Die physikalische Zusammensetzung des IQOS-Aerosols
Um zu verstehen, was man beim Nutzen eines Tabakerhitzers tatsächlich in die Umgebung abgibt, muss man die physikalische Natur des Ausstoßes betrachten. Während eine herkömmliche Zigarette festen Kohlenstoff und Teerpartikel freisetzt, die sich als klebriger Rückstand überall ablagern, besteht das, was man bei IQOS ausatmet, aus flüssigen Tröpfchen. Diese Tröpfchen bilden ein kurzlebiges Aerosol. Chemische Analysen zeigen, dass der Wasseranteil in diesem Gemisch extrem hoch ist. Tatsächlich machen Wasser und das als Trägerstoff genutzte pflanzliche Glycerin oft über 80 bis 85 Prozent der Gesamtmasse des ausgeatmeten Nebels aus. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur Chemie einer brennenden Zigarette, deren Rauch zu einem großen Teil aus gasförmigen Schadstoffen wie Kohlenmonoxid besteht.
Ein entscheidender Faktor ist die Tröpfchengröße. Die Partikel im IQOS-Dampf sind im Durchschnitt kleiner als die im Zigarettenrauch, was dazu führt, dass sie sich in der Luft anders verhalten. Sie verdampfen schlichtweg schneller. Während Zigarettenrauch eine stabile Suspension von Feststoffen in Gasen ist, die minutenlang im Raum stehen kann, löst sich das Aerosol eines Tabakerhitzers meist innerhalb von Sekunden auf. Das liegt daran, dass die flüssigen Bestandteile bei Raumtemperatur schnell in den gasförmigen Zustand übergehen oder sich mit der Luftfeuchtigkeit vermischen, anstatt als sichtbare Wolke bestehen zu bleiben.
Warum der Verbrennungsprozess den entscheidenden Unterschied macht
Die Antwort auf die Frage, was atmet man bei IQOS aus, liegt fast ausschließlich in der Temperaturkontrolle. Die Technologie hinter den Heets oder Terea-Sticks basiert auf dem sogenannten Heat-not-Burn-Prinzip. Wenn Tabak brennt, entstehen durch die Pyrolyse tausende neue chemische Verbindungen, von denen viele krebserregend sind. Bei IQOS wird die Temperatur elektronisch so gesteuert, dass sie nie den Punkt der Entzündung erreicht. Das Heizelement – ob nun der klassische Heizstab oder die moderne Induktionstechnik – bleibt unter der kritischen Marke von 350 Grad. Das reicht aus, um das Nikotin und die Aromen aus dem Tabakblatt zu lösen, aber es reicht nicht aus, um die Zellulose des Tabaks zu verbrennen.
Ich habe in verschiedenen technischen Berichten gesehen, dass genau diese Grenze von 350 Grad als die "magische Zahl" der Schadstoffreduktion gilt. Oberhalb dieser Temperatur beginnt die massive Produktion von Stickoxiden und Kohlenmonoxid. Da IQOS darunter bleibt, finden sich diese Stoffe im ausgeatmeten Aerosol nur in Spuren wieder. Es ist wichtig zu verstehen, dass "weniger Schadstoffe" nicht "keine Schadstoffe" bedeutet, aber die chemische Komplexität des Ausgeatmeten sinkt von über 6.000 identifizierten Substanzen im Zigarettenrauch auf eine deutlich überschaubarere Liste im Aerosol. Wer erwartet, dass der Dampf nach frischen Bergwiesen duftet, wird zwar enttäuscht – es riecht immer noch nach Tabak, nur eben ohne das Aroma eines brennenden Müllcontainers – aber die Belastung für die Umgebung ist objektiv messbar geringer.
Detaillierte Analyse der Inhaltsstoffe im ausgeatmeten Dampf
Gehen wir tiefer in die Materie: Was genau atmet man bei IQOS aus, wenn man die chemische Liste betrachtet? Neben Wasser und Glycerin finden wir Propylenglykol. Dieser Stoff dient als Feuchthaltemittel und sorgt dafür, dass der Dampf eine gewisse Dichte behält. Propylenglykol ist in der Lebensmittelindustrie und in Nebelmaschinen für Theateraufführungen weit verbreitet und gilt als weitgehend unbedenklich beim Einatmen in geringen Mengen, auch wenn Langzeitstudien spezifisch für Tabakerhitzer noch laufen. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist natürlich das Nikotin. Es wird im Tabakstick durch die Hitze freigesetzt und vom Nutzer inhaliert. Ein Teil davon wird jedoch wieder ausgeatmet.
