Die Zahlen mal raus – wer redet denn nun wirklich Deutsch?
Also, grob gesagt: Etwa 100 Millionen Menschen sprechen Deutsch als Muttersprache. Klingt erstmal viel, oder? Ist es auch. Aber wenn du’s neben Englisch oder Chinesisch stellst, dann wird’s schon überschaubar. Die meisten davon leben natürlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist ja logisch. Aber dann gibt’s noch so viele, die Deutsch als Zweitsprache sprechen – schätzungsweise 80 bis 100 Millionen. Also insgesamt sind wir bei 180 bis 200 Millionen, die zumindest irgendwie mitkommen, wenn einer aus München oder Berlin einen Vortrag hält.
Und weißt du was? Das ist gar nicht so wenig. Stell dir vor, in der EU ist Deutsch die meistgesprochene Muttersprache. Mehr als Französisch, mehr als Italienisch. Nur Polnisch ist knapp dran, aber da fehlt’s dann an internationaler Reichweite.
Wo kommt man mit Deutsch so hin?
Ich war mal in Südtirol – also, in Italien, aber eigentlich fühlt’s sich an wie Österreich. Überall Schilder auf Deutsch, Leute reden Dialekt, und ich dachte echt: „Bin ich noch im Ausland?“ Ja, sind halt viele deutschsprachige Minderheiten da. Und dann in Belgien, im Osten – die kleine deutschsprachige Gemeinschaft, kaum bekannt, aber die existiert wirklich. Und Luxemburg? Da spricht man Denglisch, oder wie auch immer man das nennen soll – Luxemburgisch, Französisch, Deutsch, alles durcheinander.
Aber nicht nur in Europa. In Namibia zum Beispiel – ja, genau, Afrika – gibt’s noch ältere Leute, die fließend Deutsch sprechen. Kolonialgeschichte halt. Und in Argentinien, in Chile, in den USA – überall, wo Deutsche ausgewandert sind, hat sich irgendwas gehalten. In Wisconsin zum Beispiel gab’s mal deutsche Schulen. Ist heute zwar fast verschwunden, aber die Spuren sind da.
Warum lernt eigentlich noch jemand Deutsch?
Früher war’s klar: Wirtschaft, Wissenschaft, Philosophie. Und heute? Ehrlich gesagt, frage ich mich das manchmal auch. Englisch reicht doch für alles, oder? Aber nein – wenn du in Deutschland studieren willst, dann kommst du nicht drumrum. Und in Österreich oder der Schweiz erst recht. Außerdem: Technik, Ingenieurwesen, Maschinenbau – da ist Deutsch immer noch stark. Und wer bei BMW, Siemens oder Bosch arbeitet, der braucht oft mehr als nur Basics.
Und dann gibt’s die Kultur. Ich hab mal eine Freundin aus Japan getroffen, die Goethe auswendig konnte. Auf Deutsch. Also, ich selbst hab „Faust“ in der Schule nur zur Hälfte verstanden, aber sie? Die schwärmte von Rilke und Hesse. Und nicht nur das – sie war mal in Berlin, hat in einem Café gesessen, mit einem alten Mann über Gedichte geredet… und der dachte, sie wäre aus Deutschland. Das fand ich krass.
Was macht Deutsch besonders – oder schwer?
Okay, zugegeben: Die Sprache ist nicht gerade ein Spaziergang. Drei Artikel, vier Fälle, Verben am Ende… Du weißt schon. Aber irgendwie hat sie auch ihren Charme. Ich arbeite mit einem Kollegen aus Schweden, der sagt immer: „Deutsch klingt wie ein Motor, der anspringt.“ Und ja… irgendwie stimmt das. Aber sie ist präzise. Wenn du was genau beschreiben willst – Technik, Verträge, Wissenschaft – dann ist Deutsch oft die bessere Wahl. Weil es so viele spezifische Wörter gibt. Schau dir mal „Schadenfreude“ an. Gibt’s im Englischen nicht mal direkt – und wird trotzdem überall benutzt.
Aber geht die Sprache jetzt unter?
Ich hab letztens mit meinem Onkel diskutiert – der meint, Deutsch verliert an Bedeutung. Weil alles in Englisch läuft. YouTube, Netflix, Uni-Abschlüsse… Alles auf Englisch. Und er hat nicht ganz unrecht. Aber andererseits – in den Ländern, wo Deutsch gesprochen wird, halten die Leute echt drauf. In Österreich wehren sie sich fast gegen zu viel Englisch. Und in der Schweiz? Puh, da reden die ja schon kaum Hochdeutsch, aber sie verteidigen ihre Sprache wie Gold.
Und dann die Zahlen: Weltweit lernen nach wie vor Millionen Menschen Deutsch. In Frankreich, in Ungarn, in China. Nicht, weil sie müssen, sondern weil es Chancen bringt. Ich hab mal einen Jungen aus Vietnam getroffen, der in Stuttgart studiert. Hat gesagt: „Ohne Deutsch wäre ich nie hier.“ Und das hat mich echt getroffen.
Eigentlich ganz schön, oder?
Also, um nochmal auf die Frage zurückzukommen: Wie viele sprechen Deutsch? Wenn du die Muttersprachler nimmst – knapp über 100 Millionen. Mit Zweit- und Fremdsprechern? So um die 200 Millionen. Nicht die größte Sprache der Welt, aber auch nicht gerade klein. Und vor allem: Sie ist lebendig. In Schulen, Firmen, Theatern, Küchen, Cafés.
Und weißt du was? Es geht nicht nur um Zahlen. Es geht um die Stimme, um den Klang, um die Möglichkeit, jemandem zu sagen: „Ich verstehe dich.“ Auf Deutsch. Egal, ob du in Hamburg bist oder in Bukarest. Oder eben, wie meine Japan-Freundin, in einem Berliner Café.
Also… wie viele sprechen Deutsch? Genug, um sich nicht verloren zu fühlen.
