Wie kommt das Wasser überhaupt aufs Schiff? Die Technik dahinter
Das ist wirklich faszinierend, finde ich. Die meisten großen Kreuzfahrtschiffe sind im Grunde schwimmende, autarke Städte, und dazu gehört eben auch eine eigene Wasserversorgung. Das meiste Trinkwasser wird direkt aus dem Meer gewonnen. Man nennt diesen Prozess Entsalzung. Die gängigste Methode ist dabei die Umkehrosmose, also Reverse Osmosis. Hierbei wird Meerwasser unter hohem Druck durch semipermeable Membranen gepresst, die Salze und andere Verunreinigungen zurückhalten. Was übrig bleibt, ist im Grunde reines H2O.
Aber damit ist es noch nicht getan. Nach der Entsalzung durchläuft das Wasser noch weitere wichtige Schritte. Es wird mineralisiert, um den Geschmack zu verbessern – denn ganz reines H2O schmeckt ja eher fad. Dann wird es mehrfach gefiltert, um auch feinste Partikel zu entfernen, und schließlich desinfiziert, meistens mit UV-Licht oder Chlor, um Bakterien und Viren abzutöten. Die Qualitätskontrollen sind dabei extrem streng. Ich habe mal gelesen, dass die Wasserqualität auf vielen Kreuzfahrtschiffen tatsächlich öfter und intensiver geprüft wird als in manchen Städten an Land. Das gibt mir persönlich schon ein gutes Gefühl.
Manchmal, wenn ein Schiff für längere Zeit im Hafen liegt, wird auch Wasser von Land aufgenommen. Aber auch dieses Wasser muss den strengen Filter- und Desinfektionsprozess an Bord durchlaufen, bevor es in die Tanks gelangt und an die Passagiere abgegeben wird. Da wird wirklich nichts dem Zufall überlassen, was ich sehr beruhigend finde, gerade wenn man an die Gesundheit denkt.
Ist das Wasser überall gleich sicher? Kabine, Restaurant und Co.
Ja, im Prinzip ist das Wasser, das aus den Hähnen in deiner Kabine kommt, genauso sicher wie das Wasser, das du im Restaurant serviert bekommst oder in dem du duschst. Das gesamte Trinkwassersystem an Bord ist miteinander verbunden und wird zentral aufbereitet. Das bedeutet, egal ob du dir in der Kabine einen Zahn putzt oder im Buffetrestaurant ein Glas Wasser nachschenkst, es handelt sich um dasselbe, aufbereitete Wasser.
Auch Eiswürfel, die in Bars und Restaurants verwendet werden, werden aus diesem aufbereiteten Trinkwasser hergestellt. Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn du einen Drink mit Eis bestellst. Gleiches gilt für Kaffee, Tee und Suppen, die an Bord zubereitet werden – alles basiert auf dem sicheren Bordwasser. Ich persönlich habe damit noch nie Probleme gehabt, und ich bin schon auf einigen Schiffen unterwegs gewesen.
Es gibt allerdings einen kleinen Unterschied, der manchmal für Verwirrung sorgt: Der Geschmack. Manchmal schmeckt das Wasser aus dem Hahn ein wenig anders als das abgefüllte Wasser aus der Flasche. Das liegt meistens an der Mineralisierung nach der Entsalzung oder an dem geringen Chloranteil zur Desinfektion. Das ist aber kein Zeichen für schlechte Qualität, sondern einfach eine Geschmacksnuance, an die man sich vielleicht erst gewöhnen muss. Ich finde, es ist oft ein bisschen „leerer“ im Geschmack, aber definitiv nicht unangenehm.
Warum trotzdem viele zögern: Mythen und berechtigte Sorgen
Trotz all der Technik und Kontrollen höre ich immer wieder, dass Leute zögern, das Leitungswasser auf Kreuzfahrtschiffen zu trinken. Das ist verständlich, denn es gibt ja auch Geschichten, die in den Köpfen hängen bleiben. Manchmal gab es in der Vergangenheit tatsächlich Fälle von Magen-Darm-Erkrankungen auf Schiffen, und da wird dann schnell das Wasser verdächtigt. Allerdings waren die Ursachen dafür meistens Viren, die sich durch engen Kontakt oder mangelnde Handhygiene verbreiten, und seltener das Wasser selbst.
Ein weiterer Punkt ist die psychologische Komponente. Wir sind es gewohnt, in vielen Urlaubsländern Flaschenwasser zu kaufen, weil das Leitungswasser dort nicht trinkbar ist. Diese Gewohnheit überträgt man dann schnell unbewusst auf das Schiff, obwohl die Bedingungen dort ganz andere sind. Man denkt vielleicht: "Lieber auf Nummer sicher gehen", und das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber es ist eben oft gar nicht nötig, sich diese zusätzlichen Kosten für Flaschenwasser aufzuerlegen.
Manchmal ist es auch einfach der Geschmack, wie ich schon erwähnt habe. Wenn man an den gewohnten Geschmack von Leitungswasser zu Hause oder von Markenwasser gewöhnt ist, kann das Bordwasser tatsächlich etwas anders schmecken. Das ist aber, meiner Meinung nach, kein Grund zur Sorge um die Gesundheit, sondern reine Geschmackssache. Ich habe schon Schiffe erlebt, da war das Wasser fast geschmacksneutral und andere, da hatte es einen leichten Beigeschmack. Es variiert also ein bisschen.