Messungen zeigen, dass die Nikotinkonzentration in der Raumluft nach dem Konsum von IQOS extrem niedrig ist. Das liegt daran, dass der Körper des Nutzers den Großteil des Nikotins bereits während der Inhalation absorbiert. Was in der Umgebungsluft landet, ist oft kaum höher als die Hintergrundbelastung in manchen Städten. Dennoch bleibt Nikotin ein Nervengift, weshalb auch das ausgeatmete Aerosol nicht als absolut neutrales Gas betrachtet werden kann. Hinzu kommen flüchtige organische Verbindungen (VOCs) und winzige Mengen an Aldehyden wie Formaldehyd oder Acetaldehyd. Diese entstehen durch die thermische Zersetzung des Glycerins, allerdings in Konzentrationen, die laut Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) um 80 bis 95 Prozent niedriger liegen als bei einer herkömmlichen Zigarette.
Was atmet man bei IQOS aus im Vergleich zur E-Zigarette?
Oft werden Tabakerhitzer mit E-Zigaretten in einen Topf geworfen, doch das ist fachlich nicht ganz korrekt. Bei einer E-Zigarette verdampft eine Flüssigkeit (Liquid), die meist kein echtes Tabakblatt enthält. Bei IQOS hingegen atmet man die Essenz von echtem Tabak aus. Das bedeutet, dass im Aerosol von IQOS spezifische Tabak-Nitrosamine (TSNAs) vorkommen können, die in E-Zigaretten-Liquids meist fehlen. Diese TSNAs sind in der ausgeatmeten Luft von IQOS-Nutzern zwar nachweisbar, aber ihre Konzentration ist im Vergleich zum Zigarettenrauch marginal. Während eine Zigarette den Raum mit einer dicken Schicht aus Teer und Kohlenmonoxid flutet, ist das, was man bei IQOS ausatmet, chemisch eher mit einem sehr stark verdünnten Tabakextrakt-Nebel vergleichbar.
Ein interessanter Aspekt bei diesem Vergleich ist die Partikelanzahl. In einer Studie wurde festgestellt, dass die Anzahl der Partikel im Exhalat von Tabakerhitzern signifikant schneller abnimmt als bei E-Zigaretten, was vermutlich an der höheren Feuchtigkeit und der spezifischen Zusammensetzung des Tabak-Aerosols liegt. Das bedeutet für die Praxis: Die Wolke verschwindet nicht nur optisch schneller, sondern die physikalische Belastung der Luft normalisiert sich in kürzerer Zeit. Dennoch bleibt festzuhalten, dass beide Systeme – Erhitzer und E-Zigarette – eine deutliche Schadstoffreduktion gegenüber der Verbrennung darstellen, wobei der Tabakerhitzer näher am klassischen Geschmackserlebnis bleibt, da er eben echte Tabakbestandteile freisetzt.
Passivdampfen: Ist die Umgebung gefährdet?
Die Sorge um das Passivrauchen ist berechtigt, doch wie verhält es sich mit dem sogenannten Passivdampfen bei IQOS? Da wir nun wissen, was man bei IQOS ausatmet, können wir die Risiken für Drittpersonen besser einschätzen. Da kein Nebenstromrauch entsteht – also der Rauch, der bei einer Zigarette zwischen den Zügen direkt von der Glutspitze in die Luft steigt –, ist die Belastung für Umstehende bereits konstruktionsbedingt drastisch reduziert. Bei IQOS wird nur dann etwas in die Luft abgegeben, wenn der Nutzer ausatmet. Dieser "Hauptstrom-Aerosol-Rest" enthält zwar Nikotin und Spuren von Schadstoffen, aber die Verdünnung in der Raumluft ist so massiv, dass viele Studien bisher keine signifikante Gefährdung für gesunde Erwachsene in gut belüfteten Räumen feststellen konnten.
Trotzdem ist Vorsicht geboten, insbesondere in der Nähe von Kindern, Schwangeren oder Asthmatikern. Nur weil die Werte um 90 Prozent niedriger sind, bedeutet das nicht, dass sie bei Null liegen. Die Diskussion um die Innenraumnutzung ist daher eher eine gesellschaftliche und regulatorische als eine rein toxikologische. In vielen öffentlichen Bereichen wird IQOS wie das Rauchen behandelt, was vor allem an der optischen Ähnlichkeit des Dampfes und dem verbleibenden Restrisiko liegt. Fakt ist: Wer in einem Raum mit einem IQOS-Nutzer sitzt, atmet messbar weniger Schadstoffe ein als neben einem Raucher, aber er atmet eben mehr ein als in einer völlig unbelasteten Umgebung.
