zulässt. Gerade bei Jeans ist die Leibhöhe in dieser Größe oft noch passend, während XS-Jeans oft schon viel zu tief sitzen.
Der berüchtigte Sprung: Warum 158 oft nicht mehr reicht
Der Übergang von 158 auf 164 ist, glaube ich, einer der frustrierendsten beim Shoppen. Bei kleineren Größen sind die Sprünge oft noch moderat, aber hier merkt man plötzlich, dass die Hersteller entweder denken, das Kind sei jetzt ein Erwachsener oder es sei immer noch ein Kind. Es gibt keine goldene Mitte, die immer funktioniert.
Was ich persönlich feststelle, ist, dass bei Größe 164 die Ärmellänge oft das größte Problem ist. Ein Pullover in 158 wirkt plötzlich viel zu kurz an den Handgelenken, aber die Schulterbreite in 170 oder XS ist schon viel zu weit und wirft Falten. Das ist der Moment, wo man wirklich auf die spezifischen Maße achten muss, die die Marken angeben. Manche deutsche Hersteller sind da konservativer und fallen kleiner aus, während internationale Marken vielleicht schon großzügiger schneiden.
Auch die Proportionen ändern sich. Die Taille wandert oft nach oben, und die Hüftweite muss mehr Platz bieten, selbst wenn das Kind noch schlank ist. Wenn ich sehe, dass die Lieblingsjeans aus dem letzten Jahr nur noch wie eine Caprihose aussieht, dann ist das ein klares Zeichen: Größe 164 muss her, und zwar jetzt gleich.
Worauf ich beim Kauf von Größe 164 immer achte
Wenn ich jetzt für jemanden einkaufe, der diesen Größenbereich betritt, habe ich ein paar Tricks entwickelt, um das unnötige Zurückschicken zu vermeiden. Erstens: Den Stoff prüfen. Bei T-Shirts und Sweatshirts ist Stretch Gold wert. Wenn der Stoff etwas nachgibt, kann man oft noch eine halbe Größe überspringen, ohne dass es sofort zwickt.
Zweitens, und das ist mein wichtigster Tipp: Die Innenbeinlänge messen. Bei Hosen ist das oft der Knackpunkt. Wenn die Innennaht bei 158 schon unter 70 cm liegt, würde ich bei 164 gezielt nach Modellen suchen, die eine Innenlänge von 75 cm oder mehr versprechen. Manchmal hilft es auch, gezielt nach "Long" oder "Tall" Schnitten zu suchen, auch wenn diese Bezeichnung seltener im Kinderbereich auftaucht.
Drittens, die Schulterpartie. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Marken, die diese Übergangsgrößen führen, dazu neigen, die Schultern etwas schmaler zu halten, weil sie noch von der Kinderkonstruktion ausgehen. Wenn die Schultern spannen, wird das Kleidungsstück schnell unansehnlich, selbst wenn der Bauch noch Platz hat. Also, lieber etwas weiter an den Schultern kaufen, das kann man oft kaschieren, aber zu enge Schultern kann man nicht retten.
Was tun, wenn 164 drückt, aber S noch schlabbert?
Das ist die klassische Zwickmühle, die ich immer wieder beobachte. Nehmen wir an, die Ärmel von Größe 164 sind perfekt, aber der Brustumfang ist irgendwie zu eng, oder umgekehrt. Hier muss man kreativ werden, weil die Standard-Konfektionslinien aufhören, ihre strengen Größenraster aufzugeben.
In so einem Fall würde ich mich nach speziellen Teenager-Linien umsehen, die manche Modeketten anbieten. Diese sind oft so konzipiert, dass sie die Proportionen von 13- bis 15-Jährigen besser treffen, die zwar groß, aber noch nicht voll ausgewachsen sind. Manchmal hilft es auch, bei Marken zu schauen, die Unisex-Größen anbieten, da diese oft gerader geschnitten sind und mehr Spielraum lassen.
Wenn es hart auf hart kommt und die Größe XS (oder 32/34 bei Damen) einfach noch viel zu weit ist, dann ist es manchmal besser, bei Oberteilen auf Größe 164 zu bleiben und stattdessen bei Hosen direkt auf eine sehr schmale Erwachsenengröße (XS Slim Fit) umzusteigen. Das ist ein Kompromiss, ja, aber ich denke, es ist besser, zwei Teile zu haben, die halbwegs passen, als ein komplettes Outfit, das überall zwicken muss.
Wie lange trägt man diese Zwischengröße eigentlich?
Das ist die Frage, die sich jeder stellt, wenn er in die Größe 164 investiert. Ich würde sagen, man trägt sie meistens nicht länger als eine Saison, oft sogar nur für sechs bis neun Monate, wenn das Wachstum gerade einen Schub macht. Wenn ein Kind mit 162 cm in die 164 geht, wird es wahrscheinlich, wenn es gesund ist, schnell auf 170 oder direkt auf S wachsen.
Deshalb ist meine persönliche Empfehlung, bei Größe 164 nicht zu viel auf einmal zu kaufen – es sei denn, es handelt sich um Basics, die man definitiv braucht. Lieber nur die nötigsten Teile in dieser Größe anschaffen und bei weniger wichtigen Dingen (wie vielleicht einer schicken Jacke) schon mal bei der nächstgrößeren Größe schauen, in der Hoffnung, dass sie noch etwas locker sitzt. Lieber etwas zu groß als sofort zu klein, gerade weil die nächste Stufe dann oft die Erwachsenengröße ist, die man nicht so leicht „hineinwachsen“ kann wie die Kindergrößen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, Größe 164 ist ein Zeichen dafür, dass man sich auf der Zielgeraden der Kindermode befindet. Es erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit beim Kauf, weil die Passform nicht mehr so standardisiert ist, aber mit einem Blick auf die tatsächliche Körperlänge und die Ärmellängen kommt man da gut durch diese spannende Phase.

