Das steuerliche Alleinstellungsmerkmal: IGIC statt IVA
Ich habe mir das mal genauer angesehen, weil es mich immer gewundert hat, warum der Preisunterschied so massiv ist. Es ist tatsächlich viel komplizierter, als nur zu sagen, dass die Steuern niedriger sind. Spanien selbst hat ja schon niedrigere Mehrwertsteuersätze als Deutschland, klar, aber auf den Kanaren greift noch eine andere Regelung. Hier gilt nicht die normale spanische Mehrwertsteuer, die IVA (Impuesto sobre el Valor Añadido), sondern der IGIC, der Impuesto General Indirecto Canario.
Und dieser IGIC ist, besonders auf viele Güter bezogen, deutlich niedriger. Für Tabakwaren bedeutet das, dass die Basisabgabe, die der Staat kassiert, von vornherein geringer ist. Das ist der erste Hebel, der den Preis nach unten drückt, schon bevor die eigentlichen Tabaksteuern ins Spiel kommen. Ich denke, viele Reisende verwechseln das mit dem normalen Spanienurlaub, aber die Kanaren sind da explizit anders behandelt worden, weil sie ja geografisch so isoliert sind.
Der eigentliche Knackpunkt: Die niedrigeren Verbrauchsteuern
Der wirklich große Schlag kommt aber von den spezifischen Tabaksteuern, den sogenannten Akzisen. Während Deutschland und das spanische Festland hohe, prozentual kalkulierte Verbrauchsteuern auf Zigaretten erheben, um sie unattraktiv zu machen und Einnahmen zu sichern, sind diese Sätze auf den Kanaren massiv reduziert. Das ist historisch bedingt, um die Wirtschaft auf den Inseln zu fördern und die höheren Transportkosten auszugleichen, aber für uns Raucher ist das natürlich ein schöner Nebeneffekt.
Ich habe mal nachgeschlagen, und die Differenz ist schon ernüchternd, wenn man es aufrechnet. Während in Deutschland die Akzise oft über 60% des Endpreises ausmacht, sind die Sätze auf den Inseln so angesetzt, dass die Gesamtsteuerlast (IGIC plus Akzise) oft nur die Hälfte oder sogar weniger dessen beträgt, was wir hierzulande zahlen. Das ist kein Geheimnis, sondern EU-Recht, das diese Sonderzone anerkennt, aber es wird selten so klar kommuniziert, wenn man nur kurz ein Paket kaufen will.
Wie groß ist der Preisunterschied in Euro?
Um es konkret zu machen: Wenn du in Berlin für eine Stange (zehn Schachteln) vielleicht 80 bis 90 Euro hingeblättert hast – je nachdem, welche Marke du bevorzugst, natürlich – dann kannst du auf den Inseln oft schon für 35 bis 45 Euro fündig werden. Das ist fast eine Halbierung, Leute. Ich meine, wenn man bedenkt, dass die Preise generell in Spanien schon etwas niedriger sind als bei uns, dann potenziert sich dieser Effekt durch die Insel-Sonderregelung noch einmal richtig.
Das gilt natürlich nicht für alle Produkte gleichermaßen, aber gerade bei hoch besteuerten Gütern wie Alkohol und Tabak wird der Unterschied am deutlichsten. Das ist der Grund, warum viele Leute, die regelmäßig auf die Inseln fliegen, ihren Vorrat dort auffüllen, anstatt sich auf die spärlichen Freimengen zu verlassen.
Die Zollfreimengen: Was man unbedingt beachten muss
Und hier kommt der Teil, wo man aufpassen muss, denn sonst wird der günstige Kauf schnell teuer. Viele denken, weil es EU-Gebiet ist, gelten die gleichen Regeln wie von Deutschland nach Frankreich. Das ist nicht ganz richtig, weil die Kanaren zwar EU-Gebiet sind, aber zollrechtlich als Drittland behandelt werden, was die Einfuhr nach Deutschland angeht. Die Regelungen sind strenger, weil die Inseln nicht Teil der EU-Verbrauchsteuerunion sind, was die Sache mit den Steuern erklärt.
Für die Einreise nach Deutschland gibt es klare Obergrenzen, die du unbedingt kennen musst, sonst kann der Zoll dir die Ware abnehmen und dir eine saftige Nachzahlung aufbrummen. Ich glaube, die aktuelle Grenze liegt bei 800 Zigaretten pro Person über 17 Jahren. Das entspricht acht Stangen. Wenn du mehr als das mitbringst, musst du es anmelden und die deutschen Steuern nachzahlen. Wenn du nur für den eigenen Bedarf kaufst, ist das kein Problem, aber spätestens ab 10 Stangen wird es für die Beamten verdächtig, dass du nicht nur für dich selbst eingekauft hast.
Gibt es Alternativen oder versteckte Kosten?
Manchmal höre ich Leute fragen, ob man nicht einfach online bestellen kann, da die Preise ja so verlockend sind. Davon würde ich ehrlich gesagt abraten. Sobald eine Lieferung aus dem Nicht-EU-Ausland (oder eben zollrechtlich anders behandeltem Gebiet wie den Kanaren) nach Deutschland kommt, greifen die Importbestimmungen für den Versandhandel. Das ist oft kompliziert, teuer, und du musst trotzdem die deutschen Steuern entrichten, wenn es nicht als "Geschenk" deklariert ist und selbst dann ist die Grenze niedrig.
Meine Meinung ist: Wenn du schon auf den Kanaren bist, nutze die Gelegenheit, aber halte dich an die persönlichen Freimengen für die Rückreise. Es gibt auch lokale Marken, die nochmals ein paar Euro günstiger sind als die bekannten internationalen Hersteller, aber da muss man, finde ich, geschmacklich oft Kompromisse eingehen. Die großen Marken wie Marlboro oder Lucky Strike sind zwar günstiger als in der Heimat, aber immer noch teurer als die lokalen Pendants.
Ein persönlicher Blick: Lohnt sich der Großeinkauf wirklich?
Ich persönlich finde, es lohnt sich immer, wenn man wöchentlich oder zweiwöchentlich raucht. Wenn du nur einmal im Jahr in den Urlaub fährst und eine Stange mitbringst, hast du für das ganze Jahr vorgesorgt, was die Ersparnis angeht. Es ist dieses Gefühl, dass man für das gleiche Produkt fast die Hälfte zahlt, das einen immer wieder überrascht, obwohl man es eigentlich wissen müsste.
Das Tolle ist ja, dass die Preise stabil sind, weil sie staatlich reguliert werden, auch wenn der Regulierungsrahmen eben viel niedriger ist. Du musst dir keine Sorgen machen, dass die Preise morgen explodieren, weil irgendein lokaler Händler meint, er müsste die Preise an die Preise in Berlin anpassen. Das ist ein stabiler Preispunkt, der durch die Insel-Gesetze zementiert wurde. Ich glaube, das ist der Hauptgrund, warum die Kanaren für viele Raucher ein kleiner, steuerlicher Lichtblick im ansonsten teuren Europa sind.