Geruchsbildung und Rückstände in der Raumluft
Ein wesentlicher Punkt bei der Frage, was atmet man bei IQOS aus, ist die Geruchsbelästigung. Jeder kennt den kalten Rauch, der sich in Vorhängen, Tapeten und Kleidung festsetzt. Dieser Geruch entsteht durch die Verbrennungsprodukte und den Teer. Da IQOS keinen Teer produziert, ist der Geruch des ausgeatmeten Aerosols flüchtig. Er wird oft als "getreidig", "popcornartig" oder einfach nur als "warmer Tabak" beschrieben. Da die Partikel flüssig sind und schnell verdampfen, setzen sie sich nicht dauerhaft in Textilien fest. Das ist ein enormer Vorteil für die Wohnqualität und die persönliche Hygiene.
Untersuchungen zur Oberflächenbelastung haben gezeigt, dass keine nennenswerten Verfärbungen an Wänden (das typische Nikotingelb, das eigentlich ein Teergelb ist) auftreten. Das liegt daran, dass die im Aerosol enthaltenen Stoffe keine festen Bindungen mit Oberflächen eingehen, die so stabil sind wie die von Zigarettenrauch. Das, was man ausatmet, hinterlässt also keine bleibenden Spuren in der Umgebung, was einer der Hauptgründe für den Erfolg des Systems in Japan und Europa ist. Die Geruchsentwicklung ist zwar vorhanden, aber sie ist lokal begrenzt und verschwindet meist innerhalb von ein paar Minuten nach dem Lüften vollständig.
Wissenschaftliche Studien zur Schadstoffreduktion
Um die Frage "Was atmet man bei IQOS aus?" wissenschaftlich fundiert zu beantworten, muss man sich die Datenlage ansehen. Philip Morris International hat hunderte Studien durchgeführt, aber auch unabhängige Institute wie das BfR in Deutschland oder die niederländische Gesundheitsbehörde RIVM haben eigene Messungen vorgenommen. Die Ergebnisse sind weitgehend konsistent: Die Gehalte an schädlichen und potenziell schädlichen Substanzen (HPHCs) im Aerosol sind im Vergleich zum Rauch einer Standard-Referenzzigarette um durchschnittlich 90 bis 95 Prozent reduziert. Zu diesen Substanzen gehören unter anderem Benzol, Butadien und Kohlenmonoxid.
Besonders auffällig ist die Reduktion von Kohlenmonoxid. Während eine Zigarette etwa 10 bis 15 mg Kohlenmonoxid pro Stück produziert, liegt dieser Wert bei IQOS nahe an der Nachweisgrenze. Das ist physiologisch von großer Bedeutung, da Kohlenmonoxid den Sauerstofftransport im Blut behindert. Wer IQOS nutzt, atmet also ein Gemisch aus, das das Herz-Kreislauf-System der Mitmenschen deutlich weniger belastet als herkömmlicher Rauch. Dennoch mahnen Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Vorsicht, da die Langzeitfolgen des Einatmens von erhitztem Tabak-Aerosol über Jahrzehnte hinweg noch nicht abschließend geklärt sind. Die Schadstoffreduktion im Exhalat ist jedoch eine unbestrittene chemische Tatsache.
Warum die Temperatur von 350 Grad entscheidend ist
Die Kontrolle der Hitze ist das Herzstück des Systems. Wenn wir analysieren, was man bei IQOS ausatmet, blicken wir eigentlich auf das Ergebnis einer präzisen Ingenieursleistung. Bei einer Zigarette erreicht die Glutspitze Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius. In diesem Bereich findet eine vollständige Zerstörung der organischen Materie statt. Es entstehen freie Radikale und komplexe polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Indem IQOS die Temperatur auf maximal 350 Grad begrenzt, bleibt der Tabak unter der Schwelle der Pyrolyse. Er wird lediglich thermisch extrahiert.
Diese Grenze ist deshalb so wichtig, weil sie die chemische Reaktion verändert. Statt einer unkontrollierten Verbrennung findet eine kontrollierte Verdampfung statt. Das Ergebnis ist ein Aerosol, das in seiner Struktur viel einfacher aufgebaut ist. Es enthält weniger Radikale und keine festen Rußpartikel. Wenn Sie also ausatmen, setzen Sie eine Wolke frei, die physikalisch gesehen eher einem Saunagang mit Tabakaroma ähnelt als einem Lagerfeuer. Dieser Unterschied in der Energiezufuhr ist der Grund, warum das Aerosol so viel weniger aggressiv gegenüber Lungengewebe und Raumluft ist.