Mein persönlicher Tipp: So gehst du auf Nummer sicher und sparst Geld
Nachdem wir nun wissen, dass das Wasser in der Regel sicher ist, möchte ich dir ein paar persönliche Tipps geben. Erstens: Pack dir eine wiederverwendbare Wasserflasche ein! Viele Kreuzfahrtschiffe haben Wasserspender in den Buffetrestaurants, an denen du deine Flasche jederzeit auffüllen kannst. Das ist nicht nur super praktisch und spart dir den Gang zur Bar, sondern auch eine Menge Geld, da du keine teuren Wasserflaschen kaufen musst. Außerdem tust du damit auch etwas Gutes für die Umwelt, indem du Plastikmüll vermeidest. Ich mache das immer so und es hat sich bewährt.
Zweitens, wenn du wirklich unsicher bist oder einen empfindlichen Magen hast, kannst du das Wasser in der Kabine abkochen, bevor du es trinkst. Gerade für Babynahrung ist das eine gute Option, auch wenn es nicht zwingend notwendig wäre. Die meisten Wasserkocher in den Kabinen sind dafür geeignet. Oder du fragst einfach das Personal. Die Crewmitglieder sind oft sehr auskunftsfreudig, was solche Themen angeht, und können dir die genauen Standards ihrer Reederei erklären.
Und drittens: Achte auf die Hygiene an Bord, besonders an den Buffetstationen. Das ist eigentlich wichtiger als die Wasserqualität selbst. Desinfiziere deine Hände regelmäßig, vor allem vor dem Essen, und vermeide es, mit bloßen Händen Lebensmittel anzufassen, die von anderen berührt werden könnten. Das ist der beste Schutz vor den gängigen Magen-Darm-Viren, die auf Schiffen kursieren können.
Gibt es Unterschiede zwischen den Reedereien? Ein kurzer Vergleich
Die grundlegenden Standards für die Wasseraufbereitung sind auf den meisten großen Kreuzfahrtschiffen und bei den etablierten Reedereien ziemlich einheitlich und hoch. Die meisten Reedereien halten sich an die Richtlinien der U.S. Public Health Service (USPHS) oder ähnliche internationale Gesundheitsorganisationen, die sehr strenge Vorgaben für Hygiene und Wasserqualität haben. Das betrifft sowohl europäische Anbieter wie AIDA, TUI Cruises oder MSC als auch amerikanische Linien wie Royal Caribbean oder Carnival.
Dennoch kann es Nuancen geben. Neuere Schiffe haben oft die modernsten und effizientesten Wasseraufbereitungsanlagen, die vielleicht noch einen Tick besser filtern oder mineralisieren. Bei älteren Schiffen werden die Anlagen natürlich auch regelmäßig gewartet und auf den neuesten Stand gebracht, aber manchmal merkt man vielleicht einen kleinen Unterschied im Geschmack. Ich persönlich habe aber noch nie erlebt, dass das Wasser auf einem Schiff einer großen Reederei nicht trinkbar gewesen wäre, egal ob es ein nagelneues oder ein etwas älteres Schiff war.
Manchmal, bei sehr kleinen Schiffen oder Expeditionskreuzfahrten in entlegenen Gebieten, könnte die Situation theoretisch anders sein, aber das sind eher Ausnahmen. Für die allermeisten gängigen Kreuzfahrten gilt: Die Wasserqualität ist ein hohes Gut, und die Reedereien investieren viel, um sie zu gewährleisten. Sie können es sich einfach nicht leisten, hier Kompromisse einzugehen, da schlechte Publicity in diesem Bereich verheerend wäre.
Wenn doch mal Zweifel aufkommen: Was tun bei Magenproblemen?
Auch wenn das Wasser sicher ist, kann es natürlich immer mal vorkommen, dass man sich auf einer Kreuzfahrt nicht ganz wohlfühlt oder Magenprobleme bekommt. Das muss nicht unbedingt am Wasser liegen, kann aber natürlich verunsichern. Wenn du dich unwohl fühlst oder Symptome wie Übelkeit, Durchfall oder Fieber entwickelst, ist der erste und wichtigste Schritt, sofort den Bordarzt aufzusuchen.
Die medizinische Versorgung an Bord ist in der Regel sehr gut und auf solche Fälle vorbereitet. Das Bordpersonal ist darauf geschult, mögliche Ausbrüche zu erkennen und einzudämmen. Sei ehrlich und teile alle Symptome mit, damit schnell die richtige Diagnose gestellt und Behandlung eingeleitet werden kann. Oft sind es, wie gesagt, eher Noroviren oder andere Keime, die sich leicht verbreiten, und nicht das Trinkwasser.
Wichtig ist auch, sich gut zu hydrieren, wenn man Magenprobleme hat. Auch hier kannst du das Bordwasser verwenden, vielleicht in kleineren Schlucken oder leicht gekühlt. Das ist oft besser als gar nichts zu trinken. Aber im Zweifelsfall immer den Rat des medizinischen Personals befolgen. Die wollen ja auch, dass du schnell wieder fit bist und deine Reise genießen kannst.
Fazit: Dein Durstlöscher auf hoher See – bedenkenlos oder mit Bedacht?
Am Ende des Tages ist meine persönliche Einschätzung ganz klar: Das Trinkwasser auf modernen Kreuzfahrtschiffen ist in der Regel sicher und von guter Qualität. Die aufwendigen Aufbereitungsverfahren und strengen Kontrollen sorgen dafür, dass du es bedenkenlos trinken kannst. Ich tue es jedenfalls immer und hatte noch nie Probleme damit. Es ist eine tolle Möglichkeit, hydriert zu bleiben, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen.
Natürlich steht es jedem frei, dennoch auf abgefülltes Wasser zurückzugreifen, wenn das das eigene Sicherheitsgefühl steigert. Aber es ist gut zu wissen, dass es nicht zwingend notwendig ist. Pack dir eine nachfüllbare Flasche ein, nutze die Wasserspender und genieße deine Kreuzfahrt, ohne dir unnötige Gedanken um das Wasser machen zu müssen. Prost!

