Der Anschlag und seine dramatischen Folgen: Ein historischer Wendepunkt
Der Tod von Reinhard Heydrich zählt zu den folgenreichsten Ereignissen des Zweiten Weltkriegs in Europa. Als „Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren“ und einer der architektonischen Köpfe des Holocausts war Heydrich einer der mächtigsten und gefürchtetsten Männer im nationalsozialistischen Deutschen Reich.
Um zu verstehen, wo und unter welchen Umständen Heydrich starb, muss der Blick zunächst auf den 27. Mai 1942 gerichtet werden.
Die Tat im Prager Stadtteil Libeň
Das versagte Versteck: Gabčík versuchte im entscheidenden Moment, mit einer britischen Maschinenpistole auf den Wagen zu schießen, doch die Waffe klemmte.
Der Granatenwurf: Anstatt weiterzufahren, befahl Heydrich seinem Fahrer, anzuhalten, um den Angreifer selbst zu stellen.
In diesem Augenblick warf Jan Kubiš eine modifizierte Panzerabwehrgranate auf das Fahrzeug. Die Verletzungen: Die Explosion traf das rechte Heck des Autos schwer.
Die Wucht riss die Wagenpolsterung auf und schleuderte Metallsplitter, Stoffreste und Rosshaar tief in Heydrichs Körper.
Obwohl Heydrich schwer verwundet aus dem Wagen sprang und noch einige Schüsse auf die flüchtenden Attentäter abgab, brach er kurz darauf zusammen.
Einweisung in das Bulovka-Krankenhaus
Nach dem Attentat wurde der verletzte SS-Obergruppenführer zunächst in einem herbeigewinkerten Lieferwagen in das nahegelegene Bulovka-Krankenhaus in Prag transportiert.
Am Nachmittag des 27. Mai operierten die Mediziner den Patienten.
Sie entfernten die zerschossene Milz, reinigten die Wunden und versorgten die verletzten Organe. Kurz darauf traf Heinrich Himmlers persönlicher Leibarzt, Karl Gebhardt, in Prag ein, um die oberste medizinische Kontrolle zu übernehmen.
Von da an wurde Heydrich exklusiv von Ärzten des nationalsozialistischen Regimes betreut.
In den ersten Tagen schien sich der Zustand des Patienten bemerkenswert zu stabilisieren.
Der plötzliche Todeskampf
Trotz der scheinbaren Besserung braute sich im Körper des Verletzten eine unaufhaltsame biologische Krise zusammen. Durch die Wucht der Explosion waren pathogene Keime und Schmutz in den Blutkreislauf und die Bauchhöhle gelangt. Am Morgen des 3. Juni 1942 – während er eine Mahlzeit einnahm – erlitt Heydrich plötzlich einen schweren Schockanfall.
Todeszeitpunkt: Heydrich starb am frühen Morgen des 4. Juni 1942 gegen 04:30 Uhr im Prager Bulovka-Krankenhaus.
Todesursache: Die offizielle Obduktion bestätigte, dass er an einer generalisierten bakteriellen Infektion (Sepsis bzw. Blutvergiftung) und den damit verbundenen Multiorganschäden verstorben war.
Sein Tod löste im NS-Staat eine Welle äußerster Terrorreaktionen aus, darunter die vollständige Vernichtung und Auslöschung der Dörfer Lidice und Ležáky.
Dieses Video bietet eine anschauliche visuelle Zusammenfassung der Hintergründe, des Attentats in Prag und der direkten medizinischen sowie historischen Konsequenzen des Todes von Reinhard Heydrich.
Der Transport in das Krankenhaus und die medizinische Versorgung
Direkt nach der Explosion im Prager Stadtteil Libeň am Morgen des 27. Mai 1942 befand sich Reinhard Heydrich in einem kritischen Zustand.
Erste Hilfe vor Ort: Ein herbeigerufener Lieferwagen transportierte den schwerverletzten SS-Obergruppenführer schließlich in das nahegelegene Bulovka-Krankenhaus.
Die Operation: Dort stellten die Ärzte eine Zwerchfellruptur, eine Milzruptur sowie schwere Infektionen durch Granatsplitter und Wagenteile fest. Eine sofortige Notoperation sollte sein Leben retten.
Ärztliche Betreuung: Hitlers persönlicher Leibarzt Karl Brandt und weitere Spezialisten wurden eingeflogen, um die Behandlung zu überwachen. Dennoch verschlechterte sich Heydrichs Zustand in den kommenden Tagen dramatisch.
Die Todesursache und der Verlauf im Detail
Entgegen der anfänglichen Hoffnung, dass sich der Patient erholen würde, trat am Morgen des 4. Juni 1942 der Tod ein.
„Die amtliche Todesursache wurde auf eine akute Blutvergiftung (Sepsis) infolge der Explosionsverletzungen und Gewebezerstörungen zurückgeführt.“
Historische Analysen und medizinische Nachbetrachtungen zeigen, dass moderne Antibiotika wie Penicillin zu dieser Zeit in Kontinentaleuropa noch nicht verfügbar waren. Die Wunden hatten sich im Bauchraum massiv entzündet. Um 4:30 Uhr morgens hörte sein Herz auf zu schlagen.
Politische Nachwirkungen und Reaktionen
Der Tod des „stellvertretenden Reichsprotektors in Böhmen und Mähren“ löste im nationalsozialistischen Deutschen Reich sowie im besetzten Europa eine Schockwelle aus.
Staatstendenz und Begräbnis: Adolf Hitler inszenierte eine große Trauerfeier in Berlin, bei der Heydrich als Märtyrer des NS-Regimes gefeiert wurde.
Beigesetzt wurde er auf dem Invalidenfriedhof. Brutale Vergeltungsmaßnahmen: Als direkte Reaktion auf das Attentat und Heydrichs Tod verübte die SS verheerende Racheakte. Darunter fielen die totalen Zerstörungen und Massaker an der Zivilbevölkerung in den Dörfern Lidice und Ležáky.
Das Schicksal der Attentäter: Die tschechoslowakischen Widerstandskämpfer der Operation Anthropoid, darunter Jan Kubiš und Jozef Gabčík, wurden nach Verrat in der Kyrill-und-Method-Kirche in Prag aufgespürt und starben nach einem heftigen Gefecht.
Der Ort seines Todes – das Bulovka-Krankenhaus in Prag – bleibt somit untrennbar mit dem Wendepunkt der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in der Tschechoslowakei verbunden.
Welcher Aspekt der historischen Hintergründe rund um das Attentat und die Operation Anthropoid interessiert Sie besonders?
