Die Schale – mehr als nur Schutz
Und tatsächlich: Die Schale der Kartoffel ist kein bloßer Müll, den man wegschmeißt. Nein, sie ist richtig voll mit gutem Zeug. Vor allem Vitamin C und B-Vitamine sammeln sich direkt unter und in der Schale an. Also nicht etwa tief im Inneren, wo man denkt, alles sei sicher verwahrt. Nein, ganz außenrum. Fast wie bei einem Apfel, nur dass keiner beim Apfel die Schale wegschmeißt – oder?
Ich hab das erst nicht geglaubt. Hab dann aber mal nachgelesen – und siehe da: Bis zu 50 Prozent des Vitamin C einer Kartoffel stecken in der Nähe der Schale. Wenn du die Kartoffel also dick schälst, schälst du quasi die Hälfte des Vitamins einfach weg. Und das, obwohl Kartoffeln eigentlich als Vitamin-C-Lieferant gelten – zumindest, wenn sie frisch und nicht ewig gelagert sind.
Was passiert beim Kochen?
Aber Moment – Vitamin C ist wasserlöslich. Das heißt, es löst sich im Wasser. Und was machen die meisten? Genau: Sie kochen die Kartoffeln in viel Wasser. Und dann lassen sie das Wasser einfach in den Ausguss laufen. Tschüss, Vitamine.
Meine Oma hat das immer anders gemacht. „Mit wenig Wasser und mit Deckel“, hat sie gesagt. Und die Kartoffeln nicht zu klein schneiden. Dadurch bleibt mehr drin. Und wenn möglich sogar mit Schale kochen. Ich hab das damals als komisch empfunden – heute mach ich’s genauso. Vor allem bei Pellkartoffeln. Die kann man dann einfach schälen – oder eben nicht. Je nach Lust.
B-Vitamine: Überall, aber vor allem außen
Was viele vergessen: Kartoffeln haben auch B-Vitamine – vor allem B1, B3 und B6. Die sind wichtig für Nerven, Energiehaushalt, Haut. Und auch die sammeln sich vermehrt unter der Schale. Nicht nur dort, klar. Aber eben besonders dicht in der äußeren Schicht. Wenn du also dicke Scheiben abschälst, verlierst du nicht nur Vitamin C, sondern auch ein gutes Stück davon.
By the way: Kartoffeln sind übrigens kein bloßes „leeres Mehl“ – wie manche behaupten. Ja, sie enthalten Stärke. Aber sie liefern auch Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Kalium (das ist gut für den Blutdruck), und eben die Vitamine. Vor allem, wenn man sie richtig zubereitet.
Was ist mit grünen Stellen?
Ach ja – und dann gibt’s da noch die grünen Stellen an der Kartoffel. Die entstehen durch Lichteinfluss. Und da wird’s jetzt bisschen kritisch. Denn da bildet sich Solanin, ein natürliches Gift. Schmeckt bitter, kann übelkeitserregend wirken. Also: grüne Stellen radikal entfernen – oder besser gleich die ganze Kartoffel wegschmeißen, wenn’s stark ist.
Interessant dabei: Genau in diesen grünen Arealen ist zwar Chlorophyll – aber kein Vitamin C mehr. Im Gegenteil: Der Gehalt sinkt dort, weil die Kartoffel in Stress gerät. Also wirklich: Lieber dunkel lagern. Meine Tante in Bayern hat früher immer gesagt: „In der Speisekammer, kühl und trocken – da freut sich die Kartoffel.“ Und sie hatte recht.
Mein Fazit nach vielen Experimenten
Ich hab’s jetzt eingesehen: Weg mit dem übertriebenen Schälen. Ich koche meine Kartoffeln jetzt oft mit Schale – besonders beim Salat oder als Pellkartoffel. Manchmal schäle ich sie nach dem Kochen, wenn’s gewünscht ist. Aber ich versuche, die Schale dünn abzuziehen, wenn überhaupt.
Und weißt du was? Es schmeckt auch besser. Die Kartoffel behält mehr Geschmack, mehr Substanz. Und ich hab das gute Gefühl, nichts unnötig wegzuwerfen – und gleichzeitig mehr vom guten Zeug drin zu lassen.
Also – wo sitzen die Vitamine bei der Kartoffel? Ganz klar: Am dichtesten direkt unter und in der Schale. Und das meiste geht verloren, wenn du sie dick abschälst oder in viel Wasser kochst. Einfach mal ausprobieren. Du wirst staunen, wie viel mehr drin bleibt – und wie gut es schmeckt.