Die Rolle von Glycerin und Propylenglykol
Ohne diese beiden Stoffe gäbe es kein sichtbares Aerosol. Wenn man sich fragt, was man bei IQOS ausatmet, dann sieht man optisch vor allem das kondensierte Glycerin. Tabakblätter sind von Natur aus nicht feucht genug, um beim Erhitzen eine dichte Wolke zu erzeugen. Deshalb werden die Heets und Terea-Sticks mit pflanzlichem Glycerin und Propylenglykol versetzt. Diese Stoffe ziehen bei der Erhitzung Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft und bilden die Tröpfchen, die wir als "Dampf" wahrnehmen.
Pflanzliches Glycerin ist eine viskose Flüssigkeit, die in fast allen Kosmetika und vielen Lebensmitteln vorkommt. Wenn es erhitzt wird, bildet es einen dichten, weißen Nebel. Dieser Nebel ist das Transportmedium für das Nikotin. Ein interessanter Fakt: Das Glycerin im IQOS-Aerosol ist auch dafür verantwortlich, dass sich der Dampf im Mund schwerer und "befriedigender" anfühlt als heiße Luft. Beim Ausatmen ist es genau dieses Glycerin, das die Wolke kurzzeitig sichtbar macht, bevor es sich in der Luftfeuchtigkeit auflöst. Es ist also kein "Rauch" im klassischen Sinne, sondern ein künstlich erzeugter Nebel, der Tabakextrakte trägt.
Häufige Fragen zum Ausatmen von Tabakerhitzern
Ist das, was man ausatmet, Wasserdampf?
Nicht ausschließlich. Es wird oft fälschlicherweise behauptet, dass IQOS-Nutzer nur Wasserdampf ausatmen. Das ist eine Vereinfachung. Zwar ist der Wasseranteil sehr hoch, aber es handelt sich chemisch um ein Aerosol, das auch Nikotin, Glycerin und Spuren von Tabakstoffen enthält. Reiner Wasserdampf wäre geruchlos und würde keine Wirkstoffe transportieren.
Bleibt Nikotin in der Raumluft hängen?
Ja, aber in extrem geringen Mengen. Studien haben gezeigt, dass die Nikotinkonzentration in einem Raum, in dem IQOS genutzt wurde, weit unter den Grenzwerten liegt, die für die Luftqualität in Innenräumen gelten. Das meiste Nikotin verbleibt im Körper des Nutzers oder schlägt sich so schnell nieder, dass es für Passivdampfer kaum eine Rolle spielt. Dennoch ist es messbar.
Warum riecht das Ausgeatmete manchmal nach verbranntem Popcorn?
Dieser spezifische Geruch entsteht durch die Erhitzung von Aminosäuren und Zuckern im Tabak, die sogenannte Maillard-Reaktion. Es ist derselbe Prozess, der beim Backen von Brot oder beim Rösten von Kaffeebohnen stattfindet. Da keine Verbrennung stattfindet, dominieren diese röstigen Aromen im ausgeatmeten Aerosol, anstatt der stechenden Brandnoten einer Zigarette.
Fazit: Eine Frage der Perspektive
Zusammenfassend lässt sich sagen: Was man bei IQOS ausatmet, ist ein komplexes, aber im Vergleich zum Zigarettenrauch deutlich schadstoffärmeres Aerosol. Es besteht zum größten Teil aus Wasser und Glycerin, enthält aber auch Nikotin und tabakspezifische Aromen. Die Schadstoffreduktion von etwa 95 Prozent ist ein starkes Argument für Raucher, die eine weniger schädliche Alternative suchen, doch das Aerosol ist nicht völlig emissionsfrei. Die physikalischen Eigenschaften sorgen dafür, dass sich der Dampf schnell auflöst und kaum Gerüche oder Rückstände hinterlässt. Letztlich ist das, was man bei IQOS ausatmet, das sichtbare Zeichen einer technologischen Entwicklung, die darauf abzielt, den Tabakgenuss vom gefährlichen Verbrennungsprozess zu entkoppeln, ohne dabei auf das Nikotin oder das gewohnte Ritual zu verzichten. Es bleibt eine Emission, aber eine, die die Chemie des Tabakkonsums grundlegend verändert hat.
