Der Kern der Sache: Was genau ist Azeroth?
Wenn wir von der Hauptwelt sprechen, meinen wir den Planeten Azeroth selbst. Das ist der Ort, an dem die Geschichte der Menschen, Orks, Elfen und all den anderen beginnt und meistens auch endet. Aber selbst dieser Planet ist riesig und wurde durch epochale Ereignisse gezeichnet. Denk nur an die Große Teilung, den sogenannten Sundering, der einst den Superkontinent zerbrach. Deshalb haben wir heute diese zwei riesigen Landmassen, die wir kennen.
Auf der einen Seite hast du die Östlichen Königreiche, wo die Allianz historisch ihren Sitz hatte, mit Orten wie Sturmwind oder dem alten Lordaeron. Auf der anderen Seite liegt Kalimdor, das eher wild und ursprünglich wirkt, Heimat der Tauren und Nachtelfen. Ich persönlich mag Kalimdor lieber, weil es sich oft noch nach Abenteuer anfühlt, aber das ist natürlich Geschmackssache und hängt davon ab, welche Erweiterung du gerade spielst, oder?
Die Erweiterungen verändern die Geographie permanent
Man muss verstehen, dass Azeroth kein statisches Gebilde ist. Blizzard greift hier und da tief in die Materie ein. Das beste Beispiel, das mir einfällt, ist definitiv Cataclysm. Da wurde ein ganzer Teil der alten Welt umgestaltet. Alte, bekannte Zonen wie Schlingendorntal oder die Schwarzfelstiefen sahen danach völlig anders aus. Das ist kein temporäres Event, das ist eine neue, kanonische Realität, in der wir seitdem spielen.
Aber Moment, was ist mit Draenor und Outland? Sind das andere Welten?
Das ist der Punkt, an dem viele neue Spieler ins Stolpern geraten. Ja, wir haben Welten besucht, die nicht Azeroth sind, aber sie sind Teil des größeren kosmischen Gefüges. Nimm zum Beispiel Draenor, die Heimatwelt der Orks. In der ersten großen Geschichte wurde dieser Planet durch die Magie von Gul'dan und dem Brennenden Legion zerstört und wurde zu Outland, das wir in The Burning Crusade erkundet haben.
Aber dann kam Warlords of Draenor, und hier wird es kompliziert, weil wir plötzlich eine parallele Zeitlinie betreten haben. Wir waren auf einer Version von Draenor, die niemals zerstört wurde. Ich denke, das erklärt, warum die Lore manchmal so dicht und verwirrend wirkt; es geht nicht nur um Raum, sondern auch um Zeit.
Die kosmische Dimension: Jenseits unseres Planeten
Wenn wir wirklich die Frage „In welcher Welt spielt WoW?“ umfassend beantworten wollen, müssen wir den Blick heben. WoW spielt nicht nur auf einem Planeten, sondern im sogenannten „Großen Dunklen Jenseits“ (The Great Dark Beyond). Das ist die Galaxie, in der Azeroth nur ein kleiner Punkt ist.
Wir hatten Missionen auf dem Heimatplaneten der brennenden Legion, Argus, was definitiv eine andere Welt war. Und natürlich die jüngste und vielleicht tiefgreifendste Erweiterung: Die Schattenlande (The Shadowlands). Das ist buchstäblich das Nachleben, die Ebene nach dem Tod. Wenn du dort quests machst, spielst du in einer komplett anderen Existenzebene, die durch das Gefüge des Kosmos verbunden ist. Ich habe das Gefühl, dass Blizzard hier die ultimative Grenze verschoben hat, weg von reinen Planeten hin zu ganzen Existenzebenen.
Was ist mit den Erweiterungen, die neue Kontinente hinzufügt haben?
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Bei Erweiterungen wie Mists of Pandaria oder den Inseln von Kul Tiras und Zandalar (in Battle for Azeroth) bleiben wir auf dem Planeten Azeroth. Diese neuen Gebiete werden einfach hinzugefügt und integriert, meistens durch das Entdecken neuer Landmassen oder das Öffnen neuer Wege. Es fühlt sich neu und frisch an, aber es ist immer noch derselbe Boden unter unseren Füßen, nur eben ein neuer Teil davon.
Im Gegensatz dazu sind die Shadowlands oder Draenor fremde Planeten oder Dimensionen, die wir aktiv bereisen müssen. Ich merke immer wieder, dass Spieler diese Unterscheidung nicht treffen, weil die Erfahrung sich anfühlt, als wäre es „nur eine neue Zone“, aber die Lore-Implikationen sind gewaltig.
Ein häufiger Fehler: Die Vorstellung, alles sei gleichzeitig da
Ich glaube, der größte Fehler, den man beim Verständnis der Spielwelt machen kann, ist anzunehmen, dass alle Epochen und alle Versionen von Orten gleichzeitig existieren, es sei denn, das Spiel zwingt uns dazu, durch Zeitreisen eine andere Linie zu betreten. Wenn du heute einen neuen Charakter erstellst, startest du in einer Welt, die durch die Ereignisse von Battle for Azeroth und Shadowlands geformt wurde.
Du wirst die Zerstörung von Teldrassil sehen, aber die ursprüngliche Version von Teldrassil existiert nicht mehr im aktuellen Spielgeschehen, es sei denn, du spielst spezielle zeitbasierte Inhalte. Das ist hart, aber notwendig für die fortlaufende Erzählung. Man muss akzeptieren, dass die Welt, in der man spielt, immer die aktuellste, von allen Katastrophen gezeichnete Version ist.
Fazit: Eine Multiversums-Saga auf einem Planeten
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Welt, in der WoW spielt, ist Azeroth, aber diese Welt ist nur der Ankerpunkt für eine weitaus größere, kosmische Saga. Wir reisen zwischen Planeten und sogar zwischen Leben und Tod. Wenn du das nächste Mal in Sturmwind stehst, denk daran, dass du auf einem Planeten lebst, der schon so oft zerbrochen und wieder zusammengesetzt wurde, und dass der nächste Patch dich vielleicht in eine völlig andere Dimension entführen wird. Es ist diese schiere, fast unlogische Ausdehnung der Lore, die ich persönlich am meisten schätze.

