Viel mehr als Reis und Frühlingsrollen
Und ja, es gibt Dinge auf dem Teller, die für Europäer erstmal... sagen wir mal „ungewohnt“ wirken. Aber genau das macht’s spannend.
Regionale Küchen: Ein Land, viele Geschmäcker
Sichuan: scharf, schärfer, Ma-La!
Sichuan ist berühmt für seine intensiv scharfe Küche, oft mit dem typischen Sichuan-Pfeffer, der nicht nur brennt, sondern auch leicht betäubt. Dieses "Ma-La"-Gefühl () ist ein Markenzeichen.
Klassiker:
Mapo Tofu (mit Hackfleisch und viel Chiliöl)
Hot Pot (man kocht alles selbst am Tisch in scharfem Sud – mega gesellig!)
Kung Pao Chicken
Pro-Tipp: Wer empfindlich auf Schärfe reagiert – lieber langsam rantasten. Wirklich!
Kanton: mild, frisch, elegant
In Kantonesischer Küche geht’s mehr um Ausgewogenheit und Frische. Weniger Gewürze, mehr Fokus auf die Zutat selbst.
Typisch:
Dim Sum (kleine Häppchen im Bambusdämpfer)
Schweinebauch knusprig (Siu Yuk)
Gebratener Reis mit Ei und Garnelen
Viele Gerichte werden auch nur leicht gedämpft oder gebraten – damit’s gesund bleibt. Schon ein bisschen Wellness-Essen.
Nordchina: Weizen statt Reis
Im Norden (z.B. Peking) isst man mehr Nudeln, Teigtaschen und Pfannkuchen statt Reis. Liegt am Klima – dort wächst mehr Weizen.
Kultgerichte:
Jiaozi (gefüllte Teigtaschen – ähnlich wie Maultaschen, aber anders)
Pekingente (die Haut ist das Beste!)
Zhajiangmian (Nudeln mit dicker Bohnensoße)
Einmal in Peking hab ich an einem Straßenstand Nudeln gegessen, die direkt vor meinen Augen gezogen wurden – frisch, heiß, lecker. Hat umgerechnet 1,20 € gekostet. Und war besser als manches Restaurant hier...
Tierisch vielfältig – manchmal im wahrsten Sinne
Ja, es wird fast alles gegessen
In China hat man historisch alles Essbare verwertet, auch weil Nahrung nicht immer selbstverständlich war. Deshalb findest du auf Märkten manchmal Dinge wie:
Hühnerfüße (in Sojasoße geschmort, sehr beliebt!)
Schweineohren, Entenzungen, Rindersehnen
Insekten (ja, wirklich)
Das klingt für manche abschreckend, aber oft sind diese Gerichte sehr gut gewürzt, knusprig oder zart – es kommt nur auf die Zubereitung an.
Aber: Es ist nicht alles exotisch
Die allermeisten Chines*innen essen ganz normale Sachen: Reis, Gemüse, Tofu, Eier, Fisch, Huhn, Rind... die „extremeren“ Dinge sind oft Snacks, Spezialitäten oder festliche Gerichte.
Vegetarisch in China: möglich, aber tricky
Es gibt viele rein pflanzliche Gerichte – gebratener Tofu, sautiertes Gemüse, Nudelsuppen. Besonders in buddhistischen Restaurants ist alles vegetarisch.
Aber Vorsicht: In normalen Lokalen wird oft Fleischbrühe oder Schmalz verwendet, auch wenn kein Fleischstück zu sehen ist. Am besten vorher fragen oder ein paar Vokabeln lernen.
Fazit: Was isst man in China?
Kurz gesagt: alles – je nach Region, Anlass und Geschmack.
China hat eine der ältesten und vielseitigsten Esskulturen der Welt. Zwischen Chili-Explosion, dampfenden Teigtaschen und fermentierten Delikatessen findest du garantiert etwas, das du liebst. Oder dich zumindest neugierig macht.
Und ja, Frühlingsrollen gibt’s auch. Aber wenn du nur die isst – verpasst du das Beste.
