Die Basisversion: Amazon Music – Mehr Schein als Sein?
Wenn wir über das reine „Amazon Music“ sprechen, reden wir meistens über die kostenlose, werbefinanzierte Stufe. Ich habe das am Anfang auch mal ausprobiert, weil hey, kostenlos ist immer gut, oder? Aber ich habe schnell gemerkt, dass es sich anfühlt, als würde man Musik auf dem Radio hören, nur eben digital. Du kannst zwar auf vielen Geräten darauf zugreifen, besonders gut auf Echo-Geräten, aber die Kontrolle ist stark eingeschränkt.
Das größte Manko, das ich empfunden habe, ist das On-Demand-Streaming. Auf deinem Smartphone oder Tablet kannst du oft nur vorab erstellte Playlists oder Radiosender hören. Wenn du einen bestimmten Song hören willst, musst du hoffen, dass er in der Warteschlange auftaucht. Und dann sind da natürlich die Werbeunterbrechungen. Ich finde, diese Unterbrechungen reißen einen jedes Mal komplett aus der Stimmung, besonders wenn man gerade im Flow ist.
Außerdem ist der Musikkatalog, zumindest in der Basisversion, nicht der gesamte Fundus von Amazon. Ich glaube, die werbefreie Version bietet über 100 Millionen Songs, aber die kostenlose Variante beschränkt den Zugriff auf einen Bruchteil davon, vielleicht 2 Millionen Titel, je nachdem, welches Gerät du nutzt. Das ist ein wichtiger Punkt, den man nicht unterschätzen sollte, wenn man spezifische ältere Alben sucht.
Der Sprung zu Unlimited: Was macht die Premium-Version so viel besser?
Der Wechsel zu Amazon Music Unlimited ist im Grunde der Sprung von einem begrenzten Vorgeschmack zu einem All-you-can-eat-Buffet. Der offensichtlichste Vorteil, und das ist für mich persönlich der wichtigste, ist das Wegfallen der Werbung. Nie wieder eine Unterbrechung mitten im Refrain, fantastisch! Aber es geht um mehr als nur um die Ruhe.
Mit Unlimited erhältst du uneingeschränkten Zugriff auf den gesamten Katalog, also diese über 100 Millionen Songs, und das Beste daran: Du kannst sie on demand hören. Du wählst den Song, du wählst das Album, jederzeit. Und, was ich extrem praktisch finde, ist der Offline-Modus. Wenn ich in den Urlaub fahre oder das mobile Datenvolumen schonen muss, lade ich meine Lieblingsalben herunter. Das ist mit der kostenlosen Version schlichtweg nicht möglich.
Ich denke, man muss hier auch die Preisgestaltung im Auge behalten. Wenn man den Preis eines Kinobesuchs im Monat mit dem vergleicht, was man für Unlimited bekommt, erscheint es mir als ein sehr faires Angebot, gerade wenn man bereits Prime-Kunde ist, weil man dort oft einen leichten Preisvorteil hat. Es ist die Investition in die Freiheit, Musik so zu hören, wie man es möchte.
Die Sache mit der Audioqualität: HD und Ultra HD
Ein oft übersehener Aspekt, der wirklich den Unterschied macht, wenn man ein ordentliches Soundsystem oder gute Kopfhörer besitzt, ist die Audioqualität. Amazon Music Unlimited bietet standardmäßig HD-Audio an, was schon deutlich besser klingt als die komprimierte Standardqualität der meisten kostenlosen Dienste. Aber sie gehen noch einen Schritt weiter mit Ultra HD, also verlustfreier Qualität (Hi-Res Audio).
Ich habe neulich einen direkten Vergleich gemacht, und ich muss zugeben, bei manchen klassischen Stücken oder komplexen Jazzaufnahmen war der Unterschied zwischen der normalen Version und Ultra HD für mich hörbar. Es ist nicht immer dramatisch, aber wenn man einmal daran gewöhnt ist, möchte man eigentlich nicht mehr zurück. Das ist ein exklusives Feature von Unlimited, das die kostenlose Version definitiv nicht bietet.
Häufige Stolpersteine: Was passiert mit Alexa und den Echo-Geräten?
Hier wird es oft kompliziert, und ich habe schon viele frustrierte Kommentare dazu gelesen. Wenn du nur einen Echo Dot besitzt und kein Abo hast, funktioniert Amazon Music, ja, aber es ist stark eingeschränkt, wie ich schon angedeutet habe. Alexa spielt dir meistens Radiosender ab, die thematisch zu deiner Anfrage passen, aber du kannst nicht einfach sagen: „Alexa, spiel das Album X von Künstler Y.“
Sobald du Amazon Music Unlimited hast, ändert sich das komplett. Du hast die volle Sprachsteuerung für das gesamte Repertoire. Du kannst beliebige Songs, Alben, Playlists oder sogar Stimmungen abrufen. Das ist der Grund, warum viele Leute, die stark auf ihre Smart Speaker setzen, das Unlimited-Abo abschließen, weil es die Funktionalität des Geräts erst richtig freischaltet. Es ist fast so, als ob die kostenlose Version nur ein Demo-Modus für Alexa wäre.
Gibt es Alternativen innerhalb des Amazon-Ökosystems?
Manchmal fragen sich Leute, ob sie vielleicht Amazon Music Prime meinen, anstatt der kostenlosen Basisversion. Das ist nämlich eine dritte Stufe, die oft vergessen wird. Wenn du ein aktives Amazon Prime-Abo hast, bekommst du automatisch Zugriff auf eine kuratierte Auswahl von etwa 2 Millionen Songs ohne Werbung. Das ist besser als die reine kostenlose Version, weil es werbefrei ist, aber es ist immer noch weit entfernt von Unlimited.
Der Hauptunterschied zwischen Music Prime und Unlimited ist der Katalogumfang und die Audioqualität. Music Prime bietet diese 2 Millionen Titel, aber Unlimited bietet die vollen 100 Millionen plus HD/Ultra HD. Wenn du also nur die großen Hits der letzten Jahre hörst, könnte Prime reichen, aber sobald du tiefer graben willst oder audiophil veranlagt bist, kommst du um Unlimited nicht herum.
Mein persönliches Fazit: Wann lohnt sich die Investition wirklich?
Am Ende läuft es immer darauf hinaus, wie du Musik konsumierst. Wenn du gelegentlich Musik im Hintergrund brauchst, während du kochst, und es dir nichts ausmacht, ab und zu Werbung zu hören oder nicht jeden Song auswählen zu können, dann reicht die kostenlose Version oder vielleicht sogar Music Prime, falls du schon Prime hast.
Ich persönlich würde jedoch Amazon Music Unlimited jedem empfehlen, der Musik aktiv hört, sei es beim Sport, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Entspannen zu Hause. Die Möglichkeit, jederzeit alles zu hören, die Freiheit, offline zu speichern, und die bessere Klangqualität machen den monatlichen Beitrag mehr als wett. Ich habe bemerkt, dass ich viel mehr neue Musik entdecke, seit ich die volle Kontrolle habe. Es ist letztendlich die Entscheidung zwischen Bequemlichkeit und Kontrolle – und ich wähle fast immer die Kontrolle.

